Winden: Schauspieler Franz Herzog nach Horror-Unfall verstorben

In Niederösterreich

Es ist kaum fassbar: Franz Herzog ist tot. Der Regisseur und Obmann der Laien-Theatergruppe „Fischamender Spielleut“ aus Winden krachte am gestrigen Donnerstag auf der B10 im Bezirk Bruck/Leitha mit einem Lkw zusammen.

Von Von Gerald Burggraf

Franz Herzogs Leidenschaft war das Theater, war er doch selbst Profi-Schauspieler und fast 30 Jahre bei den Fischamender Spielleuten an Bord - hier im Bild mit der vom ihm bearbeiteten Fassung des Vorjahresstücks "Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter".

Franz Herzogs Leidenschaft war das Theater, war er doch selbst Profi-Schauspieler und fast 30 Jahre bei den Fischamender Spielleuten an Bord - hier im Bild mit der vom ihm bearbeiteten Fassung des Vorjahresstücks "Kaiser Joseph und die Bahnwärterstochter".

© Ingrid Herzog-Müller, Ingrid Herzog-Müller

Eine Stunde lang kämpften die Rettungskräfte um das Leben von Franz Herzog. Letztlich vergeblich, der 80-Jährige verstarb gestern Donnerstag (15. Mai) kurz nach 19 Uhr mitten auf der Bundesstraße B10 bei Enzersdorf/Fischa im Bezirk Bruck/Leitha. Auf dem Weg zur Probe mit Schauspielkolleginnen und -kollegen der „Fischamender Spielleut“ kam es zu einem folgenschweren Unfall. Ein Lkw war auf der Fahrerseite in das Auto des Regisseurs und Obmannes der Laien-Theatergruppe gekracht.

„Wir haben auf ihn gewartet und als er nicht aufgetaucht ist, sind wir ihn suche gefahren“, berichtet ein Mitglied der Spielleut im NÖN-Gespräch. Als man Herzogs üblichen Weg abfuhr, kamen sie zum Kreisverkehr B10 und B60, wo aufgrund des Unfall abgesperrt war. Dort stand der völlig zerstörte Toyota Camry des Verstorbenen, der in Winden am See gelebt hat. Die Betroffenheit ist enorm, nicht nur unter den Spielleuten. Auch Fischamends Bürgermeister Thomas Ram (RAM) ringt gegenüber der NÖN um Worte.

Gründungsmitglied der „Spielleut“

Herzog war seit der Gründung der Spielleut im Jahr 1996, damals noch als Theatergruppe Enzersdorf, als Regisseur an Bord. Seither hat die Gruppe insgesamt 30 Produktionen aufgeführt, einzig in den Jahren 2020 und 2021 musste pandemiebedingt pausiert werden. Heuer wäre ab 4. Juli das Stück „Der böse Geist Lumpazivagabundus“ von Johann Nestroy auf dem Programm gestanden. Der 80-Jährige hätte als Knierim sogar nach Jahren wieder selbst auf der Bühne gestanden.

Hauptberuflich war bis zu seiner Pensionierung ebenfalls die Bühne Herzogs Arbeitsplatz. So spielte der Profi-Schauspieler unter anderem am Landestheater in St. Pölten sowie in Deutschland. Er hatte auch Auftritt in TV-Produktionen, darunter in der Kult-Serie Kaisermühlen-Blues, dessen Spin-off Trautmann mit Wolfgang Böck oder auch Tom Turbo.