Unternehmerstammtisch: Die Stadtgemeinde hat sich einiges vorgenommen

Mattersburg

In Mattersburg soll sich einiges tun: Der „Mattersburger 10er“ wird ab dem 4. Mai erhältlich sein, eine neue Bepflanzung wird ab März umgesetzt. Ein neues Lokal soll im April eröffnen. In die ehemalige Bank Austria werden die „Sozialen Dienste“ des Landes einziehen - bis dies über die Bühne geht, soll es dort eine Pop Up Ausstellung geben. Die Stimmung bei den Wirtschaftstreibenden war positiv, Kritik gab`s von Unternehmern bezüglich 100 Jahre Mattersburg-Events: Zu viele beim Viadukt, zu wenige in der Innenstadt.

Von Richard Vogler

Am 25. Februar lud die Stadtgemeinde zum Unternehmerstammtisch in die Bauermühle.

Am 25. Februar lud die Stadtgemeinde zum Unternehmerstammtisch in die Bauermühle.

© Richard Vogler

Am Mittwochabend lud die Stadtgemeinde Mattersburg zum Unternehmerstammtisch in die Bauermühle. Rund 20 Unternehmer waren vor Ort, die Mattersburger SPÖ, ÖVP, FPÖ und das Rote Kreuz waren vertreten. Hauptpunkte waren die Vorstellung der Neuauflage des Mattersburger Zehners und weitere Maßnahmen, die man setzen will. Ein Grund für die Zusammenkunft waren die Schließungen des Florianihoffmanns und weitere Aderlässe in der Gastronomie, was unter anderem auch Kritik in den sozialen Medien an der Mattersburger Innenstadt nach sich zog.

Bürgermeisterin Claudia Schlager wies in ihren einleitenden Worten in Richtung der Wirtschaftstreibenden darauf hin, dass „ihr sehr gute Angebote habt. Die Innenstadt kann jedoch nur funktionieren, wenn die Mattersburger auch diese Angebote annehmen. Es funktioniert nicht, wenn die Mattersburger woanders oder online einkaufen. Wir müssen gemeinsam handeln – Unternehmer, Gemeinde, Bürger.“

Mattersburger 10er ab dem 4. Mai erhältlich

Bereits vor einigen Tagen wurden medial die Wiedereinführung des Mattersburger 10er und Verschönerungsmaßnahmen verkündet, bei der Zusammenkunft ging man ins Detail.

Den Mattersburger 10er werden sich die Kunden am Gemeindeamt abholen können: Beim Kauf von zehn Stück dieser Zehner-Gutscheine zahlt man lediglich 90 Euro. Einlösen kann man sie dann ausschließlich bei jenen Innenstadt-Betrieben, die bei der Aktion mitmachen. Für Trafiken und Apotheken wird es nicht möglich sein, an der Aktion teilzunehmen. „Es macht nur dann Sinn, wenn der ganze Zehner eingelöst wird. Es soll also nicht möglich sein, dass jemand um 4,50 Euro etwas kauft und dann 5,50 Euro zurückbekommt“, erläuterte Vizebürgermeister Thomas Nikles.

Die Gemeinde hat für diese Aktion ein Budget von 30.000 Euro bereitgestellt, es kann also eine Wertschöpfung von 300.000 Euro erfolgen. Die Ausgabe für eine Person wird nach aktuellem Planungsstand auf 500 Euro beschränkt sein. Die Unternehmer können die Gutscheine dann in der Gemeinde oder bei einer Bank einlösen.

Bis es zur Umsetzung des Mattersburger Zehners kommt, benötigt man zunächst einen Gemeinderatsbeschluss bei der Sitzung am 25. März. „Es müssen einige Details ausgearbeitet werden. Die ‚Ausgabe‘ des Mattersburger Zehners wird am 4. Mai starten, diese werden bis 30. April 2027 gültig sein“, hielt Nikles fest.

Bezüglich der Verschönerungsmaßnahmen hielt Amtsleiter-Stellvertreter Martin Dirnbauer fest, dass „dies prägnante Punkte den inneren Ring betreffen werden“. Dort wird es eine neue Möblierung und eine neue Bepflanzung geben. Bezüglich der Möblierung laufen die Gespräche, mit der Bepflanzung wird man im März starten.

Auch zum „Thema Parken“ könnte etwas kommen

Nikles verwies im Laufe der Veranstaltung darauf, dass dies die ersten beiden Punkte sind, die umgesetzt werden. „Es sollen noch weitere folgen. In Ausarbeitung ist eine Lotterie, die quartalsweise durchgeführt wird. Einkaufsbelege sollen dann in das Rathaus gebracht werden können und es soll etwas zu gewinnen geben. Wir haben auch vor, uns das Thema Parken in der Innenstadt anzusehen. Da ist man aber noch nicht so weit, um etwas Konkretes zu präsentieren.“

Gastro-Zuwachs im April

Die BVZ berichtete online kürzlich zu den Plänen eines Gastronomen, sich in die ehemalige Café-Konditorei Kaiser einzumieten. „Er war bei mir am Gemeindeamt, im April will er eröffnen“, erzählte Schlager.

Und auch die ehemalige Bank Austria war Thema bei diesem Unternehmertreff. Das Land Burgenland ist seit zwei Jahren Besitzer des Gebäudes. „Dort kommen die Sozialen Dienste des Landes Burgenland rein“, konnte Schlager berichten. Da dies noch einige Zeit dauern könnte, wird in der Zwischenzeit eine andere Verwendung gefunden. „Wir haben die Zusage vom Land, dass wir bis zur Umsetzung das Gebäude nutzen können. Wir planen im Gebäude eine Pop-up-Ausstellung“, so Schlager.

Leerstände: Stadtgemeinde sucht Gespräch mit Besitzern

Die Leerstände waren naturgemäß ebenfalls ein Punkt bei der Diskussion. „Es wird eine Zusammenkunft mit den Vermietern geben“, so Schlager. Die Schaufenster von leerstehenden Lokalen sollen – nach Abstimmung mit den Besitzern – verschönert werden. „Ich denke da anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Stadtgemeinde an Motive mit ‚alten Ansichten‘, die die Schaufenster attraktiver gestalten werden“, berichtete Schlager.

„Eine Frequenz beim Viadukt bringt der Innenstadt nichts“

Die Stimmung bei den Unternehmern war durchwegs positiv, Kritik blieb jedoch nicht zur Gänze aus, wobei das Thema „Frequenz in der Innenstadt“ aufs Tapet gebracht wurde. Konkret handelte es sich dabei um die Veranstaltungen in Mattersburg zum 100-Jahr-Jubiläum. „Von diesen sechs Veranstaltungen findet nur eine in der Innenstadt statt. Eine Frequenz beim Viadukt bringt der Innenstadt nichts“, hielt Ben Perner fest. Beim Viadukt werden etwa der Kirtag, der Blaulichttag, eine Bundesheer-Angelobung und die Musiktage inklusive Nola Note veranstaltet.

Schlager und Dirnbauer entgegneten, dass die Events aus Platz- und Sicherheitsgründen beim Viadukt stattfinden.

Rudi Knotzer hielt dagegen, dass „wir am Veranstaltungsplatz ausreichend Platz haben. Dort wurden schon 1.000 oder mehr Leute bei Events untergebracht.“

Dirnbauer wies darauf hin, dass das ORF-Sommerfest im Stadtzentrum abgehalten wird und „es einige Veranstaltungen in der Innenstadt gibt. Wir haben zum Beispiel das Herbstfest vor einiger Zeit in das Zentrum verlegt.“

Peacock-Chef Holger Stefanitsch merkte an: „Vielleicht können wir doch noch die Soldaten bei der Angelobung in die Innenstadt holen.“