Polizist roch Cannabis bei Rad-Ausfahrt: Züchter verurteilt

Bezirk Güssing

Bei einer Ausfahrt mit dem Fahrrad hatte ein Polizist bei einem Haus im Bezirk Güssing einen verräterischen Geruch wahrgenommen. Bei einer Hausdurchsuchung wurde eine Cannabisplantage entdeckt.

Von Elisabeth Kirchmeir

Jahrelang baute der Frühpensionist Cannabispflanzen an. Jetzt wurde er verurteilt.

Jahrelang baute der Frühpensionist Cannabispflanzen an. Jetzt wurde er verurteilt.

© Shutterstock, meeboonstudio

Der Betreiber der Plantage, ein 50-jähriger Frühpensionist, musste sich wegen der Drogenzucht am 3. April 2024 vor Richterin Doris Halper-Praunias verantworten.

Er gab zu, von 2016 bis Februar 2024 insgesamt 64 Cannabispflanzen angebaut und die Blüten geerntet zu haben. „Ich habe das nur für mich gemacht“, sagte der Angeklagte. Er habe täglich ein Gramm Cannabis konsumiert: „Für meine Psyche und wegen der Schmerzen in der Hüfte und Knie“, sagte der Angeklagte.

Seit über zehn Jahren nehme er Tabletten gegen Depressionen und Abnützungserscheinungen in den Gelenken. Das Cannabis habe er zusätzlich „gezielt eingesetzt“, sagte der 50-Jährige.

„Sie nehmen Medikamente, die Ihnen der Psychiater verschrieben hat, und doktern dann selbst mit Cannabis herum!“, wunderte sich die Richterin.

Angeklagter: „Die Natur taugt mir“

„Die Natur taugt mir“, sagte der Angeklagte. „Ich baue auch andere Kräuter an.“ „Leider“ sei es in Österreich noch verboten, Cannabis selbst zu produzieren. „Ich rechne damit, dass es einmal so ist wie in Deutschland“, spielte der Drogenzüchter auf die kürzlich in Deutschland erfolgte Gesetzesänderung an, wo seit 1. April 2024 Erwachsene bis zu drei Cannabispflanzen für den Eigenkonsum anbauen dürfen.

Aufgeflogen war der 50-Jährige, weil ein Polizist auf die Plantage aufmerksam geworden war. „Im Zuge einer Radausfahrt nahm ich den Cannabisgeruch wahr“, berichtete der Beamte.

„Er hat einen guten Riecher gehabt“, meinte dazu der Angeklagte.

Polizei fand acht Pflanzen und 49 Gramm Cannabis

Am 27. Februar fand in seinem Haus eine Hausdurchsuchung statt, wobei acht Cannabispflanzen und 49 Gramm Cannabis sichergestellt wurden.

Bereits 2015 war der Südburgenländer wegen des Anbaus von Cannabispflanzen beanstandet worden. Damals hatte er eine Diversion mit einer Geldbuße bekommen und musste sich regelmäßig Harntests unterziehen.

Jetzt wurde er wegen der neuerlich aufgenommenen Cannabiszucht zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Der 50-Jährige muss sich einer Entwöhnungstherapie unterziehen und drei Jahre lang seinen Harn auf illegale Substanzen testen lassen.

Der Angeklagte nahm das Urteil an.