Nickelsdorfer Konfrontationen feierten 45. Jubiläum
Jazzfestival
Zum 45. Jubiläum der Nickelsdorfer Konfrontationen lassen Gründer Hans „Hauna“ Falb und sein Bruder Manfred Highlights der Festivalgeschichte noch einmal Revue passieren.
Die Nickelsdorfer Konfrontationen boten wieder Jazz vom Feinsten.
© Klaus Zwinger
Seit nunmehr zwanzig Jahren ist Nickelsdorf weitläufig als das österreichische Mekka der Rockmusik bekannt. Geschuldet ist dies selbstverständlich dem Nova Rock, welches alljährlich zehntausende Besucher in die Grenzgemeinde lockt. Dabei gibt es in Nickelsdorf seit bedeutend längerer Zeit noch ein weiteres Musikfestival. Die Konfrontationen, welche jedes Jahr von Größen der Jazz- und Elektronikszene bespielt werden, feierten am vergangenen Wochenende ihr 45. Jubiläum.
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Hans „Hauna“ Falb, seines Zeichens Gründer des Festivals und sein jüngerer Bruder Manfred, der seit 2008 einen bedeutenden Teil der Organisation stemmt, gewähren im Gespräch einen Einblick in die Organisation und geben einige Bonmots aus 45 Jahren Festivalgeschichte zum Besten.

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Als 26-Jähriger aus der Taufe gehoben
1980, als das Festival zum ersten Mal stattfand, war die Welt noch eine andere. Damals schrieb man Künstlern keine DM auf Instagram und hoffte auf eine schnelle Rückmeldung. Überhaupt war die Idee, in der beschaulichen Grenzgemeinde ein Musikfestival mit internationalen Größen zu veranstalten zu dieser Zeit vom Mensch noch ungekanntes Neuland.
Als Hans Falb 1976 mit 22 Jahren das Wirtshaus seiner Eltern übernahm, wusste er bereits, dass dafür ein großes musikalisches Netzwerk vonnöten sein wird. Und so nahm er telefonisch und mit Briefen Kontakt zu den Künstlern auf, die er bewunderte und lud sie nach Nickelsdorf in die Jazzgalerie ein. Langsam aber sicher wuchs Falbs Netzwerk – die Betonung liegt dabei auf langsam.

© Freiwillige Feuerwehr Jois
„Das war nicht so, als legt man einen Schalter um und auf einmal spielt Sun Ra in der Jazzgalerie“, so der 71-jährige Hans Falb heute. Bis zu den ersten Nickelsdorfer Konfrontationen gab es aber bereits eine Menge Clubkonzerte in Falbs Wirtshaus. Von Anfang an spielte auch die bildende und literarische Kunst eine Rolle bei dem Festival. So gab es von der ersten Ausgabe weg neben der oft frei improvisierten Musik auch Ausstellungen und Lesungen. Kein Geringerer als der Schriftsteller H.C. Artmann sollte bei den allerersten Nickelsdorfer Konfrontationen 1980 eine Lesung halten.
Bis heute ist dem Festival der familiäre Charakter geblieben. Rund 35 Leute sind in allen möglichen Rollen beteiligt. Diese reichen vom Transport der Künstler von und zum Flughafen, dem Bühnenaufbau, dem Kartenabriss, der allgemeinen Organisation bis hin zum Stimmen des obligatorischen Bösendorfer-Flügels. Für die Unterkunft sorgt die Gemeinde, die etwa im Turnsaal der Volksschule Schlafflächen zur Verfügung stellt.
Zukunft des Festivals offen
Ob es die Konfrontationen auch im nächsten Jahr wieder geben wird, lässt das Brüderpaar Falb unterdessen offen. Ein Festival mit einer solchen Vielzahl an Künstlern zu organisieren, ist schließlich harte Arbeit.