Im Burgenland wird noch intensiver für Kinder und Enkel vorgesorgt, als in anderen Bundesländern. Die Sparstudie der Erste Bank zeigt aber auch, dass gerne konservativ veranlagt wird. Dabei können schon kleine Beträge auf lange Sicht große Summen bringen - und das wird durch das „Zukunftsdepot“ des Bundes jetzt besonders interessant.
Christian Sagartz: „Macht euch frei vom Zwang“
Kandidaten persönlich
„Freiheit“ ist der Schlüsselbegriff im Wahlkampf von ÖVP-Spitzenkandidat Christian Sagartz. Und sein persönliches Stückchen Freiheit liegt im Südburgenland.
Ausgleich findet Christian Sagartz in seinem Weingarten in Inzenhof.
© Privat
In Inzenhof bewirtschaftet der Pöttschinger als Hobbywinzer einen 740 Quadratmeter großen Weingarten: „Ich bin ein Fan des Südburgenlandes, von der Landschaft und vor allem vom Uhudler.“ Vor 13 Jahren hat es sich ergeben, dass ihm ein Freund den kleinen Weingarten vermittelt hat. Hier baut Sagartz Trauben an und produziert im „total überschaubaren Rahmen“ Uhudler für Freunde und Bekannte. Er ist Mitglied im Uhudler-Verein, der fruchtige Uhudler-Frizzante aus Sagartz' Weingarten trägt das offizielle Etikett der Gemeinschaft.
Würde man einen Schlüsselbegriff für das Etikett für Christian Sagartz' Wahlkampf suchen, so würde dieser wohl „Freiheit“ lauten. „Freiheit“ im Gegensatz zu den „Zwangsmodellen der SPÖ, die alles verstaatlichen möchte“, wie der ÖVP-Spitzenkandidat kritisiert.
Das Projekt der Pflegestützpunkte nennt er ein „Zwangssystem, wo sich niemand mehr aussuchen kann, wer ihn persönlich pflegt“. Den Gemeinden will er mehr Freiheit schenken, um ihnen die Möglichkeit zu geben, „gute Lebensqualität für die Bevölkerung zu schaffen“. Die hohen Abzüge von den Ertragsanteilen würden den Gemeinden die Lebensader abschneiden, „denn das ist für viele Gemeinden mit Abstand die größte Einnahmequelle und es ist dramatisch, wenn plötzlich statt 35 Prozent über 80 Prozent abgezogen werden“, kritisiert Sagartz.
Es sei Aufgabe des Landes, dafür zu sorgen, dass die Gemeinden finanziell so ausgestattet sind, dass sie alle ihnen übertragenen Aufgaben erfüllen können. „Und dazu zählt auch, aus Gründen der Lebensqualität Bäume und Spielplätze zu erhalten“, ist Sagartz überzeugt. „Oder sollte die Gemeinde sagen: Es gibt jetzt keinen Spielplatz mehr?“
Persönlich wichtig ist ihm das Thema Gesundheit. „Ich habe eine Krebserkrankung hinter mir und weiß, dass Vorsorge eine wirksame Möglichkeit ist, um rechtzeitig Erkrankungen zu erkennen und bessere Heilungschancen zu haben.“ Mit dem Vorsorge-Tausender will er einen Anreiz schaffen, Prävention zu betreiben. Geld für diese Leistung, für den von ihm propagierten Wirtschaftsfonds oder die 10.000-Euro-Prämie für „das erste Eigentum“ will er aus einer „strategischen Verkleinerung der Landesholding“ lukrieren.
„Niemand braucht leere Busse“, spielt er auf die „400 Busse“ an, die das Land angeschafft habe. „Würde man die Hälfte verkaufen, weil man diese Linien auch mit privaten Betreibern bespielen kann, wären auf einen Schlag 60 Millionen Euro da.“
In seiner Reise durch die 171 Gemeinden des Burgenlandes habe er viele Menschen getroffen, „die nicht damit einverstanden sind, dass eine Partei oder eine Person zu viel Macht hat“, so Sagartz. „Der Burgenländer“ sei, meint er, „kein Mensch, der protestiert oder eine Revolution anführt. Aber in einem sind wir uns einig: Wir wollen, dass sich im Land vieles ändert...“ Deshalb lautet seine Aufforderung an die Wahlberechtigten: „Ihr müsst euch frei machen von diesem Zwang.“
Im Interview: Christian Sagartz über ...
... Dinge, die er als Regierungsmitglied ändern würde:„Da wäre die Abschaffung der Baulandsteuer, gekoppelt mit einer 10.000-Euro-Prämie fürs erste Eigentum. Ich möchte einen Wirtschaftsfonds für kleine und mittlere Betriebe ins Leben rufen. Und ich möchte den Vorsorge-Tausender etablieren: Wenn man alle Vorsorgeuntersuchungen gemacht hat, soll es eine Prämie geben.“
... mögliche Koalitionen:„Da halte ich mich strikt daran, was meine Kollegen der anderen Parteien sagen: Am 19. Jänner wird gewählt, dann wird verhandelt. Ich finde es positiv, dass niemand von einer anderen Partei ausgegrenzt wurde.“
... persönliche Konsequenzen, wenn das Wahlziel verfehlt wird:„Diese Überlegungen mache ich nach dem Wahltag. Dazu ist jetzt schlichtweg keine Zeit.“

© Wolfgang Millendorfer
... seinen Wahlkampf:„Ich bin kein Einzelkämpfer, wir führen einen Teamwahlkampf. Das sieht man in der Werbung: Am Plakat bin ich nicht als One-Man-Show, sondern mit vielen Weggefährten und Mitstreitern zu sehen. Das ist ein klarer Unterschied zu den anderen. Hofer ist eine One-Man-Show, wo dahinter ein zerstrittener Haufen ist. Bei der SPÖ ist die One-Man-Show durch den Landeshauptmann offensichtlich. Daneben haben alle zu kuschen.“
... seine Besuche in den 171 Burgenland-Gemeinden: „Gestartet habe ich mit meiner Burgenland-Rede im Juni 2023 und dann bin ich ab September in jede Gemeinde gefahren. In 14 Monaten habe ich alle 171 Gemeinden besucht.“
Sagartz in Kürze
Geboren am 16. Jänner 1981
Wohnt in Pöttsching
Familie... heißt für mich Zeit und Ausgleich von all dem Berufsalltag
In der Politikseit 2002
Persönliches Motto:Ehrlichkeit und Vertrauen ist die Basis für ein gutes Miteinander.
Das gibt mir Kraft:Mich begeistert, dass so viele Menschen ehrenamtlich anpacken.
Lieblingsmusik: „Viva la Vida“ von Coldplay
Dieses Buch lese ich gerade: „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari.