Christoph Schneider: „Die Wahl ist erst der Startpunkt“

Kandidaten persönlich

Der NEOS-Spitzenkandidat will es in den Landtag schaffen und dort direkt in die „konstruktive“ Opposition. Als angehender Papa bereitet sich Christoph Schneider auch privat auf ein spannendes Jahr vor.

Von Wolfgang Millendorfer

Motivator, im Fußball wie bei den NEOS. Christoph Schneider im Wahlkampf-Einsatz.

Motivator, im Fußball wie bei den NEOS. Christoph Schneider im Wahlkampf-Einsatz.

© Wolfgang Millendorfer

Als Spitzenkandidat ist Christoph Schneider vom Nationalrats- direkt in den Landtagswahlkampf gestartet, die pinke Aufbruchsstimmung will er befeuern und auch mit Kanten versehen: Etwas Aufsehen erregte schon die Ansage, dass die NEOS im Land nicht mitregieren, aber auf jeden Fall in die Opposition wollen.

Dazu nennt er gern das Bild des Schiedsrichters, der pfeift, wenn es ein Foul gegen die Bevölkerung gebe. Fußball-Vergleiche kommen bei Christoph Schneider nicht von ungefähr, kickte er doch ganze 17 Jahre lang für den früheren Erstligisten SC/ESV Parndorf. Heute ist er für seinen Heimatverein in Breitenbrunn am Feld, hier ist er auch Gemeinderat. Und mit seiner Lebensgefährtin bereitet sich Schneider auf eine neue Rolle vor, denn das Paar erwartet sein erstes Kind!

Im November 2021 wurde Schneider mit 100-prozentiger Zustimmung als Nachfolger von Eduard Posch zum NEOS-Landessprecher gewählt, seitdem hat man im Land Aufbauarbeit geleistet und sitzt auch in einigen Gemeinderäten. Der Sprung in den Landtag soll dieses Mal gelingen, sind Schneider und das Team überzeugt. Bis zum Wahlsonntag wird daher noch gelaufen, bei „Tür-zu-Tür-Aktionen“ versucht man, möglichst viele Menschen zu erreichen.

Im Interview: Christoph Schneider über ...

... seine Oppositions-Ansage:„Es braucht im Landtag endlich eine echte Kontrollkraft, die das rote Netz der SPÖ zerreißt und ein Gegengewicht zu ÖVP, FPÖ und Grünen ist. Als Kontrollkraft wollen wir als Schiedsrichter dort pfeifen, wo die anderen Parteien den Großteil der Bevölkerung wieder einmal benachteiligen. Wir werden aber auch dort konstruktiv an Lösungen mitarbeiten, wo es um gerechte Chancen im Land geht - für mehr Transparenz in der Landespolitik, für die besten Bildungsangebote oder auch für einen stabilen Wirtschaftsstandort, in dem die Jobs sicher sind und die Unternehmen mehr Luft zum Wirtschaften haben. Wir NEOS haben auf allen Ebenen gezeigt, dass wir Parlamentarismus ernst nehmen und mit allen Parteien zusammenarbeiten können.“

... sein Top-Thema im Wahlkampf:„Kontrolle und Transparenz - nur so schaffen wir es, dass die Politik wieder für die Gemeinschaft arbeitet, anstatt für ihre eigenen Parteifreunde. Und nur so kommt ans Licht, wo das Steuergeld versickert, das dringend zurück zu den Gemeinden und Familien gehört.“

... zentrale Punkte im NEOS-Programm:„Wir wollen ein Burgenland für alle Generationen, damit die Pflege und Gesundheitsversorgung wieder zurück in den Ort kommt und die Jugend endlich mehr Platz hat. Anstatt von Prestigeprojekten braucht es Primärversorgungszentren und Community Nurses in den Ortskernen. Und es braucht dringend mehr Öffi Angebote auch an den Tagesrandzeiten, sowie eine wirkliche Einbindung der Jugend in die Politik mit einem echten Jugendparlament. Die Kinder, die Pädagoginnen und Pädagogen haben sich verdient, dass die Gruppen in den Kindergärten kleiner werden und es in jeder Schule eine administrative Unterstützungskraft gibt. Die Lehrkräfte sollen ihren Job endlich zu 100 Prozent machen können.“

Christoph Schneider: „Die Wahl ist erst der Startpunkt“

© NEOS Burgenland, Stefan Sachim

... drei Dinge, die er im Land ändern würde:„Völlige Transparenz rund um die Landesholding, die 2,1 Milliarden Euro Schulden für uns alle bringt. Kleinere Gruppen in den Kindergärten, damit jedes Kind optimal gefördert wird. Leistbare Wohnungen und leistbare Energie, damit die Leute im Land besser mit ihrem Geld auskommen.“

... Energie für das Wahlkampf-Finale:„Ich bin dankbar für alle Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die gemeinsam mit mir jeden Tag auf der Straße und bei Tür-zu-Tür-Aktionen dabei sind. Wir merken, dass die Menschen etwas Neues im Landtag wollen. Jedes Gespräch und jede Diskussion - auch wenn sie noch so intensiv geführt ist - motiviert uns. Persönlich tanke ich bei meiner Familie sowie bei Spaziergängen mit meiner schwangeren Lebensgefährtin und unseren Hunden am Neusiedlersee Kraft.“

... den Tag nach der Wahl:„Ich sehe den 19. Jänner als wichtigen Startpunkt. Der Einzug in den Landtag wäre der erste Schritt, um langfristig positive Veränderungen im Burgenland zu bewirken. Unser Ziel ist es, über die Wahl hinaus kontinuierlich an Transparenz, Bildung und für unseren Standort zu arbeiten und das Burgenland Schritt für Schritt voranzubringen.“

Schneider in Kürze

Geboren am26. Jänner 1990
Wohnt in Breitenbrunn
Familie:in einer Partnerschaft
In der Politik seit2021
Persönliches Motto: In der Politik soll niemand Zaungast sein.
Das gibt mir Kraft: meine Lebensgefährtin und meine Familie
Lieblingsmusik: „Helden von heute“ von Falco
Dieses Buch lese ich gerade:aktuell keines – aber ich höre täglich Podcasts am Weg in die Arbeit