Mit fünf Verträgen sichern Land Burgenland und ÖBB Investitionen von insgesamt 109,55 Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau mehrerer Bahnstrecken und Bahnhöfe.
2,5 Jahre Haft für Cannabis-Dealer
Bezirke Baden/Neusiedl
Mehr als zehn Kilo Cannabisblüten verkaufte ein 41-jähriger Mann an seine Abnehmer. Jetzt muss der bislang Unbescholtene 2,5 Jahre Haft absitzen.
Angeklagter: "Wollte meinen Kindern etwas bieten."
© Foto: BVZ/Kirchmeir
„Alles, was ich zugegeben habe, trifft zu“, machte der 41-Jährige aus dem Bezirk Baden am 30. Oktober 2023 vor Richterin Sabine Stagl-Pateisky am Landesgericht Eisenstadt reinen Tisch.
Er hatte von April bis Juni 2018 gemeinsam mit Personen, deren Namen er nicht nennen wollte, im Bezirk Neusiedl, wo er früher wohnte, eine Cannabis-Indoorplantage betrieben. 184 Pflanzen wurden geerntet und daraus 14 Kilo Cannabisblüten gewonnen.
Aus dieser Ernte verkaufte der Angeklagte vier Kilo Cannabisblüten an fünf Fixabnehmer.
Gemeinsam mit einem weiteren Cannabisproduzenten baute er 2021 und 2022 in drei Durchgängen 208 Cannabispflanzen an und verkaufte den Ertrag.
Polizei erhielt einen „Zund“
2023 erhielt die Polizei einen „Zund“: Zwei Personen berichteten über Drogenverkäufe durch den Angeklagten.
Daraufhin sei, so Staatsanwalt Heinz Prinke im Anklagevortrag, Telefonüberwachung und die Observation des Fahrzeuges des Verdächtigen angeordnet worden.
„Konspirativ geführte Suchtgiftgeschäftsanbahnungen wurden aufgezeichnet“, berichtete der Staatsanwalt weiter. Die Kriminalpolizei erfuhr, dass für 31. Juli 2023 eine Übergabe in Wien geplant war.
Als der 41-Jährige am 31. Juli von Wien zurückfuhr, täuschte die Polizei eine zufällige Lenker- und Fahrzeugkontrolle vor. Im Auto des Verdächtigen wurden jedoch keine Drogen gefunden. Man ließ den 41-Jährigen weiterfahren.
Angeklagter hatte Kokain aus dem Fenster geworfen
Da dennoch der dringende Verdacht bestand, dass der Niederösterreicher Suchtgift bei sich hatte, wurde nach der Polizeikontrolle die unmittelbare Umgebung untersucht. Und tatsächlich fand man in der Nähe des Anhalteplatzes neun Gramm in Alufolie verpacktes Kokain.
Am 5. August 2023 hielt die Kriminalpolizei in der Wohnung des Verdächtigen im Bezirk Baden eine freiwillige Nachschau und fand 66 Gramm Cannabisblüten.
Der Mann wurde verhaftet.
„Hin und wieder habe ich mir etwas gegönnt“
Vor Gericht gab er zu, beim Cannabis-Anbau geholfen und Cannabisblüten verkauft zu haben. Selbst habe er immer nur Kokain konsumiert. „Nicht in Ausmaßen“, sagte er vor Gericht. „Hin und wieder habe ich mir so etwas gegönnt, so wie andere nach der Arbeit heimkommen und sich ein Bier aufmachen.“
Als „drogenabhängig“ würde er sich nicht bezeichnen.
Der Drogenverkauf habe sich, so der Angeklagte, 2021 „zu schleppen“ begonnen: „Die Abnehmer brachen weg“, sagte er vor Gericht. Im März 2022 übersiedelte er vom Bezirk Neusiedl in den Bezirk Baden. „Da hatte ich mit der Sache nichts mehr zu tun“, meinte er.
„Wollte den Kindern etwas bieten“
Warum er im Juli 2023, kurz vor seiner Festnahme, doch wieder damit begann, Cannabis zu verkaufen, erklärte der Vater von fünf Kindern im Alter zwischen 6 und 16 Jahren so: „Meine Kinder waren in den Ferien bei mir. Ich wollte ihnen etwas bieten. Nichts Großes, aber dass wir mal auf ein Eis gehen können.“
Mit einer eigenen Firma hatte der 41-Jährige Schiffbruch erlitten, zuletzt lebte er von einem Gehalt von zirka 800 Euro monatlich. Um die Geldsorgen zu lindern, verkaufte er im Juli 2023 neuerlich 134 Gramm Cannabis.
In der Wohnung des Angeklagten hatte die Polizei neben Drogen auch zwei verbotene Waffen gefunden, nämlich einen Schlagring und einen Elektroschocker, der wie ein Mobiltelefon aussah.
Zwei verbotene Waffen besessen
„Den Schlagring bekam ich von einem Freund geschenkt“, sagte der Angeklagte. „Das ist ein rostiges Überbleibsel.“ Den Elektroschocker habe er in Kleinhaugsdorf gekauft. „Der sah lustig aus“, meinte der Angeklagte. Beide Waffen habe er nie verwendet.
„Ich bin mir sicher, wenn man sich in österreichischen Haushalten umschaut, dass man da einige illegale Waffen finden wird“, erwähnte dazu die Verteidigerin.
Der Schöffensenat beriet über Schuld und Strafe. Und als das Urteil verkündet wurde, musste der bislang unbescholtene Angeklagte schlucken: Er wurde zu zweieinhalb Jahren Haft unbedingt verurteilt.
„Ich sehe jetzt zweieinhalb Jahre meine Kinder nicht?“
„Das heißt, ich sehe jetzt zweieinhalb Jahre lang meine Kinder nicht?“, fragte er die Richterin. Diese bezeichnete das Urteil angesichts des Strafrahmens von einem bis 15 Jahre als milde und wies darauf hin, dass der 41-Jährige bei guter Führung mit einer früheren bedingten Entlassung rechnen könne.
Der Cannabis-Dealer nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.