Ein Weg zu Freude statt Angst beim Essen

Klinik Kittsee

Wenn Schlucken manchmal Angst erzeugt: Wie Patientinnen und Patienten mit Dysphagie (Schluckbeschwerden) von der Logopädin der Klinik Kittsee mittels modernen Essens-Normen dabei unterstützt werden, wieder mehr Appetit und Freude am Mittagstisch zu finden.

Von BVZ Redaktion

Wollen Menschen die Freude am Essen zurückgeben. Logopädin Sylvia Kaltenhofer mit dem Küchenleiter (Optimamed) Marcus Rönsch.

Wollen Menschen die Freude am Essen zurückgeben. Logopädin Sylvia Kaltenhofer mit dem Küchenleiter (Optimamed) Marcus Rönsch.

© Gesundheit Burgenland/Barbara Jauk

Keinen Bissen runterbekommen: Schluckbeschwerden ­– Fachterminus: Dysphagie – sind ein häufig unterschätztes Leiden. Es kann unterschiedliche Gründe haben. „Oft sind die Ursachen neurologisch“, erklärt Sylvia Kaltenhofer, Logopädin in der Klinik Kittsee. „Häufig sind Dysphagien auch bei geriatrischen Patientinnen und Patienten zu beobachten – mit oftmals gravierenden negativen Auswirkungen auf die Betroffenen.“ Wenn beim Schlucken etwa Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge gerät, kann eine Lungenentzündung die Folge sein.

Die Logopädie bietet bei Schluckbeschwerden therapeutische Unterstützung. Um diese besser behandeln zu können, hat die Klinik Kittsee im März dieses Jahres Koststufen-Formen für Dysphagiepatientinnen und -patienten nach der internationalen Richtlinie IDDSI (International Dysphagia Diet Standardisation Initiative) eingeführt. Damit hat Kittsee unter den Kliniken der Gesundheit Burgenland eine Vorreiterrolle. Die IDDSI wurde 2013 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, eine global einheitliche Terminologie für adaptierte Flüssigkeiten und Speisen zu entwickeln, um die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Ein Weg zu Freude statt Angst beim Essen

© Gesundheit Burgenland/Barbara Jauk

Nahrung - eingeteilt in klare Klassen

„Viele entwickeln Ängste zu schlucken und verlieren den Appetit“, gibt Kaltenhofer zu bedenken. Was Patientinnen, Patienten und Angehörige oft nicht wissen: „Manche Menschen können bei Dysphagien zum Beispiel besser angedicktes als pures Wasser schlucken“, so die Expertin. IDDSI gliedert sowohl Flüssigkeiten als auch Nahrung in Stufen von null bis sieben. Jede steht für eine exakte Form – von dünnflüssig bis extrem dünnflüssig bei Flüssigkeiten und von breiig pürierter Kost bis hin zu Normalkost. Ist die passende IDDSI-Klasse einmal festgestellt, kann diese in die Patientenakte aufgenommen werden.

„Gemeinsame Sprache“ im Sinne der Patientinnen und Patienten

„Wenn Patientinnen und Patienten ins Pflegeheim oder in ein anderes Krankenhaus müssen, gibt IDDSI eine klare Auskunft über ihre Bedürfnisse, was Essen und Trinken anbelangt“, erklärt die Logopädin. Auch hausintern – etwa beim Wechsel von einer Abteilung in die andere – bringt die Norm Vorteile. „Es ist für alle wichtig, dass wir eine gemeinsame Sprache sprechen. IDDSI macht das möglich“, so Kaltenhofer abschließend.

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