Kittseer Primar zu ständigem Sodbrennen: Wann eine Operation nötig ist

Klinik Kittsee

Primarius Dr. Andrzej Sebastian Gasz, Vorstand der Abteilung für Chirurgie in der Klinik Kittsee, über Behandlungsmöglichkeiten bei Reflux.

Von BVZ Redaktion

Laut Primarius Andrzej Sebastian Gasz hat der Lebensstil einen enormen Einfluss auf die Entstehung von Reflux-Beschwerden.

Laut Primarius Andrzej Sebastian Gasz hat der Lebensstil einen enormen Einfluss auf die Entstehung von Reflux-Beschwerden.

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Ständiges Aufstoßen oder ein brennendes und drückendes Gefühl in der Magengegend: Sodbrennen betrifft zwischen zehn und zwanzig Prozent der Erwachsenen in Österreich und ist mittlerweile zu einer Volkskrankheit avanciert. „Der Übergang von punktuell auftretendem, harmlosem Sodbrennen zu Reflux ist oft fließend. Die Diagnose hängt von der Häufigkeit und der Intensität der Beschwerden ab“, erklärt Primarius Dr. Andrzej Sebastian Gasz, Vorstand der Abteilung für Chirurgie in der Klinik Kittsee.

Der Primar hat in den vergangenen Jahren in seiner Abteilung eine eigene Reflux-Ambulanz (Dienstag, 8 bis 12:30 Uhr und Freitag, 13.30 bis 15.30 Uhr) aufgebaut. Die gesamte Diagnosestellung erfolgt innerhalb der Ambulanz. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: von der Anamnese, über (endoskopische) Magenspiegelungen bis hin zu spezifischen Untersuchungen wie pH-Metrie, Manometrie, Kontrastmittelschluckuntersuchung oder Computertomografie.

„Wir bekommen Zuweisungen von Hausärztinnen und Hausärzten, aus anderen Kliniken, mittlerweile sogar aus Wien“, schildert der Primar. Insgesamt wurden 2024 in Kittsee 27 Reflux-Operationen durchgeführt. „99 Prozent der Fälle erfolgen laparoskopisch, extrem wenige offen. Der Vorteil dabei: die Patientinnen und Patienten können schon nach zwei Tagen wieder aus dem Spital entlassen werden“, betont der Chirurg.

Wann muss operiert werden?

Unbehandelt kann der ständige Rückfluss von Magensäure die Speiseröhre schädigen. Wird der Reflux über eine längere Phase nicht behandelt, kann dies der Speiseröhrenschleimhaut schaden, im schlimmsten Fall kann Krebs entstehen.

Schaffen andere Möglichkeiten, wie die medikamentöse Behandlung oder Änderungen des Lebensstils, keine ausreichende Linderung, dann erfolgt meist eine Operation. Die häufigste operative Methode bei Reflux ist die Fundoplikation. „Dabei wird der obere Teil des Magens um den unteren Teil der Speiseröhre gewickelt, um den Schließmuskel zu stärken und den Reflux zu verhindern“, erklärt der Primar.

Weitere Indikationen für eine Operation sind Medikationsresistenz, d.h. konservative Therapien zeigen keinerlei Wirkung. Auch bei schweren Refluxbeschwerden mit Geschwüren oder ersten Anzeichen einer Präkrebsphase, also einer Phase, in der Patientinnen und Patienten bereits krebsartige Veränderungen haben, ist eine Operation die Methode der Wahl.

Operiert wird auch bei wiederkehrenden oder chronischen Beschwerden, die trotz konservativer Therapie auftreten und bei Patientinnen und Patienten mit Zwerchfellbruch, wenn der Rückfluss durch eine Zwerchfellhernie verursacht wird und andere Behandlungsmethoden nicht ausreichen. Die Kombination von Reflux mit anderen Erkrankungen, zum Beispiel mit Asthma oder Zahnschäden, kann Operationen ebenfalls notwendig machen.

Lebensstil ändern, Beschwerden lindern

In vielen Fällen kann ein Reflux gut medikamentös behandelt werden. Zudem hat der Lebensstil einen enormen Einfluss auf die Entstehung der Beschwerden. Scharfe, fettige und säurehaltige Speisen sollten gemieden werden, da sie den Magen reizen können. Statt großer Mahlzeiten sind kleine Portionen empfehlenswert, um den Druck auf den Magen gering zu halten. Wichtig: Mindestens zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen essen, um nächtlichen Rückfluss zu verhindern. Das beliebte Mittagsschläfchen fördert Reflux ebenso wie Übergewicht, Alkohol, Koffein und Rauchen. Empfohlen sind auch Stressreduktion sowie regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Schon 10 bis 15 Minuten lockere Spaziergänge nach dem Essen können Abhilfe schaffen.