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Wenn die Blase nicht ganz dicht ist
Klinik Oberpullendorf
Ab 60 ist jede vierte Frau von Inkontinenz betroffen. In der Klinik Oberpullendorf gibt es ein breites Angebot an Unterstützung und Therapien.
Die Beurteilung des Beckenbodens, den Primaria Eva Pavelka hier auf einem Schaubild zeigt, ist eines von vielen Angeboten der neuen Spezialambulanz für Urogynäkologie in der Klinik Oberpullendorf.
© Gesundheit Burgenland
„Das Thema Inkontinenz ist leider noch immer ein Tabuthema“, weiß Primaria Dr. Eva Pavelka, Leiterin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe in der Klinik Oberpullendorf. Seit Kurzem gibt es dort eine Spezialambulanz für Urogynäkologie – mit der Möglichkeit, offen über das Thema zu sprechen. Inkontinenz kann nicht nur im Alter auftreten, sondern auch bei jüngeren Frauen, etwa in der Schwangerschaft, nach Geburten oder bei körperlich anstrengenden Berufen.
Vielfältiges Angebot
Die Klinik Oberpullendorf bietet
- Abklärung (Liegt eine Drang-Inkontinenz, eine Belastungs-Inkontinenz oder eine Mischform vor? Gibt es eventuell neurologische Ursachen?)
- Klinische/urodynamische Untersuchungen
- Beckenboden-Beurteilung
- Vernetzung mit niedergelassenen Physiotherapeutinnen und -therapeuten
- Verordnung von Bio-Feedback- oder Elektrotherapie
- Pessar-Anpassungen (Würfel/Ring) zur Behebung von Blasensenkungen
- Medikamentöse Therapien
- Senkungs- oder Inkontinenzoperationen

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Training für den Beckenboden
„Eines unsere Ziele ist es, das Bewusstsein für den Beckenboden zu stärken“, so Pavelka. Patientinnen werden dabei angeleitet und bekommen am Ultraschall gezeigt, wie sie den Beckenboden anspannen können. Gerade bei Belastungs-Inkontinenz, in der Schwangerschaft und nach Geburten spielt der Beckenboden eine wichtige Rolle. Bei Letzterem kann Inkontinenz auch vorübergehend auftreten. Wenn die Beschwerden aber nach drei bis vier Monaten nicht besser werden, ist eine Vorstellung in der urogynäkologischen Spezialambulanz sinnvoll. Pavelka: „Wir empfehlen Frauen, den Beckenboden zu trainieren. Viele glauben, dass das bei der Geburt kontraproduktiv ist, aber das ist ein Mythos.“
„Neuerziehung“ der Blase
Liegt eine Drang-Inkontinenz vor, dann zieht sich die Blase, wenn sie sich füllt, unwillkürlich zusammen, statt zu entspannen. Dadurch kommt es auf dem Weg zur Toilette zu Harnverlust. Pavelka: „Es gibt Frauen, die mir erzählen, dass sie alle Toiletten der Stadt kennen. Da hat die Blase dann das Kommando übernommen.“ Hier sei es notwendig, die Blase neu zu erziehen. Betroffene lernen, wie sie die Blase entspannen können, manchmal kommen Medikamente unterstützend zum Einsatz.
Die Gründe für Inkontinenz können also vielfältig sein. Doch egal, welche Ursache vorliegt, „niemand muss sich dafür genieren. Wir wollen Bewusstsein schaffen, Multplikatorinnen und Multiplikatoren sein und das Thema Inkontinenz enttabuisieren“, so Pavelka abschließend.