Mit Dr. Michaela Koppi bekommt Neudörfl eine neue, zweite Kassenärztin. Die Marktgemeinde stellt dafür die Bors Villa als Ordinationsstandort zur Verfügung und vermietet das Gebäude. Bis die Praxis eröffnet, sind allerdings noch Umbauarbeiten notwendig.
Wasserleitungsverband investiert in neuen Brunnen in Neudörfl
Kosten 4,8 Millionen Euro
Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) setzt in Neudörfl einen wichtigen Schritt zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung: Der Bau eines dritten Horizontalfilterbrunnens (HFB 3) hat begonnen. Mit der Baufeldfreimachung und Baustelleneinrichtung wurde bereits im März 2026 gestartet, die eigentlichen Brunnenbauarbeiten durch die beauftragte Firma beginnen Ende April, berichtet DI Lukas Kolla vom WLV.
Am Brunnenfeld in Neudörfl wird Ende April mit dem Bau eines dritten Trinkwasserbrunnens begonnen. Errichtet wird er vom Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV).
© google maps
Der neue Brunnen wird bis in eine Tiefe von rund 40 Metern reichen und damit gezielt tiefere Wasservorräte erschließen. Diese größere Ausbautiefe ist entscheidend, denn in Jahren mit besonders niedrigen Grundwasserständen – wie etwa 2022 und 2023 – stieß der bestehende Brunnen 1 an seine Grenzen und konnte nicht mehr zuverlässig betrieben werden. Der neue HFB 3 soll genau hier ansetzen und die Versorgung auch unter schwierigen Bedingungen für zumindest die nächsten 50 Jahre absichern.
Sichere Versorgung trotz sinkender Grundwasserstände
Ein erster Brunnen mit einer Ergiebigkeit von 200 l/sec wurde schon bald nach Kriegsende 1945 auf Neudörfler Boden, am sogenannten Brunnenfeld, errichtet. 1973 erfolgte die Inbetriebnahme des Brunnens Neudörfl II. Die bestehenden Brunnenanlagen in Neudörfl decken derzeit rund 60 Prozent des Trinkwasserbedarfs im Nordburgenland. Dieser Anteil wird durch den Neubau nicht erhöht, jedoch künftig noch zuverlässiger abgesichert.
Der Standort für den Brunnen wurde im Vorfeld sorgfältig bestimmt. Mittels geoelektrischer Untersuchungen und Erkundungsbohrungen konnte der optimale Punkt südlich des bestehenden Brunnengeländes ermittelt werden.
Brunnen ist Teil eines umfassenden Investitionsprogrammes
Der Bau eines solchen Brunnens erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst werden große Stahlbetonringe mit einem Innendurchmesser von 3,20 Metern an der Oberfläche zusammengesetzt. Durch das schrittweise Ausbaggern im Inneren sinkt der Schacht immer tiefer in den Boden, bis die Endtiefe erreicht ist. Am Grund wird der Schacht mit einer Betonplombe abgedichtet.
Anschließend beginnt die zweite Bauphase: Horizontal verlaufende Bohrungen werden ins umliegende Erdreich eingebracht, in die Filterrohre eingesetzt werden. Durch diese strömt das Grundwasser in den Brunnenschacht, von wo es mittels Tauchpumpen ins Wasserwerk gefördert wird.
Die Kosten für den neuen Brunnen belaufen sich auf rund 4,8 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt durch den Wasserleitungsverband, der als gemeinnütziger Verband nicht gewinnorientiert arbeitet. Sämtliche Einnahmen – etwa aus Wasserbezugsgebühren von derzeit 2,20 Euro pro Kubikmeter – fließen vollständig in Betrieb, Instandhaltung und Ausbau der Infrastruktur. Zusätzlich werden Fördermittel des Landes Burgenland sowie Fördermittel der kommunalen Siedlungswasserwirtschaft (Bundesministerium Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft) zurückgegriffen.
Der Brunnen ist Teil eines umfassenden Investitionsprogramms von über 400 Millionen Euro für die kommenden zehn Jahre. Ein Großteil davon wird in die Sanierung der bestehenden Infrastruktur investiert, darunter rund 3.000 Kilometer Leitungen, 52 Brunnen und zahlreiche Wasserbehälter.
Inbetriebnahme soll im Frühjahr 2028 erfolgen
Die Bauarbeiten am Brunnen selbst sollen bis Juni 2027 abgeschlossen sein. Bis zur geplanten Inbetriebnahme im Frühjahr 2028 sind jedoch noch weitere Schritte notwendig: der Bau eines Steuerhauses, die Installation von Mess- und Steuertechnik, die Stromversorgung sowie die Ausstattung mit Pumpen. Zudem werden neue Anschlussleitungen verlegt, um den Brunnen ins bestehende Netz einzubinden.
Nach Abschluss dieser Arbeiten kann der neue Brunnen seinen Betrieb aufnehmen und künftig einen entscheidenden Beitrag zur sicheren Wasserversorgung der Region leisten.