Das bringt das „Gemeindepaket Energiesicherheit“

Land & Burgenland Energie

Das Land und Burgenland Energie stellten am Donnerstag das neue „Gemeindepaket Energieversorgung“ vor, das Gemeinden, Umwelt und auch noch den Aktionären bringen soll.

Von Von Peter Wagentristl

Landesrat Leonhard Schneemann (in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil) und Burgenland Energie Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma präsentierten das "Gemeindepaket Energiesicherheit".

Landesrat Leonhard Schneemann (in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil) und Burgenland Energie Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma präsentierten das "Gemeindepaket Energiesicherheit".

© BVZ/Wagentristl

Landesrat Leonhard Schneemann sprach bei der Pressekonferenz am Donnerstag in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil als Aufsichtsratsvorsitzender der Landesholding Burgenland. Er betonte, dass Energieunabhängigkeit und Preissicherheit zentrale Themen für das Land seien – sowohl für Betriebe als auch für Gemeinden. Man sei stolz auf das Burgenland und dessen Landesenergieversorger.

Das bringt das „Gemeindepaket Energiesicherheit“

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Der Ausbau von Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie der Einsatz von Dach-PV-Systemen, Stromspeichern und erneuerbarer Wärmetechnologien stünden im Zentrum der Bemühungen. Gemeinden könnten von einem eigenen Energieangebot profitieren, sowohl in ökologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Durchschnittlich ließen sich mit dem Paket im Gemeindeschnitt jährlich 25.000 Kilogramm CO₂ und rund 2.000 Euro an Energiekosten einsparen. „Das zeigt: Wirtschaft und Klimaschutz sind miteinander vereinbar“, betonte Schneemann.

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Das Gemeindepaket Energiesicherheit im Detail

Das „Gemeindepaket Energiesicherheit“ ist auf fünf Gruppen unterteilt. Jeden dieser Teile können Gemeinden unabhängig voneinander in Anspruch nehmen.

  • Strom - PV-Anlagen & Speicher
  • Wärme - Umstellung auf Wärmepumpen
  • Effizienz - Monitoring und Steuerung der Energie
  • Mobilität - Errichtung von E-Ladestationen
  • Energiegemeinschaft - Gemeinde & Fanclub

Der Fokus liegt dabei aber auf Photovoltaik. Die Burgenland Energie übernimmt dabei die Investitionskosten für die Errichtung der Anlagen, die Gemeinde verpachtet dazu die Flächen für zwölf Jahre. Im Anschluss gehen die Anlagen zu hundert Prozent ins Gemeindeeigentum über.

Dafür beziehen die Gemeinden Strom zu einem Fixpreis „der unter dem aktuellen Marktwert liegt“ und obendrein gibt es auch noch eine einmalige Zahlung für die Gemeinden. Wie hoch dieser Bonus ist, hängt auch vom gewählten Fixpreis ab.

Heimatgemeinden von Sharma & Schneemann bereits im Gespräch

Das Angebot werde dabei individuell auf die Gemeinden abgestimmt. Mit einigen Gemeinde sei man bereits im Gespräch - darunter auch die Heimatgemeinden von Landesrat Schneemann, Unterkohlstätten, und Vorstandsvorsitzenden Stephan Sharma, Apetlon.

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Am Beispiel Apetlon rechnete Sharma auch die den potenziellen Nutzen für die Gemeinden vor. Mit dem Gemeindepaket könnte Apetlon zu 80 Prozent energieunabhängig werden, und sich jährlich 25.000 Euro an Energiekosten sparen. Dazu gebe es eine Bonuszahlung von 33.000 Euro, so das ansprechend klingende Angebot von Sharma an seine Heimatgemeinde.

„Weg aus der Abhängigkeit von Importen“

Sharma blickte auch auf die Energiegeschichte zurück und erinnerte an die Ölbohrungen im Jahr 1958 sowie an den Staatsvertrag mit Russland 1968, der Öl- und Gaslieferungen den Weg bereitete. „Aus heutiger Sicht war es ein Fehler, sich in Energiefragen vom Ausland abhängig zu machen.“

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Man muss es so deutlich sagen: Europa befindet sich in einem Krieg um Energie Energiereserven. Burgenland Energie-Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma.

Er verwies auf Öl- und Gaslieferungen als Druckmittel, sabotierte Pipelines, gebrochene Lieferverträge und wirtschaftliche Interessen der USA, die Europa in ein Abhängigkeitsverhältnis zu drängen. Außerdem: „Der Energiepreis in Europa ist aktuell um 200 Prozent höher als in den USA, was die Leistbarkeit in Zeiten von Rezession und Wirtschaftskrise erschwert.“

Energieunabhängigkeit 2030 „auf gutem Kurs"

Bis 2030 hat das Burgenland sich das Zeil gesteckt, energieautark und klimaneutral zu werden. Dabei sei man „auf gutem Kurs. Wir werden das Ziel aus heutiger Sicht einhalten“, rechnet Sharma vor: 2021 habe man bereits 50 Prozent erreicht, 2025 sind es bereits 62 Prozent sein.

Das bringt das „Gemeindepaket Energiesicherheit“

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Um die 100 Prozent zu erreichen, müssen auch die Gemeinden an Bord geholt werden - wozu das Paket einen Beitrag leisten soll: „Jede Kommune kann sich selbst mit Energie versorgen. Wind und Sonne sind ein verlässlich Partner – im Gegensatz zu politischen Akteuren wie Trump oder Putin“, sagte Sharma.

Aus 6 Megawatt sollen 60 werden - ungenütztes Potenzial auf Gemeindedächern

Aktuell seien PV-Anlagen mit einer Kapazität von rund sechs Megawatt auf Gemeindedächern installiert, das Potenzial liege jedoch bei bis zu 60 Megawatt. Der gesamte Ausbau im Rahmen des Gemeindepakets würde die Burgenland Energie rund 40 Millionen Euro kosten - im unwahrscheinlichen Fall, das tatsächlich alle 171 Gemeinden im Land mitmachen.

Bein Fanclub Burgenland konnten Gemeinden übrigens bereits vor dem Paket Mitglieder werden. Wie viele dieses Angebot bereits in Anspruch genommen haben, konnte Sharma auf Nachfrage nicht nennen.