Diskussion der Spitzenkandidaten: Drei Zufriedene und drei Geknickte

Landtagswahl 2025

Beim anstehenden Koalitionspoker ließen sich die Parteien noch kaum in die Karten blicken. Als potenzielle Junior-Partner boten sich der SPÖ sowohl FPÖ, ÖVP als auch Grüne. Einige News gab es bei der Diskussion der Spitzenkandidaten im ORF aber doch.

Von Von Peter Wagentristl

Die Spitzenkandidaten und die Spitzenkandidatin bei der ORF-Live-Runde.

Die Spitzenkandidaten und die Spitzenkandidatin bei der ORF-Live-Runde.

© Gregor Hafner

Unmittelbar nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnung traten die Spitzenkandidaten aller Parteien zum Live-Gespräch mit dem ORF an. Hans Peter Doskozil, Norbert Hofer und Anja Haider-Wallner traten dort - zwei davon trotz Verlusten - als Wahlsieger auf. Bei Christian Sagartz, Christoph Schneider und Geza Molnar war die Stimmung dagegen getrübt.

Doskozil: „So ein gutes Ergebnis der Sozialdemokratie gibt es sonst nirgends“

Nach dem obligatorischen Dank an alle Wahlkämpfer seiner Partei wies Landeshauptmann Hans Peter Doskozil auf die „schwierigen äußeren Rahmenbedingungen“ hin.

Wir können stolz sein, so ein Ergebnis hat die Sozialdemokratie sonst nirgends. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ).

Diskussion der Spitzenkandidaten: Drei Zufriedene und drei Geknickte

© APA/HELMUT FOHRINGER, HELMUT FOHRINGER

Er wolle nun mit allen drei neben der SPÖ im Landtag vertretenen Parteien Gespräche führen. „Dann schauen wir, wo es die größte Schnittmenge im Interesse des Landes gibt.“ Präferenzen wollte Doskozil noch nicht äußern.

Hofer: „Ich bleibe im Burgenland“

Am meisten Neuigkeitswert hatte die Stellungnahme von FPÖ-Spitzenkandidat Norbert Hofer. „Ich werde im Burgenland bleiben. Das heißt auch, ich werde nicht als Bundespräsident kandidieren“, erklärt er.

Bezüglich einer möglichen Koalition meint er: „Die Gespräche werden zeigen, was die Zukunft bringt.“ Mit den Grünen sei die SPÖ „auf Bundesebene sehr eng“, dafür gebe es mit der SPÖ im Burgenland eine Verfassungsmehrheit.

Die SPÖ verfolgt im Burgenland die gleiche Asylpolitik wie wir. FPÖ-Spitzenkandidat Norbert Hofer.

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© APA/HANS KLAUS TECHT, HANS KLAUS TECHT

Hofer bringt Parteichef Alexander Petschnig auch als Staatssekretär einer möglichen blau-schwarzen Bundesregierung ins Spiel. Ob Petschnig nach Wien gehe oder im Land bleibe, sei die Entscheidung des Landesparteichefs. „Ihm steht in Wien eine großartige Karriere bevor. Oder er bleibt im Burgenland. Das ist seine Entscheidung.“

Sagartz: „Hatte es gegen zwei bundespolitische Schwergewichte schwer“

Spitzenkandidat Christian Sagartz hat das historisch schlechteste Ergebnis der ÖVP im Burgenland zu verkraften: „Das ist eine Enttäuschung, da gibt es nichts schönzureden.“

Wir wollten Veränderung, aber dafür gab es keinen Willen in der Bevölkerung. ÖVP-Spitzenkandidat Christian Sagartz.

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Für die „ÖVP als Wirtschaftspartei“ sei es im Wahlkampf wichtig gewesen, Doskozils Wirtschafspolitik anzusprechen. Sagartz habe zudem Probleme gehabt, sich gegen „zwei Schwergewichte aus der Bundespolitik“ durchzusetzen, auch die „Rahmenbedingungen aus der Bundespolitik waren alles andere als Rückenwind.“

Nun gelte es die Gespräche mit der SPÖ abzuwarten. Zu möglichen personellen Konsequenzen äußerte sich Sagartz nicht im Detail.

Haider-Wallner: „Ein Felsbrocken vom Herzen gefallen“

Viele Freudentränen seien dagegen bei den Grünen geflossen, so Spitzenkandidatin Anja Haider-Wallner: „Es ist ein Minus, aber im Vergleich zu Umfragen und Einschätzungen von Analysten ein großartiges Ergebnis.“ Drei Themen wollen die Grünen künftig weiterhin im Landtag hochhalten: lebendige Ortskerne, Transparenz und Bodenschutz.

Mir ist kein Stein, sondern ein Felsbrocken vom Herzen gefallen. Grüne-Spitzenkandidatin Anja Haider-Wallner nach der ersten Hochrechnung.

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Die Grünen wollen jedenfalls „Verantwortung übernehmen“ und stehen für eine Regierungsbeteiligung zur Verfügung, so Haider-Wallner.

Schneider: „Gute Sichtbarkeit“

Die NEOS sind angesichts des verpassten Mandats nicht zufrieden. Spitzenkandidat Christoph Schneider zeigt sich dennoch „stolz auf mein Team und das, was wir geleistet haben.“

So viele Unterstützer haben wir noch nie gehabt, so sichtbar waren die NEOS im Burgenland noch nie. NEOS-Spitzenkandidat Christoph Schneider.

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Molnar: „Politastrologen haben suggeriert, dass wir es sowieso nicht schaffen“

Der Gründer der Liste Hausverstand, Geza Molnar, sieht die Schuld am schlechten Ergebnis auch bei der von ihm als „Schrottumfrage“ diffamierten BVZ-Umfrage von Dezember und „Politastrologen“.

Es wurde suggeriert, dass wir es sowieso nicht schaffen. Geza Molnar von der Liste Hausverstand.

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© APA/HANS KLAUS TECHT, HANS KLAUS TECHT

Humor ist, wenn man trotzdem lacht - das weiß Molnar scheinbar und sorgte mit Selbstironie für Schmunzler. „Ich möchte mich bei allen Wählern bedanken. Von der Zahl her geht es sich vielleicht sogar persönlich aus.“