Drei Abende lang stand der Festsaal der Volksschule Parndorf ganz im Zeichen der traditionellen Tamburizzamusik. Der Tamburizza-Verein „Ivan Vukovič – Parndorf“ lud von Freitag bis Sonntag zum Großen Tamburizza Herbstkonzert und durfte sich über einen großen Besucherandrang freuen.
Griff Asylwerber nach Waffe? Zeuge wieder nicht da
Laufender Prozess
Ein Zwischenfall in den Flüchtlings-Anhalteräumen in Nickelsdorf beschäftigt weiter das Gericht: Ein Soldat hatte angegeben, dass ein Asylwerber nach seiner Waffe gegriffen hatte.
Der 20-jährige Syrer blieb dabei: Er war es nicht, der nach der Waffe griff.
© BVZ/Kirchmeir
Bereits im Jänner war gegen den 20-jährigen Syrer verhandelt worden. Vorgeworfen wird ihm der Tatbestand des Widerstands gegen die Staatsgewalt. Er soll versucht haben, einem Soldaten dessen Glock 17 aus dem Holster zu entreißen.
Bereits im Jänner hatte sich der Syrer nicht schuldig bekannt. Jener Mann, der am Tag des angeblichen Vorfalls in Nickelsdorf im Rahmen seines Grundwehrdienstes im Assistenzeinsatz tätig gewesen war und den Vorfall zur Anzeige gebracht hatte, konnte wegen Krankheit im Jänner nicht zur Zeugeneinvernahme zum Gericht kommen.
Allerdings blieb er auch dem zweiten Verhandlungstag am 5. Juni 2024 fern - diesmal unentschuldigt.
Einvernehmen konnte die Richterin diesmal einen Polizisten, der bei der Fremdenpolizei tätig ist. „Der Bundesheerangehörige ist eine Stunde später zu mir in die Polizeiinspektion gekommen“, erinnerte er sich. „Er hat den Sachverhalt angezeigt.“
200 Flüchtlinge befanden sich damals in Nickelsdorf
Damals hätten sich 200 Flüchtlinge in den Anhalteräumen befunden. Betreut wurden sie von Bundesheer-Angehörigen.
„Der Soldat sollte die Asylwerber zur Expositur bringen. Er rief die Nummern auf, stand verkehrt an einem der Stockbetten, der Asylwerber soll von hinten gekommen sein und habe heftig am Holster gerissen“, schilderte der Polizist das, was ihm der Soldat am 22. Oktober 2023 erzählt hatte.
Der Soldat soll den Asylwerber dann weggestoßen haben, dieser habe „verwirrt dreingeschaut“, so der Polizist.
Später habe der Soldat den Polizisten jenen Asylwerber gezeigt, den er im Verdacht hatte, nach seiner Waffe gegriffen zu haben. „Er kam zu uns, sagte, das war er. Wir sprachen die Festnahme aus“, berichtete der Polizist.
Cousin des Angeklagten ist jetzt in den Niederlanden
Am ersten Verhandlungstag hatte der Angeklagte angegeben, seine beiden Cousins im Alter von 15 und 17 Jahren würden ihn entlasten können. Am zweiten Verhandlungstag teilte er mit, dass der Jüngere Angst habe, vor Gericht auszusagen. Der Ältere sei mittlerweile in den Niederlanden.
Die Richterin kündigte an, sie werde versuchen, mit den holländischen Behörden einen Termin für eine Videoeinvernahme zu organisieren. Der Prozess wurde auf Anfang Juli vertagt.