Raiffeisen Austrian Open: Rekorde fallen nicht nur auf der Laufbahn
Leichtathletik
Meetingdirektor Rolf Meixner zieht eine überwältigend positive Bilanz der Raiffeisen Austrian Open 2025 in Eisenstadt. Mit Weltklasseleistungen, übertroffenen Rekorden und internationalem Topniveau hat sich das Event endgültig in der europäischen Leichtathletik-Spitze etabliert.
Meetingdirektor Rolf Meixner mit Sprintstar Bryan Levell, der in Eisenstadt mit 9,82 Sekunden über 100 Meter für ein internationales Ausrufezeichen sorgte.
© Martin Ivansich
Was sich in der vergangenen Woche in der Leichtathletik-Arena in Eisenstadt abspielte, war für viele das Highlight des Leichtathletiksommers – nicht nur im Burgenland, sondern in ganz Österreich. Das Raiffeisen Austrian Open übertraf sämtliche Erwartungen. „Und die waren bei uns schon sehr hoch“, sagt Meetingdirektor Rolf Meixner im Gespräch mit der BVZ. „Aber sie wurden noch einmal übertroffen.“ Mit Weltmeistern, Europameistern, nationalen Rekordhaltern und gleich mehreren Meetingrekorden war die Veranstaltung sportlich das bestbesetzte Sommerevent des Jahres in Österreich.
Weltklasse-Show auf burgenländischem Boden
Die Zahlen bestätigen das: Gleich sieben Meetingrekorde wurden verbessert. Jamaikas Shootingstar Bryan Levell lief im Finale über 100 Meter in 9,82 Sekunden – schneller war in Österreich noch niemand. Gleichzeitig war dies die zweitschnellste 100 Meter-Zeit in diesem Jahr. Auch Ricarda Lobe und Maia McCoy sorgten für internationale Highlights. Das Programm in der Landeshauptstadt war herausragend, die Organisation ebenso. „Unser Kern-Team besteht aus acht Personen, alle machen das ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Das ist mit anderen Meetings gar nicht vergleichbar. Und trotzdem läuft's herausragend.“
Ein Vergleich: Das Meeting in Berlin, das wenige Tage später stattfand, spielte über den Ticketverkauf eine knappe Million rein. In Eisenstadt gab es gerade einmal 7000 Euro aus dem Ticketverkauf. Ein anderer Vergleich. Innerhalb von nur acht Tagen fanden drei hochkarätige Leichtathletik-Meetings in Madrid (19. Juli), Eisenstadt (23. Juli) und Berlin (27. Juli) statt. In vier Disziplinen waren alle drei Städte Austragungsort: 100 Meter Frauen, 800 Meter Frauen, 110 Meter Hürden Männer und Stabhochsprung Männer.
Wo gab es die besten Leistungen? Zweimal in Eisenstadt und je einmal in Berlin und Madrid. Ein Beleg dafür, dass Eisenstadt auf der Leichtathletik-Weltkarte durchaus seinen Platz gefunden hat. Das bestätigt auch der Blick auf die Zugriffe, sprich Fans, die via Stream oder TV live dabei waren. Waren es vor zwei Jahren noch 500.000 Views, explodierte das Raiffeisen Austrian Open dieses Jahr auf eine Reichweite von über zehn Millionen Menschen weltweit – über verschiedenste Plattformen. „Wir sind in Bereichen unterwegs, die man früher für völlig utopisch gehalten hätte“, so Meixner.
Wie kann man das noch toppen?
Die Latte liegt also hoch – sprichwörtlich und sportlich. „Das ist wie bei Weihnachtsgeschenken für Kinder“, lacht Meixner. „Nächstes Jahr muss es wieder etwas Neues geben. Vielleicht nicht größer, aber überraschender – mit anderen Facetten.“ Das sei der Zugang. Während 2024 der Stabhochsprung im Fokus stand und heuer die Sprintbewerbe dominierten, wolle man 2026 erneut neue Reize setzen. Die Planung? „Spätestens Anfang September starten wir offiziell, aber natürlich laufen im Hintergrund schon jetzt Überlegungen.“
Ein besonderer Stolz liegt für Meixner in der Regionalität: „Alle unsere Sponsoren kommen aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern. Die Stadt Eisenstadt, das Land Burgenland – alle machen großartig mit. Das ist ein Erfolg für die ganze Region. Das ist made in Burgenland!“ Die Entwicklung spürt man nicht nur beim Publikum, sondern auch im Nachwuchs. „Wenn ein Kind vom Sport fasziniert ist, weil es das hier live gesehen hat, dann ist das wahre Nachhaltigkeit.“
Dazu liefern auch die heimischen Athleten ihren Beitrag – wie wie Enzo Diessl, Lukas Weißhaidinger und Victoria Hudson, die allesamt mit Siegen glänzten – ebenso wie Lokalmatadorin Caroline Bredlinger, die Zweite wurde und nur einige Tage später den ersten rot-weiß-roten Sieg in Berlin seit 1971 holte (siehe Seite 44/45). Fazit? Die Raiffeisen Austrian Open 2025 waren mehr als ein Sportfest – sie waren ein Statement. Ein Statement, dass auch eine kleine Landeshauptstadt wie Eisenstadt zur großen internationalen Leichtathletik-Bühne werden kann. Und der Ausblick auf 2026? Meixner bringt es auf den Punkt: „Wenn wir es wieder gleich gut machen, dann haben wir schon gewonnen.“