Poly-Direktor: Mehr als „nur“ ein Pädagoge

Markus Stelzer

Markus Stelzer leitet seit diesem Schuljahr das Mattersburger Poly. Sein Tätigkeitsbereich reicht weit über das Unterrichten und die Schulleitung hinaus: Dazu gehören die Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern sowie deren Erziehungsberechtigten, der laufende Austausch mit Schulpartnern – etwa Unternehmen, dem AMS und der Wirtschaftskammer – ebenso wie die Zusammenarbeit mit den Schulen im Bezirk.

Von Helga Ostermayer

Am Faschingsdienstag waren selbstverständlich auch die Pädagoginnen und Pädagogen der Polytechnischen Schule verkleidet. Am Foto der neue Schulleiter Markus Stelzer mit Pädagogin Ulli Thomschitz.

Am Faschingsdienstag waren selbstverständlich auch die Pädagoginnen und Pädagogen der Polytechnischen Schule verkleidet. Am Foto der neue Schulleiter Markus Stelzer mit Pädagogin Ulli Thomschitz.

© H. Ostermayer

Markus Stelzer absolvierte nach dem Gymnasium in Mattersburg das Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien. „Nach dem Studium musste ich mich entscheiden, ob ich berufsmäßig in die Film- oder Medienbranche einsteige oder eine Karriere bei der Polizei oder in der Pädagogik einschlage. Geworden ist es letztendlich die Pädagogik, für die ich mich entschieden habe“, erzählt er.

Nach dem Abschluss der Pädagogischen Hochschule Burgenland startete er als Vertretungslehrer in einigen Volks- und Mittelschulen des Oberpullendorfer Bezirks. Dann arbeitete er in der Mittelschule Mattersburg sowie in der Volksschule Zemendorf, bevor er im Herbst 2021 an die Polytechnische Schule nach Mattersburg kam. „Hier unterrichtete ich römisch katholische Religion und habe mich in Fächerkunde Bau/Holz und Buchführung hineingearbeitet und diese beiden Fächer auch unterrichtet. Mir hat der Schultyp sehr gefallen und die Kollegen- und Kolleginnenschaft war großartig“, schwärmt der heute 32-jährige Pädagoge von seinen Anfangsjahren an der Schule.

Als der Schulleiter Markus Pöttschacher im Schuljahr 2024/2025 sein Amt zurücklegte, durfte Markus Stelzer an seine Stelle treten und dessen Aufgaben übernehmen, wie er sagt. Seitdem bilden neben seiner Unterrichtstätigkeit die tägliche Kommunikation mit den Schülerinnen und Schülern sowie den Erziehungsberechtigten, der ständige Austausch mit Schulpartnern - wie etwa Firmen, AMS und Wirtschaftskammer - sowie den Schulen im Bezirk seinen täglichen Arbeitsbereich. Privat ist der verheiratete Vater von zwei Kindern gelegentlich beim ASV Pöttsching am Fußballfeld im Einsatz. Gutes Essen und das Arbeiten an der frischen Luft bezeichnet er als seine beiden großen Leidenschaften.

Die Polytechnische Schule Mattersburg gibt es seit rund 50 Jahren. Heute werden an der Schule 68 Schülerinnen und Schüler von zehn Pädagoginnen und Pädagogen unterrichtet. „Vom Unterricht her sind wir sehr breitgefächert aufgestellt, um den Anforderungen des Arbeitsmarktes zu entsprechen, aber vor allem den individuellen Wünschen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden“, weiß der neue Schulleiter zu berichten. Fünf Fachbereiche, wie Bau/Holz, Elektro, Metall, Handel/Büro sowie Gesundheit/Schönheit/Soziales/Tourismus werden in eigenen Werkstätten unterrichtet. Aber natürlich auch die Hauptfächer Mathematik, Deutsch, Englisch und zu den Fachbereichen spezifische Fächer wie zum Beispiel naturwissenschaftliche Grundlagen und Technisches Zeichnen für die technischen Fachbereiche oder Buchführung und betriebswirtschaftliche Grundlagen für die Fachbereiche Handel/Büro und Tourismus. Zwei Wochenstunden sind außerdem für das Fach Berufs- und Lebenswelt reserviert.

Die Schule in Mattersburg besuchen zu 95 Prozent Abgänger aus Mittelschulen, wobei sich laut dem Schulleiter Mädchen und Burschen die Waage halten. „In den letzten Jahren bemerken wir, dass sich auch die Mädchen vermehrt für technische Fachbereiche entscheiden“, vermerkt der Pöttschinger. Das alte Klischee, dass Schülerinnen und Schüler einer Polytechnischen Schule dem Lehrpersonal mehr erzieherische Maßnahmen abverlangen als Kinder in anderen Schulen, kann der Schulleiter, der durchaus Erfahrung aus diversen Schulen mitbringt, ganz und gar nicht bestätigen. „70 bis 80 Prozent unserer Absolventinnen und Absolventen steigen nach der Schule in das Berufsleben ein und der Rest besucht weiterführende Schulen wie etwa die HAK oder eine HTL“, so Schulleiter Markus Stelzer.