Ladendieb ging auf Filialleiterin los: 2 Jahre Haft

Mehrfach gestohlen

Drei Diebstähle konnten einem 33-jährigen Slowaken nachgewiesen werden. In Eisenstadt wurde der mehrfach Vorbestrafte zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

Von Elisabeth Kirchmeir

Der 33-jährige Slowake muss weitere zwei Jahre im Gefängnis verbringen.

Der 33-jährige Slowake muss weitere zwei Jahre im Gefängnis verbringen.

© BVZ/Kirchmeir

Am 23. Februar 2026 war der 33-jährige Vater eines erst drei Monate alten Sohnes beim Lidl Markt in Kittsee beobachtet worden, wie er Waren im Wert von 30 Euro in seinem Rucksack verstaute. Er verließ den Supermarkt durch die Eingangstüre und wollte sich gerade auf sein Fahrrad schwingen, als ihn die Filialleiterin zur Rede stellte.

Der Ladendieb warf daraufhin sein Fahrrad in Richtung der Angestellten, diese stolperte. Kunden hatten die Situation beobachtet und griffen nun auch ein. Dem Ladendieb gelang dennoch kurzfristig die Flucht. Wenig später wurde er von der Polizei gestellt und in die Justizanstalt Eisenstadt eingeliefert.

Wegen räuberischem Diebstahl angeklagt

Weil der Täter gegenüber der Filialleiterin gewalttätig geworden war, klagte ihn die Staatsanwaltschaft Eisenstadt wegen räuberischen Diebstahls an.

Zu dieser Anklage kamen zwei Strafanträge aus Wien. Am 25. Oktober 2025 hatte der Slowake einem am Hauptbahnhof schlafenden Mann den Rucksack samt Gopro-Kamera, Magnetangel, Bargeld, Bankomatkarte und Reisepass gestohlen.

Am 12. Dezember 2025 wiederum hatte er in einer Hofer-Filiale in Wien Süßigkeiten im Wert von 19 Euro in seinen Trolley eingepackt und den Kassenbereich passiert, ohne zu zahlen. Er wurde von einem Mitarbeiter der Hofer-Filiale angehalten und zur Rede gestellt.

„Ich wollte Pfandflaschen zurückbringen“

Am Montag, 13. April 2026, bekannte sich der Ladendieb am Landesgericht Eisenstadt teilweise schuldig. Zum Diebstahl in der Lidl-Filiale in Kittsee erzählte er folgende Story: „Ich wollte Pfandflaschen zurückbringen, hatte den Bon aber verloren. Weil ich mit den Nerven schon fertig war, habe ich Waschmittel, Deo und Zahnpasta sowie ein Messer im Rucksack verstaut.“

Dann habe er mit dem Diebsgut flüchten wollen, jedoch habe ihn eine Verkäuferin festgehalten. „Sie rief die Polizei an, ich riss mich los“, so der Angeklagte. Die Filialleiterin hatte bei der Attacke des Angeklagten Schürfwunden an Ellbogen und Knie und eine Verletzung am Zeigefinger erlitten.

„Ich bin Vizeweltmeister im Boxen“

Angst müsse man vor ihm nicht haben, meinte der Angeklagte vor Gericht: „Ich bin Vizemeister im Boxen, aber nicht gefährlich.“ Er bestritt, sein Fahrrad auf die Filialleiterin geworfen zu haben. Wenn diese anderes behaupte, lüge sie, so der Angeklagte. „Hätte ich das Fahrrad nach ihr geworfen, hätte sie andere Verletzungen“, meinte der Angeklagte.

Der Schöffensenat hielt die Aussage der Filialleiterin für glaubwürdig. Der Slowake wurde zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.