Seit vier Jahren gibt es den Sonnenmarkt in Güssing. Die Bilanz fällt positiv aus, doch die steigenden Lebenshaltungskosten bringen immer mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis.
Sozialbetrug: Familienbeihilfe kassiert, Kinder lebten in Pakistan
Bezirk Güssing
Siebeneinhalb Jahre lang bezog eine Familie Familienbeihilfe, obwohl die Mutter mit den Kindern wieder in Pakistan lebte.
Die 53-jährige Familienmutter wurde jetzt wegen schweren Betrugs verurteilt.
© BVZ/Kirchmeir
77.000 Euro an Familienbeihilfe und Kinderabsetzbeträgen hatte die aus Pakistan stammende Familie zu Unrecht bezogen.
Der Familienvater war wegen dieses schweren Betrugs bereits verurteilt worden. Jetzt stand auch seine Frau vor Gericht. Sie hatte mit den Behörden kooperiert und bekanntgegeben, wann sie sich auf Urlaub in Österreich befinden würde.
Die 53-jährige Frau ist österreichische Staatsbürgerin, hält sich aber seit August 2007 mit ihren Kindern hauptsächlich in Pakistan auf, wo sich auch ihr Hauptwohnsitz befindet.
Ihr Gatte lebt hingegen im Bezirk Güssing.
Wohnsitzänderung hätte gemeldet werden müssen
Die Staatsanwaltschaft warf dem Ehepaar schweren Betrug vor. Von August 2007 bis Februar 2015 habe die Familie zu Unrecht Familienbeihilfe bezogen und das Finanzamt getäuscht. Das Ehepaar sei nicht seiner Verpflichtung nachgekommen, dem Finanzamt zu melden, dass die Mutter mit den Kindern gar nicht mehr in Österreich lebte.
„Das Geld wurde auf das Konto des Ehemanns überwiesen, der überwies es an seine Ehefrau weiter“, berichtete die Staatsanwältin.
77.000 Euro zu Unrecht bezogen
Der Ehemann wurde wegen des Betrugs bereits 2016 verurteilt. Er zahlt das zu Unrecht bezogene Geld jetzt in Raten zurück. Insgesamt belief sich der zu Unrecht bezogene Betrag auf 77.000 Euro, 20.000 Euro wurden in der Zwischenzeit ans Finanzamt zurücküberwiesen.
Die 53-jährige Ehegattin bekannte sich bei der Gerichtsverhandlung am Freitag, 23. August 2024, schuldig. „Es tut mir leid, wir haben einen Fehler bemacht und es wird nie wieder vorkommen“, sagte die unbescholtene Frau.
Sie wurde zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt und nahm das Urteil an.