Paukenschlag beim ASV Siegendorf: Vorstand tritt geschlossen zurück

REGIONALLIGA OST

Während der ASV sportlich zuletzt ein Erfolgserlebnis in Form des 1:0-Sieges im Abstiegskampf gegen Wiener Neustadt einfuhr, kracht es hinter den Kulissen. Am Dienstagnachmittag trat der komplette Vorstand des Traditionsvereins zurück.

Von Martin Ivansich

ASV Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr und der gesamte Vorstand des Regionalliga-Vereins erklärten am Dienstag geschlossen den Rücktritt.

ASV Siegendorf-Präsident Peter Krenmayr und der gesamte Vorstand des Regionalliga-Vereins erklärten am Dienstag geschlossen den Rücktritt.

© BVZ, Ivansich

Der Aufstieg des ASV Siegendorf, der im vergangenen Sommer BFV Cup-Titel und Meisterschaft in der Burgenlandliga feierte, ist freilich eng mit den Namen Peter Krenmayr und Stefan Strommer so wie deren Vorstandsteam verbunden. Jetzt droht dem Klub die Führungslosigkeit. Krenmayr, Strommer und der gesamte Vorstand des Regionalliga Ost-Vereins traten am Dienstagnachmittag geschlossen zurück. Hintergrund sei ein schwebender Konflikt mit der Gemeinde. Präsident Krenmayr: „Solange in der Gemeinde so gegen den Verein ASV Siegendorf gearbeitet wird, gibt es uns als Vorstand nicht mehr. Ich bin momentan nichts mehr beim ASV Siegendorf.“ Speziell Gemeindevorstand Gerhard Leidl ist dem zurückgetretenen Vereinsboss ein Dorn im Auge: „Der Herr Leidl hat sich vereinsschädigend geäußert und die Gemeinde hat sich hinter ihn gestellt. Das hat das Fass zum Überlaufen gebracht“, so Krenmayr, der ergänzt: „So eine Person hat für mich in einem Gemeindevorstand nichts zu suchen.“ Außerdem sei ein Darlehen (niedriger sechsstelliger Betrag), das Krenmayr und die Firma PAC dem Verein gegeben habe, per sofort fällig.

Der Ball liege jetzt für den 63-Jährigen bei Bürgermeisterin Rita Stenger. Die meinte im Gespräch mit der BVZ: „Wir haben davon erfahren, aber können dazu vorerst noch keine Stellungnahme abgeben. Das muss man zuerst intern besprechen.“ Auch Gemeindevorstand Leidl will vor einem offiziellen Statement erst einmal eine Sitzung, die sich mit dem ASV Siegendorf beschäftigen wird, abwarten. Die soll noch in dieser Woche stattfinden. Fakt ist, der Verein steht derzeit ohne Vorstand da, der weitere Spielbetrieb zumindest auf wackeligen Beinen. Das anstehende Derby am kommenden Freitag in Neusiedl soll aber zumindest noch programmgemäß stattfinden. „Die Gemeinde muss übernehmen“, so Krenmayr, der sich aber bei seinem (vorübergehenden) Abschied auch bedanken möchte. „Und zwar bei Alt-Landeshauptmann Hans Niessl, Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil und Sport-Landesrat Heinrich Dorner: „Ohne die Unterstützung vom Land hätte der ASV Siegendorf in den letzten Jahren nicht den Erfolg gehabt.“ Offen bleibt nun, wo die Reise des 93-jährigen Klubs hingeht. Das letzte Wort in dieser Causa ist mit Sicherheit noch nicht gesprochen. Am Zug ist nun die Bürgermeisterin und die Gemeinde Siegendorf.