Zwölf Länder, tausend Geschichten und Erfahrungen, die weit über das Reisen hinausgehen: Michael Pahr erzählt warum es sich lohnt, die Welt auf eigene Faust zu entdecken.
Dicke Luft im Oberwarter Gemeinderat
Politstreit
Die SPÖ will Geschäftsbeziehungen zwischen Stadt, Gemeindebediensteten, leitenden Mitarbeitern, sowie Stadt- und Gemeinderäten im Prüfungsausschuss offenlegen. Die ÖVP spricht von haltlosen Vorwürfen und reagiert mit einer Aufsichtsbeschwerde gegen die Obfrau des Prüfungsausschusses Katja Massing. Und damit ist es mit der Harmonie zwischen Türkis und Rot vorerst mal vorbei.
Im Oberwarter Rathaus weht derzeit ein rauer Wind.
© Bertie Unger
„So traurig die ganze Geschichte ist, kommt sie dennoch nicht überraschend, denn anscheinend steckt System dahinter“, betont Bürgermeister Georg Rosner. „Das ist Anpatzen ohne Beweise, Desinformation der Bevölkerung, Ablenken von eigenen Problemen und dem eigenen Unvermögen“, zeigt sich Rosner bestürzt, dass diese Causa an die Öffentlichkeit ging. „Diese haltlosen Vorwürfe, die hier an Medien gespielt wurden, sind mit nichts zu rechtfertigen“, sagt Georg Rosner und kündigt rechtliche Schritte an.
Stadträte und Gemeindebedienstete haben einen großen Informationsvorteil. Wir haben die Frage gestellt, wer Geschäftsbeziehungen hat und die Reaktion war eine Aufsichtsbeschwerde durch die ÖVP. SPÖ-Stadtrat Christian Dax.
„Diese Frage haben wir ganz ohne Vorwurf gestellt. Wir wollen wissen, ob Stadträte und Gemeindebedienstete in einer Geschäftsbeziehung mit der Gemeinde stehen. Da steckt kein System dahinter“, so SPÖ-Stadtrat Christian Dax.
ÖVP zählt weitere Vorwürfe auf
„Wie hier seitens der SPÖ mit der Amtsverschwiegenheit umgegangen wird, ist erschütternd. Es stellt sich die Frage, was genau diese populistischen, falschen und haltlosen Behauptungen bezwecken sollen“, betont Stadtparteiobmann Mario Raba in einer Aussendung. Und Raba verweist auf weitere Vorwürfe der SPÖ.
Im März 2023 wurde in der Parteiaussendung von Mängel bei Vergaben durch den Bürgermeister und dem Amtsleiter gesprochen. Keiner dieser Vorwürfe ist jemals belegt worden, es wurde ausschließlich Unsicherheit in der Bevölkerung geschaffen ÖVP-Stadtparteiobmann Mario Raba.
„Im September 2020 erfolgte der haltlose Vorwurf vom damaligen Stadtrat Hasler, dass im Rathaus beim Sommergewinnspiel nicht alles so gelaufen sein soll, wie es hätte sein sollen. Von Amtsmissbrauch und strafrechtlich relevantem Tatbestand war die Rede“, sagt Raba.
SPÖ versteht die Nervosität der ÖVP nicht
„Natürlich ist das ein heikles Thema, aber diese Frage ist legitim. Wir wollen Transparenz, wir wollen offen legen. Dass dies an die Öffentlichkeit gelangte, ist ja nichts Schlechtes. Da werden weder Details, noch Namen, noch Zahlen genannt. Ich verstehe die Nervosität der ÖVP und den Rundumschlag nicht. Das tut man nur, wenn man etwas zu verstecken hat. Wir haben offenbar die richtigen Fragen gestellt“, gießt Christian Dax noch etwas mehr Öl ins Feuer.
Ortschef vermutet einen Rachefeldzug
SPÖ-Gemeinderätin Katja Massing ist ehemalige Amtsleiterin, in deren Amtszeit es laut Bürgermeister zu Unstimmigkeiten kam. „Da musste ich am Ende die Reißleine ziehen“, sagt Georg Rosner. Jetzt ist Katja Massing Obfrau des Prüfungsausschusses.

© Norbert Husbauer
„Das ist ein Rachefeldzug von Katja Massing, der von der Parteiführung offenbar unterstützt wird“, sagt Georg Rosner. „Der Prüfungsausschuss ist ein Hilfsorgan des Gemeinderates. In der Arbeit des Ausschusses gibt es Mängel, daher die Beschwerde“, sagt Rosner.
„Die öffentliche Hand vergibt Aufträge, wir haben jedes Jahr eine Transparenzbericht, da steht alles drinnen. So etwas in den Raum zu stellen, ist letztklassig. Die Zusammenarbeit im Stadtrat ist gut, im Prüfungsausschuss funktioniert das nicht. Natürlich gibt es Mitarbeiter und Gemeinderäte die Geschäftsbeziehungen haben, aber das gilt auch für die SPÖ. Wir bevorzugen niemanden und das ist auch zu sehen. Das jetzt zu kriminalisieren, ist ein Wahnsinn“, so Rosner.