Drei Abende lang stand der Festsaal der Volksschule Parndorf ganz im Zeichen der traditionellen Tamburizzamusik. Der Tamburizza-Verein „Ivan Vukovič – Parndorf“ lud von Freitag bis Sonntag zum Großen Tamburizza Herbstkonzert und durfte sich über einen großen Besucherandrang freuen.
Neusiedler Stadtwein mit dem "Punk unter den Weinen"
Präsentation
Die Weingüter Haider, Hess und Koppitsch repräsentieren 2024 Neusiedl am See mit ihren Weinprodukten.
2. Vizebürgermeister Stefan Wögerer, Winzer Thomas Haider, Winzerin Maria Koppitsch, Vizebürgermeisterin Sabine Nyikos und Winzer Christoph Hess
© Birgit Böhm-Ritter
Eine Einladung goutiert man als gelernte Burgenländerin oder gelernter Burgenländer üblicherweise mit einem Gastgeschenk – und das fällt oftmals flüssig aus. Eine Flasche heimischen Weins hat man meistens vorrätig und ist schnell zur Hand. Auch für die Stadtgemeinde Neusiedl am See gilt Wein als repräsentatives Geschenk bei offiziellen Anlässen. So kürt man seit 2019 jedes Jahr nach einer Blindverkostung edle weiße und rote Tropfen aus Neusiedler Weingütern zum Stadtwein. Heuer gesellt sich zum Duo erstmals ein Naturwein hinzu. Jener wurde bei der Stadtwein-Präsentation als „Punk unter den Weinen“ angekündigt. „Auch wenn Naturweine polarisieren, wollten wir diesen neuen Trend folgen“, erklärte Amtsleiterin Judith Siber-Reiner, die durch die Veranstaltung im Weinwerk führte.
Erstmals Naturwein unter den Stadtweinen
Naturweine werden hierzulande oftmals noch belächelt, international sind sie aber stark im Kommen. Ein Neusiedler Traditionsweingut hat sich in der Szene bereits einen Namen gemacht und erregte vor einigen Jahren Aufsehen, weil Popstar Dua Lipa auf einem Foto mit dem Neusiedler Wein zu sehen war. Die Rede ist vom Weingut Koppitsch. Ihr Pat Nat wurde nun zum Stadtwein gekürt. „Wir haben uns irrsinnig über die Einladung gefreut und auch, dass die Stadtgemeinde so innovativ dem Trend folgt. Ich glaube, das ist einzigartig in den Weinbauregionen“, sagt Winzerin Maria Koppitsch. Gemeinsam mit Ehemann Alex führt sie seit 2011 das Weingut, dessen Wurzeln weit in der Geschichte zurück gehen, nachweislich bis ins 16. Jahrhundert.
Der Natur ihren Lauf lassen
Alexander Koppitsch ist ausgebildeter Weinbau- und Kellermeister. Im Laufe seiner beruflichen Entwicklung hat er sich immer mehr für die Biodynamik und die Frage, wie man Weingärten ganzheitlicher bewirtschaften kann, interessiert. Mittlerweile verzichtet man in den Weingärten komplett auf Schwefelzusatz und die Weine sind unfiltriert. Bewirtschaftet wird mit 5,8 Hektar eine relativ kleine Fläche, trotzdem werden die beliebten Naturweine aus dem Hause Koppitsch in 28 Länder exportiert. Als Credo in der Naturwein-Kultur gilt: „Der Natur einfach ihren Lauf lassen.“ Man wolle den Wein so wenig wie möglich beeinflussen, so spiegle der Geschmack am besten die Besonderheiten des Jahrgangs wider, beschreibt Maria Koppitsch: „Der Wein ist damit immer klarer Botschafter von Boden und Mikroklima“. Der Pet Nat ist übrigens ein Schaumwein. Pat Nat ist die Abkürzung des französischen Begriffs „Pétillant Naturel“ und bedeutet „natürlich perlend“.
Haiders Welschriesling aus „sonnenbegnadeter Lage“
Unter den eingereichten Weißweinen ist heuer der Welschriesling von Thomas Haider herausgestochen. Im Vorjahr durfte er den roten Stadtwein liefern, heuer punktete der Winzer mit seiner weißen Linie. Er glaubt, dass Weißweine im Nordburgenland ohnehin wieder stärker im Kommen sind, „so wie es früher eigentlich war.“ Noch produziert aber auch auf der 13,5 Hektar großen Anbaufläche 60 Prozent Rotwein. Sein ausgewählter Welschriesling Klassik Neuberg wächst auf einer „sonnenbegnadeten Lage“, wie Haider es beschreibt. „Die Reben wachsen mit einem Ausblick auf den See auf sehr tiefgründigen, mineralischen Böden und bringen sehr fruchtige, leichte Weißweine hervor.“ Der Welschriesling sei frisch und fruchtig in der Nase, am Gaumen sehr harmonisch und ein universeller Alleskönner, den man zu Speisen aller Art trinken könne.
Zweigelt mit typischer Aromatik aus dem Hause Hess
Der rote Stadtwein kommt von Christoph Hess. Er ist so etwas wie der Newcomer unter Neusiedls Winzern. Die Liebe zum Weinbau hat er von seiner Großmutter überliefert bekommen. Nach seiner Ausbildung in der Weinbauschule Klosterneuburg sammelte Hess in Neuseeland Erfahrung, bevor er als Kellermeister bei einem großen Weinbaubetrieb anheuerte. Seit 2018 führt er das Weingut am Neusiedler Hauptplatz selbstständig im Haupterwerb. Sein Zweigelt 2022 wuchs auf der Riede Langer Sauerbrunn. Die Böden dort seien bereits vom Leithaberg beeinflusst und würden einen schönen griffigen Zweigelt mit typischer Aromatik machen, erklärt Hess: „Mit schönen griffigen Tannin und Sauerkirsch-Note.“
Die Nachfrage des Stadtweins ist übrigens stetig gestiegen. Begann man 2019 mit 500 Flaschen weiß und 300 Flaschen rot, so hat man das Kontingent für 2024 bereits um je 1000 Flaschen gesteigert. Der Stadtwein ist in der Neusiedler Billa Plus-Filiale auch käuflich zu erwerben.