Großer Andrang und strahlende Gesichter: Der Weltspartag im Mittelburgenland hat auch in diesem Jahr wieder gezeigt, wie wichtig Vorsorge und Finanzbildung für Groß und Klein sind.
Archäologische Forschungen auf burgenländischem Boden im Fokus
Premiere für Tagung
Am 3. und 4. August veranstaltet der Verein EXORATA rund um Archäologin Manuela Thurner im Gedenken an Heimatforscher Josef Polatschek seine erste Tagung unter dem Motto „Alte Funde – neue Grabungen“ im Saal des Oberpullendorfer Rathauses.
Zum 40. Todestag des Heimatforschers Josef Polatschek - im Bild bei der Freilegung eines Skelettes im Juni 1970 - macht der Verein EXORATA Archäologie in Form einer Tagung nach außen sichtbar.
© Polatschek
„Den 40. Todestag des Heimatforschers Josef Polatschek, dem wir hunderte Fundmeldungen im Burgenland und die Wahrnehmung des Mittelburgenlandes als Eisenindustriezentrum vergangener Zeiten verdanken, nehmen wir zum Anlass, um die Archäologie in Form einer Tagung nach außen hin sichtbar zu machen, aber auch um gemeinsam die Vergangenheit zu besprechen und zu diskutieren“, unterstreicht Archäologin Manuela Thurner, die Organisatorin der 1. EXORATA-Tagung, die am 3. und 4. August über die Bühne geht.
EXORATA ist ein Verein für die „Archäologische Vermittlung in Schulen und Gemeinden“, der Vorträge,Workshops, Exkursionen, Zusammenkünfte und Diskussionsabende, Ausgrabungen und Archäologische Schulstunden organisiert. Der Name EXORATA stammt von einem Grabstein, den Vereinsgründerin Ela Thurner immer schon sehr faszinierend fand.
Die nunmehrige 1. EXORATA Tagung soll ein breites Publikum ansprechen - von Wissenschaftlern bis hin zu interessierten Laien und historisch interessierten Personen der jeweiligen Region, des jeweiligen Ortes, auf die sich einzelne Vorträge beziehen.
So stehen unter anderem Vorträge zur latènezeitlichen Eisenverhüttung im Mittleren Burgenland, der größten Rettungsgrabung im Südburgenland im Zuge des S7-Baus, zu 8.000 Jahre Keramik auf dem Siedlungsgebiet des heutigen Burgenlands, zur vergessenen Klosterruine im Wald bei Landsee, zu archäologischen Funden entlang der römischen Bernsteinstraße oder über eine Ausgrabung von 111 Gräbern in Leithaprodersdorf auf der Tagesordnung (Genaues Programm auf www.bvz.at). „ Jeder kann jederzeit kommen - es ist keine Anmeldung notwendig“, unterstreicht Manuela Thurner. Offizieller Start der Tagung, die am 3. August ab 8 Uhr im Saal des Rathauses Oberpullendorf stattfindet, ist um 8.30 Uhr mit der Begrüßung und Eröffnungsworten zu Josef Polatschek und seinem Vermächtnis. Von 8.50 bis 18 Uhr finden dann 14 Vorträge statt. Bei den Vortragenden handelt es sich hauptsächlich um Archäologen, aber es referieren auch Experten aus archäolgischen Nachbarwissenschaften wie Numismatik und Geologie sowie ein Lokalhistoriker und ein Keramiker.
„An der Erforschung unserer burgenländischen, archäologischen Vergangenheit arbeiten seit Jahrzehnten unterschiedlichste Institutionen, Wissenschaftler, Grabungsfirmen und engagierte Heimatforscher mit. Neue und alte Grabungen, Fundmaterialien aus 8000 Jahren Menschheitsgeschichte, Forschungen über Eisen, Münzen und Keramik werden präsentiert, sowie aktuelle Archäologieprojekte vorgestellt“, so Manuela Thurner.
Exkursionen im Mittelburgenland
Am 4. August finden dann Exkursionen statt. Treffpunkt ist um 8.30 Uhr im Eisenschauraum im Keller des Rathauses Oberpullendorf. Danach geht es zur Wanderung entlang der Römischen Bernsteinstraße, die der Verein zur Erhaltung der Römischen Bernsteinstraße anlässlich seines 35-jährigen Bestehens veranstaltet. Außerdem stehen Besichtigungen des Pingenfelds Unterpullendorf, des Töpfermuseums Stoob, der Ruine Landsee und der „vörös sánc“ in Lutzmannsburg am Programm.
8 Uhr: Open door Eintreffen der Gäste und Vortragenden
8.30 Uhr: Begrüßung, Eröffnungsworte zu Josef Polatschek und seinem Vermächtnis für die Archäologie im Burgenland (Manuela Thurner und Sigrid Strohschneider-Laue)
8.50 Uhr: Archäologie zeitgemäß vermitteln (Nikolaus Franz, Archäologie Burgenland)
9.20 Uhr: Die latènezeitliche Eisenverhüttung im Mittleren Burgenland - von Polatschek‘s Feldbegehungen zur ‘deserta boiorum‘ (Mario Wallner)
9:50 Uhr:Geoarchäologische Beiträge zur archäologischen Erforschung des Mittleren Burgenlandes (Erich Draganits)
10.20 bis 10.40 Uhr:Kaffeepause
10.40 Uhr: S7 Fürstenfelder Schnellstraße. Die größte Rettungsgrabung im Südburgenland (Michal Jan Sip)
11.10 Uhr:Highlights der archäologischen Feldforschung der Jahre 2007- 2024 in Nord- und Mittelburgenland (Dorothea Talaa)
11.40 Uhr: Polatschek: Seine burgenländischen Fundstellen als numismatische Quellen (Emmerich Szabo)
12.10 Uhr: 8.000 Jahre Keramik auf dem Siedlungsgebiet des heutigen Burgenlandes – Besondere Funde von Josef Polatschek und experimentelle Rekonstruktionen (Manuela Thurner, Marco Kainzbauer, Ceramico Campus Stoob)
12.40 Uhr bis 13.45 Uhr: Mittagspause
13.50 Uhr:G'schichtln aus der Bronzezeit. Grabung Leithaprodersdorf 2005-2015 (Violetta Reiter Culex-Kulturaustausch durch Raum und Zeit)
14.20 Uhr: Vom Föllik (Großhöflein) in der Frühbronzezeit nach Europa. Alte und neue Brotlaibidol-Funde in Ostösterreich (Gerhard Trnka)
14.50 Uhr:Untersuchungen zur Lokalisation von Grabhügeln im südlichen Burgenland (Sophie Sip)
15.20 Uhr: Die miozänen Bau- und Denkmalgesteine von Carnuntum, Vindobona und Scarbantia (Andreas Rohatsch)
15.50 Uhr bis 16.20 Uhr: Kaffeepause
16.20 Uhr: Ergebnisse der archäologischen Baubegleitung im Zuge der Neugestaltung des Burgmuseums Schlaining 2023 (Andreas Steininger)
16.50 Uhr: Das Vergessene Kloster im Wald (Monika Winter)
17.20 Uhr: Archäologische Funde entlang der Römischen Bernsteinstraße (Leo Kuzmits, Verein Römische Bernsteinstraße Mittelburgenland)
17.50 Uhr: Abschlussworte und Ausblick – Tagung 2025 (Manuela Thurner)
18 Uhr:Tagungsende Ausklang im Gasthaus Krail