2,5 Millionen Euro für neues Rathaus in Jennersdorf

Renovierung

Neueste Technik und angenehme Farben zeichnen das renovierte, barrierefreie Rathaus aus. Doch der Umbau verzögerte sich, die Baukosten explodierten. Einzigartige Überraschungsfunde aus der Vergangenheit sind bald im Foyer zu sehen.

Von Doris Hoefer

Amtsleiterin Roswitha Feitl und Bürgermeister Reinhard Deutsch im neuen Büro der Amtsleitung.

Amtsleiterin Roswitha Feitl und Bürgermeister Reinhard Deutsch im neuen Büro der Amtsleitung.

© Doris Hoefer

Es ist der Freitag vor der Eröffnung des neuen Rathauses in Jennersdorf, Amtsleiterin Roswitha Feitl ist in ihrem neuen Büro damit beschäftigt, die vielen Ordner in die neuen Schränke einzuräumen. Im ganzen Gebäude erledigen Handwerker noch letzte Handgriffe, auch im Standesamt wird das Büro bezogen und Bürgermeister Reinhard Deutsch und Vizebürgermeister Josef Feitl besprechen einen Technikplan. Das renovierte Gebäude empfängt die Besucher mit warmen Farben, Beige und Brauntöne und erdiges Grün in verschiedenen Nuancen ziehen sich durch alle Räume, dazu viel Holz und durch die großen Fenster strahlt Licht. „Der Umbau war höchst notwendig“, sagt Bürgermeister Reinhard Deutsch. „Wir haben das Gebäude mit neuester Technik, Beleuchtung und Medientechnik ausgestattet. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1960, seitdem ist wenig investiert worden. Es wurde komplett entkernt, wir haben hier 760 Quadratmeter, Technik, Wasser, Strom und PV-Anlage, alles wurde neu gemacht. Jetzt haben wir einen Trauungssaal der würdig gestaltet wurde“, sagt Deutsch.

Rechtsstreit mit Mieter verzögerte Umbau

Vor dem Umbau gab es mehrere Wohnungen im Obergeschoß. Durch einen Rechtsstreit mit einem Mieter, den die Gemeinde gewann, verzögerte sich der Umbau um zweieinhalb Jahre. In dieser Zeit sind die Baukosten explodiert, sie stiegen laut Reinhard Deutsch von 1,5 Millionen auf 2,5 Millionen Euro an.

Weitere Pläne waren nicht umzusetzen

Ursprünglich war geplant, Künstler:innen in die Gestaltung der Fassade einzubeziehen, das war finanziell schließlich aber nicht mehr umsetzbar.

Für das Interieur ist Vizebürgermeister Josef Feitl verantwortlich. Er ist gelernter Tischler und zusätzlich Obmann des Bauausschusses. „Ich bin sehr zufrieden mit den Farben und der Ausstattung, das wirkt sehr beruhigend. Es war auch mühsam, weil wir keinen Lift hatten, jetzt sind wir barrierefrei und im Sitzungssaal ist jetzt auch genug Platz für Zuhörer“, fühlt sich Amtsleiterin Roswitha Feitl im neuen Ambiente wohl.

Neugestaltung des Vorplatzes in Planung

Das Rathaus ist auch rückseitig zugängig, der Durchgang und das behindertengerechte WC werden auch nachts geöffnet sein. 20 Parkplätze für Mitarbeiter:innen und drei Ladestationen für Elektroautos werden bereit stehen. Auch die Neugestaltung des Vorplatzes zur Gemeinde ist in Planung. Im Rahmen der Renovierung, erzählt Bürgermeister Deutsch, machten Mitarbeiter eine interessante Entdeckung: „Wir haben Gustostückerl aus der Vergangenheit gefunden, die Dorftrommel und eine Trompete“. Diese werden zukünftig im Foyer ausgestellt. Außerdem wird es laufend Kunstausstellungen geben.

2,5 Millionen Euro für neues Rathaus in Jennersdorf

© Doris Hoefer