In der Stadtbücherei Mattersburg las Autor Michael kürzlich Hess aus seinem Buch „Gehessig“. Die Besucher erlebten einen abwechslungsreichen Abend mit humorvollen Sprachspielereien und nachdenklichen Texten.
Vom Parndorfer Tamburizza Orchester auf die Schweizer Opernbühne
Robert Maszl
Mit Robert Maszl hat sich ein Parndorfer Künstler in der Schweiz einen Namen gemacht. Der 43-Jährige ist seit rund 15 Jahren auf der Bühne des Luzerner Theaters zu sehen. Seine Leidenschaft für Musik und Gesang hat sich schon früh entwickelt. Welche Rolle dabei seine burgenland-kroatischen Wurzeln gespielt haben, wer ihn als Mentor auf seinem Weg zum Tenor begleitete, in welche Figuren er besonders gerne schlüpft und wie man ein Hörbuch produziert, hat er im Gespräch mit der BVZ erzählt.
Der Burgenland-Kroate Robert Maszl steht derzeit in der Rolle des Eisenstein in der „Fledermaus“ auf der Bühne des Luzerner Theaters.
© Ingo Höhn
Zwischen Weihnachten und Neujahr erwischte die BVZ den Parndorfer Tenor telefonisch im Winterurlaub in Oberstdorf im Allgäu (D). Gemeinsam mit seiner Frau und seinen drei Kindern verbrachte Robert Maszl die Ferientage am verschneiten Berg. Dabei sei er gar nicht so der Bergmensch, sagte er mit einem Lachen. Noch lieber verbringe er seine Zeit in Kroatien am Meer beim Schnorcheln. Vielleicht sind das seine Wurzeln, die ihn ans Gewässer ziehen. Robert Maszl ist Burgenland-Kroate und gerade die musikalische Tradition der Volksgruppe hat ihn geprägt und seinen künstlerischen Weg vorprogrammiert.
BVZ: Wann haben Sie die Freude an der Musik entdeckt?
Robert Maszl: Schon als 8-Jähriger war ich im Parndorfer Tamburizza Orchester „Ivan Vuković“ dabei. Die ganze Familie hat Tamburizza gespielt, alle Onkel, Tanten, Cousinen... Im Tamburizza Orchester, das später mein Vater leitete, entdeckte ich als Kind die Lust, auf der Bühne zu stehen. Mit dem Parndorfer Orchester war ich damals auch schon viel in Österreich und Kroatien unterwegs.
BVZ: Dabei ist auch Ihr Talent erkannt worden?
Maszl: Immer wieder traten im Tamburizza Orchester auch Sänger der Wiener Volksoper auf, einer war Joachim Moser. Er hat mich motiviert, eine Gesangsausbildung zu machen. Während meiner Lehre zum Elektriker nahm ich nebenbei Gesangsunterricht bei ihm.
Wenn ich dann mit der Hilti bei kalten Temperaturen auf der Baustelle gestanden bin, hab ich von einem Auftritt in der Oper geträumt. Robert Maszl
2001 bin ich schließlich am Konservatorium der Stadt Wien aufgenommen worden und habe dort Sologesang studiert.
BVZ: Haben Sie sofort gemerkt, dass Opernsänger Ihr Traumberuf ist?
Maszl: „A gmahde Wiesn“ war das nicht. Ich war sehr schüchtern. Ich war vom Land und habe ganz anders gesprochen als die Kinder aus den reichen Wiener Familien. Anders als zum Beispiel Daniel Serafin, der mit mir studiert hat. Immer wieder habe ich mir gedacht: „Vielleicht ist das nix für mich.“ Ich konnte auch nicht über meinen Schatten springen. Joachim Moser hat mich immer wieder motiviert, weiterzumachen.
BVZ: Wie hat es Sie schließlich in die Schweiz verschlagen?
Maszl: Über viele verschiedene Stationen wie die Volksoper Wien oder das Stadttheater Klagenfurt… Luzern fand ich sofort wunderschön. Ich hatte gleich das Gefühl, es wäre schön hier zu arbeiten und zu leben, wo andere Leute Urlaub machen.
Seit 2009 bin ich am Luzerner Theater Teil des Ensembles. Das ist eine lange Zeit und eigentlich ungewöhnlich, weil das Ensemble alle fünf Jahre mit einer neuen Intendanz wechselt.
BVZ: Sie konnten die neue Intendanz immer wieder von sich überzeugen. Sie treten aber auch manchmal auf anderen Bühnen auf, oder?
Maszl: Ja, meistens in der Sommerpause. Ich bin zum Beispiel 2014 bei den Bregenzer Festspielen in „Geschichten aus dem Wienerwald“ aufgetreten.
BVZ: Was fasziniert Sie an Ihrem Beruf?
Maszl: Ich liebe es, in Figuren einzutauchen und Gesang und Schauspielerei miteinander zu verbinden. Dabei möchte ich authentisch und nicht gekünstelt rüberkommen, wie man es manchmal von Opernsängern kennt.
BVZ: Um den Jahreswechsel waren Sie am Luzerner Theater in der Fledermaus zu sehen. Gibt es Rollen, die Sie besonders gerne spielen?
Maszl:Ja, den Tony aus der „West Side Story“ oder Leopold aus der Operette „Weißes Rössel“. Diese Rollen machen mir besonders Spaß.
BVZ: Abseits der Bühne haben Sie nun kürzlich ein ganz anderes Projekt umgesetzt und sind dabei sozusagen in ein dystopisches Deutschland der Zukunft gereist. Können Sie uns über Ihre erste Arbeit als Sprecher eines Hörbuchs erzählen?
Maszl: Ja, ich habe zum ersten Mal ein Hörbuch eingesprochen und produziert. Der Roman mit dem Titel „Hinter der Zukunft“ des deutschen Autors Thomas Eisinger ist am 10. Dezember als Hörbuch erschienen und ist auf den Plattformen Audible, Amazon und iTunes erhältlich. Es geht um ein Deutschland im Jahr 2035, in dem Pandemien und Klimawandel das Leben verändert haben.

© Lena Mandler, Lena***Mandler
BVZ: Mit welchen neuen Herausforderungen waren Sie beim Einlesen konfrontiert?
Maszl:Ich wollte den Text nicht einfach herunterlesen, sondern in die einzelnen Figuren schlüpfen, mit unterschiedlichen Stimmen sprechen und so die verschiedenen Charaktere herausarbeiten. Rufus Beck hat das vor Jahren bei den Harry Potter – Hörbüchern gemacht, er war ein bisschen mein Vorbild bei dieser Arbeit.
BVZ: Den Rezensionen zur Folge dürfte Ihnen gelungen sein, was Sie sich vorgenommen haben…
Maszl: Ja, das Hörbuch kommt gut an und es verkauft sich gut. Dass das so gut funktioniert hat, ist der engen Zusammenarbeit mit dem Autor Thomas Eisinger zu verdanken. Er hat mir für jeden Protagonisten einen Steckbrief mit familiärem Hintergrund und Charaktereigenschaften zusammengestellt.

© zvg/Maszl
BVZ: Einen Roman einzusprechen, ist ein langwieriger Prozess. Wie lange hat es gedauert, den Text einzulesen?
Maszl:Der Roman hat 550 Seiten. Die reine Audiozeit beträgt 21,5 Stunden. Für das Einlesen habe ich etwa die 3- bis 4-fache Zeit gebraucht. Man verspricht sich ja immer wieder, dann muss man korrigieren, oder auch Spannungspausen neu setzen.
BVZ: Wollen Sie in diesem Bereich weiterarbeiten?
Maszl: Ja, das könnte ich auf jeden Fall öfter machen. Besonders gut würden mir Jugendbücher oder Fantasy-Romane gefallen. Ich habe ja auch eine spezielle Sprecherausbildung dafür gemacht, um mir ein zweites Standbein aufzubauen.
BVZ: Wie oft zieht es Sie denn noch ins Burgenland, in die Heimat?
Maszl: Im Sommer bin ich meistens eine Woche in Parndorf.
BVZ: Kann man Sie hier auch künstlerisch erleben?
Maszl: Nach zehn Jahren habe ich Anfang November des vergangenen Jahres wieder bei Konzerten des Tamburizza Orchesters in Parndorf mitgewirkt. Es war ein Gefühl wie früher, es war wirklich sehr schön!
Robert Maszl (Jg. 1981) verdiente sich seine ersten Sporen als Musiker als 8-Jähriger im Tamburizza Orchester seines Heimatdorfes Parndorf. Von 2001 bis 2008 erhielt er seine Ausbildung zum Tenor am Konservatorium in Wien. Er gastierte in der Burgarena Reinsberg und der Volksoper, 2014 bei den Bregenzer Festspielen. Seit August 2009 gehört er zum Ensemble des Luzerner Theater. In der Spielzeit 2024/25 wird er unter anderem als Oberpriester in „Idomeneo“, als Hexe in der Wiederaufnahme von „Hänsel und Gretel“ und als Gabriel von Eisenstein in „Die Fledermaus“ zu hören sein.
Im Roman „Hinter der Zukunft“ von Thomas Eisinger wird ein dystopisches Deutschland im Jahr 2035 gezeichnet. Ein Generationenkampf entbrennt in einer Welt, in der die Klimakanzlerin mit CO2-Lebenskonten, unlösbaren smarten Armbändern und Kontaktbudgets unerbittlich regiert. Es ist aber nicht Zwang, der den Menschen die Freiheit nimmt, sondern der tiefe Wunsch, zur richtigen Seite zu gehören. Das Hörbuch, gesprochen von Robert Maszl, ist auf Audible, Amazon und iTunes erhältlich.