EKO Oberwart: Zwischen Leerstand und Vision

Ruine im Stadtzentrum

Wo früher reges Treiben herrschte, dominiert heute gähnende Leere. Das Einkaufszentrum Oberwart (EKO), 1984 auf dem Gelände des ehemaligen SC-Sportplatzes errichtet, war einst ein Paradebeispiel für innerstädtisches Einkaufen. Viele Oberwarter:innen erinnern sich noch an volle Geschäfte, bunte Schaufenster und Leben in der Lehargasse. Diese Zeit ist lange vorbei, doch nun könnte Hoffnung aufkeimen.

Von Bertie Unger

Visualisierung: So könnte das EKO in Zukunft aussehen.

Visualisierung: So könnte das EKO in Zukunft aussehen.

© Roman Karst

Das EKO war eine florierende Einkaufsmeile. Heute stehen von knapp 20 Geschäftseinheiten 19 leer. Nur ein Lokal ist übrig geblieben und diese große Leere mitten in der Stadt ist nicht nur ein Ärgernis für Passant:innen, sondern auch ein Hemmschuh für die Attraktivierung der Innenstadt.

Stadtgemeinde sind die Hände gebunden

„Als Gemeinde haben wir keine Möglichkeit, weil das Grundstück nicht uns gehört“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Das EKO wäre ein Top-Einkaufszentrum, aber der Eigentümer hat schon mehrmals gewechselt, da habe ich keinen Einfluss“, erklärt Georg Rosner. Die Stadt setzt seit Jahren auf die Attraktivierung der Innenstadt, leerstehende Geschäftsflächen in zentraler Lage sind da keine Hilfe. „Für die Innenstadt macht das EKO, so wie es jetzt ist, natürlich kein schönes Bild. Jede Veränderung begrüße ich“, so Rosner.

Eigentümer macht nun neue Hoffnung

Geht es nach dem derzeitigen Eigentümer, Roman Karst, wird das EKO aber wieder wachgeküsst. „Geplant ist ein Neubau mit Tiefgarage, mit vier Etagen und Dachausbau, vorgesehen für Kanzleien, Büros und Geschäfte“, sagte Roman Karst schon im April des Vorjahres. „Die ebenerdige Ladenzeile soll bestehen bleiben. Das Gesamtprojekt soll 30 Millionen Euro kosten“, meinte Karst schon im Vorjahr und gibt nun ein aktuelles Update.

„Die EKO–Investorengruppe besichtigt das Areal genau heute“, sagte Roman Karst am Montag Vormittag per Telefon. „Verträge mit stadtbekannten Architekten in Oberwart und in Wien wurde bereits abgeschlossen, die Pläne sind eigentlich fertig“, meint Roman Karst. Noch ist unklar, wann mit den Bauarbeiten begonnen wird. Auch Genehmigungen und Verfahren werden folgen müssen.

Doch klar ist: Sollte das Projekt wie angekündigt umgesetzt werden, könnte dem EKO ein zweites Leben eingehaucht werden – diesmal als modernes, gemischt genutztes Gebäude mit Nahversorgungs- und Dienstleistungsangebot.

Bis dahin bleibt es ein ungelöstes Kapitel der Stadtentwicklung. Eines, das die Oberwarter:innen täglich vor Augen haben.