Am Attersee fand das Tauchlager des Landesfeuerwehrverbandes statt. Auch Taucher aus dem Bezirk Mattersburg waren dabei.
Willi Grafl: „Seit 48 Jahren Wirt – bereue keinen einzigen Tag“
Schattendorf
Willi Grafl vom „Schattendorfer Weingasthof Grafl bricht eine Lanze für die Gastronomie: „Die wahren Freunde sind die Stammgäste. Schon für die lohnt es sich, Wirt zu sein“, so Gastronom.
Willi Grafl führt den Familienbetrieb seit 1983. Im Jahre 1990 benannte er das Gasthaus in „Weingasthof Wilhelm Grafl“ um.
© Richard Vogler
Die Gastronomie durchlebt wie viele andere Branchen aktuell keine einfache Zeit. Gestiegene Kosten, sehr schwierige Suche nach Personal und das Geld bei potentiellen Gästen sitzt nicht mehr so „locker“ wie Zeiten vor Corona. Die Folge ist, dass immer wieder Wirtshäuser zusperren und Ortschaften stehen ohne „Wirt'n“ da.
In Schattendorf scheinen die Uhren anders zu gehen. Die Gemeinde zählt rund 2.400 Einwohner und den Schattendorfern stehen vier Wirtshäuser zur Verfügung: Der Sonnenhof, das Gasthaus Reichl, das Gasthaus Harald Grafl und der Weingasthof Wilhelm Grafl.
„Der Siada“, wie der Weingasthof Wilhelm Grafl bei den Schattendorfern bezeichnet wird, ist ein Familienbetrieb, der 1928 eröffnet wurde. Willi Grafl übernahm das Wirtshaus im Jahre 1983 von Vater Ernst Grafl, seit 1990 heißt das Wirtshaus auch offiziell „Weingasthof Wilhelm Grafl“.
© zVg
„Bei der 'Wein-Schiene' waren wir damals eigentlich Vorreiter und haben ab 1990 auch erlesene Weine angeboten“, berichtet Willi Grafl.
Schon als Kind stand er „hinter der Budl“, seit seinem 15. Lebensjahr bewirtet er „offiziell“ die Gäste und der „Siada“ ist nach wie vor ein Familienbetrieb. „Meine Gattin Herta und ich bewirten die Gäste, Tochter Sonja und Schwiegersohn Rainer helfen aus, wenn sie gebraucht werden“, so Willi Grafl. Aktuell hat er die Öffnungzseiten aufgrund einer Erkrankung etwas eingeschränkt, dennoch ist er nach wie vor voller Tatendrang: „Ich bin zwar eigentlich schon in Pension, ich bewirte nach wie vor sehr gerne meine Gäste. Ich hoffe, dass Enkelkind Leo einmal das Gasthaus weiterführt.“
Und Willi Grafl will für die Gastronomen eine Lanze brechen: „Ich bin seit 48 Jahren Wirt und bereue keinen einzigen Tag davon!“, so der 68−Jährige, der auch eine negative Stimmung in Richtung Wirte ortet: „Über die Gastronomie wird oft negativ berichtet. Die Preise in den Wirtshäusern werden demnach immer teurer, ohne die Ursachen zu hinterfragen: Corona hat der Gastronomie sicherlich zugesetzt. Der Einkauf der Waren ist im Vergleich zur Zeit vor Covid gestiegen und war eine Zeit lang enorm hoch. Beim Frittieröl haben 20 Liter 40 Euro gekostet. Nach der Pandemie war der Preis schon einmal auf 160 Euro“, so Grafl, der anmerkt, dass sich die Preise wieder etwas „eingependelt“ haben. „Das Frittieröl kostet nun 70 Euro und auch die enorm hohen Energiekosten sind wieder gesunken.“
Sein Betrieb ist „fast energieautark. Ich habe eine Solaranlage, Photovoltaik und heize mit Pellets. So sind die Energiekosten nicht allzu hoch.“
Was Willi Grafl gegen den Strich geht: „Da gibt es viele geförderte Kantinen wie zum Beispiel beim ORF, sie können dort ein Menü um wenige Euro anbieten. Gerade der ORF wettert über die hohen Preise. Mit solch einem Preis kann die 'private' Gastronomie nicht mithalten.“„Das Rauchverbot
finde ich in Ordnung“ Bereits einige Jahre vor Corona wurde in der Gastronomie das Rauchverbot eingeführt. „Dies finde ich in Ordnung. Einige Betriebe halten sich jedoch nicht daran, dies darf nicht sein.“
Geht es nach Grafl, so sind oft „behördliche Auflagen Schuld daran, dass ein Wirtshaus keinen Nachfolger findet. Diese Auflagen gehören schleunigst geändert.“
Die Gastronomie hat mit Personalmangel zu kämpfen. „Wenn man im Service gut ist, verdient man auch gut. Ich denke, Saisonarbeit ist in Österreich zu empfehlen. Am besten nimmt man die Ehefrau oder Freundin mit, da bringt man den meisten Lohn dann mit nach Hause“, so Grafl mit einem Augenzwinkern.
Grafl würde seine Berufslaufbahn nicht anders machen. „Sollte ich noch einmal auf die Welt kommen, würde ich wieder Kellner und Wirt werden. Denn es gibt nichts Schöneres, als mit den Gästen 'Small Talk' zu führen. Die wahren Freunde sind die Stammgäste. Schon für die lohnt es sich, Wirt zu sein!“