Drei Gold-, drei Silber- und eine Bronzemedaille gingen 2026 an das Weingut Steiger.
BGO-Gruppe strukturiert um: Kündigungen bei „neudoerfler“
Schlechte Wirtschaftslage
Wirtschaftliche Herausforderungen in der Möbelbranche machen sich nun auch am Standort Neudörfl bemerkbar: Beim Büromöbelhersteller Neudoerfler Office Systems GmbH kommt es im Zuge einer umfassenden Neuausrichtung zu personellen Einschnitten, wird auf Anfrage der BVZ von der Presseabteilung des Unternehmens bekannt gegeben. Maßnahmen zur „Anpassung der Personalstruktur“ würden „in den kommenden Wochen und Monaten umgesetzt“ werden.
Neuausrichtung: Die plattenbasierte Möbelproduktion wird künftig verstärkt an den Standorten Waidhofen an der Ybbs und Eferding gebündelt. Der Standort Neudörfl wird zum Kompetenzzentrum für Akustik- und Sichtschutzlösungen weiterentwickelt. Foto: www.neudoerfler.com
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Wie viele Arbeitskräfte davon betroffen sind, wird nicht bekannt gegeben. Hintergrund der Maßnahmen ist laut der Muttergesellschaft BGO Holding, zu der Neudoerfler Office Systems seit Ende 2015 gehört, ein zunehmend schwieriges Marktumfeld. Rückläufige Nachfrage in Österreich und Deutschland sowie stark gestiegene Kosten machen eine strategische Neuausrichtung notwendig. Die Gruppe kündigte daher an, ihre industrielle und organisatorische Struktur neu aufzustellen, um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Standort Neudörfl soll zum Kompetenzzentrum für Akustik- und Sichtschutzlösungen werden
Im Zuge dieser Neuausrichtung wird die plattenbasierte Möbelproduktion künftig verstärkt an den Standorten Waidhofen an der Ybbs und Eferding gebündelt. Parallel dazu wird der Standort Neudörfl, der seit Unternehmensgründung als Headquarter der Marke neudoerfler dient, gezielt gestärkt: Geplant ist eine Weiterentwicklung zum Kompetenzzentrum für Akustik- und Sichtschutzlösungen sowie Stoffverarbeitung im sogenannten „FabLab“.
Umsetzung der personellen Maßnahmen erfolge in enger Abstimmung mit Sozialpartnern
Ein weiterer Zukunftsschritt für neudoerfler sei „Officebox“. Mit „Officebox“ werden vorkonfigurierte Büromöbel-Sets auf den Markt gebracht. Damit wolle man neue Kundensegmente erschließen und auf den Wunsch vieler Unternehmen nach einfacheren, schnelleren und preistransparenten Bürolösungen eingehen.
„Aufgrund der zuvor genannten Marktentwicklungen und der strategischen Neuausrichtung ist auch eine Anpassung der Personalstruktur, insbesondere bei neudoerfler, notwendig“, heißt es von der Pressestelle. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolge in enger Abstimmung mit den Sozialpartnern. Zudem werde ein Sozialplan angewendet.
Die Geschäftsführung der BGO Holding betont, die Entscheidungen seien „im Bewusstsein ihrer Tragweite“ getroffen worden und dienten der langfristigen Stabilität und Zukunftsfähigkeit der gesamten Unternehmensgruppe.
2025 erwirtschaftete neudoerfler einen Umsatz von 51 Millionen Euro
Neben neudoerfler gehören auch Bene GmbH, hali GmbH sowie die BGO Montage und Logistik GmbH zur international tätigen Holding mit Sitz in Österreich. Innerhalb der Gruppe bündeln diese vier spezialisierten Unternehmen ihre Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Produktion und Planung über Montage bis hin zu Logistik.
2025 erwirtschaftete neudoerfler einen Umsatz von 51 Millionen Euro, während 2022 und 2023 noch Rekordumsätze mit jeweils fast 65 Millionen Euro erreicht wurden. Fast 50 Jahre führte Karl Markon den Betrieb. Seit 2023 leitet Geschäftsführer Maximilian Schubert das Unternehmen, das seit 2025 gemeinsam mit Geschäftsführer Manfred Huber geführt wird. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen rund 250 Mitarbeitende.
Bürgermeister Dieter Posch: Katastrophe für Betroffene, auch Gemeinde gehen dadurch Einnahmen verloren
Bürgermeister Dieter Posch gab auf Anfrage der BVZ ebenfalls eine Stellungnahme ab: „'Anpassung der Personalstruktur' heißt nichts anderes als viele Entlassungen. Die Menschen, die jetzt ihren Job verlieren sind aber nicht schuld an veränderten Marktanforderungen – sondern nur die Leidtragenden. Abgesehen von der wirtschaftlichen Katastrophe, die die Kündigung für sie und ihre Familien auslöst, gehen auch der Gemeinde wichtige Einnahmen verloren. Dass eine Kommune und ein sozialdemokratischer Bürgermeister dazu nicht applaudieren, liegt auf der Hand.“
Auf dramatische Weise werde jetzt einigen auch vor Augen geführt, „dass die populistisch gerne so bezeichnete soziale Hängematte plötzlich als wichtiges soziales Netz in Anspruch genommen werden kann, um unschuldig arbeitslos gewordene Menschen vor dem Ruin zu schützen“, so der Bürgermeister.