Rachlin & Radutu zu Gast am Theresianum: Jugend spielt die erste Geige

Schul-Workshop

Stargeiger Julian Rachlin und Star-Pianistin Maria Radutu zu Gast am Theresianum Eisenstadt: Der Nachwuchs bekam ein kleines Konzert im kleinen Rahmen und vor allem Tipps aus erster Hand!

Von Wolfgang Millendorfer

Prominenter Musik-Workshop. Die Schülerinnen und Schüler mit Pianistin Maria Radutu (2.v.l.), Violinist Julian Rachlin (2.v.r.), sowie Musikpädagoge Peter Bauer, Theresianum-Direktorin Edith Straussberger und Musikpädagogin Angelika Berrini (vorne, v.l.).

Prominenter Musik-Workshop. Die Schülerinnen und Schüler mit Pianistin Maria Radutu (2.v.l.), Violinist Julian Rachlin (2.v.r.), sowie Musikpädagoge Peter Bauer, Theresianum-Direktorin Edith Straussberger und Musikpädagogin Angelika Berrini (vorne, v.l.).

© Wolfgang Millendorfer

Die etwas andere Schulstunde begann gleich sehr persönlich. Herbstgold-Intendant Julian Rachlin bot den Schülerinnen und Schülern das Du-Wort an und erzählte drauflos. Etwa, dass er schon als Kleinkind gewusst habe, dass er Musik machen möchte: Die Mutter Dirigentin und Pianistin, der Vater Cellist, „und viele Eltern wollen ja, dass die Kinder auch einmal ihren Beruf ergreifen – bei mir war das aber umgekehrt, weil sie wussten, dass Musik ein aufregender, aber auch verrückter Job ist“.

Der spätere Stargeiger und Intendant setzte sich mit seinem Berufswunsch bei den Eltern durch. Heute reist er über die Kontinente, und für mehrere Wochen im Jahr wird Eisenstadt zum zweiten Zuhause. Als Herbstgold-Intendant hält Julian Rachlin auch abseits der Festivalzeit den Kontakt zur Landeshauptstadt.

Und der Workshop, den er gemeinsam mit Pianistin Maria Radutu am Theresianum hielt, wurde zum spannenden Privatkonzert, das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern auch zum Erlebnis für die Pianistin und den Geiger.

Grenzen ausloten ... und immer fleißig üben

„Musik ist cool, die klassischen Komponisten waren auch lustig und wild!“ Nach diesem Motto gab's Duette und Einblicke. Maria Radutu, die heuer erstmals das Festival Keys to Heaven leitet, zeigte dabei etwa vor, wie man mit dem Klavier Grenzen bricht und ihm (mit den Fingern auf den Saiten) neue Töne entlockt. Rachlin hatte seine Stradivari mitgebracht.

Rachlin & Radutu zu Gast am Theresianum: Jugend spielt die erste Geige

© Wolfgang Millendorfer

Das Publikum setzte sich an diesem Nachmittag aus mehreren Musik-Klassen des Theresianums zusammen, und die Jugend hatte viele Fragen. „Wie kommen Sie damit klar, so viel Zeit auf Reisen zu verbringen?“, wollte ein Schüler von Rachlin wissen. „Das Flugzeug ist mein Zuhause. Ich kenne es nicht anders, wenn ich zwei Wochen in derselben Stadt bin, dann beginnt's schon zu jucken.“

Umso wichtiger sei die Zeit, in der man künstlerisch zur Ruhe kommen kann – und fleißig üben muss. Wie bringt man die tägliche Motivation dazu auf? „Angst vor dem Bühnenmoment ist immer eine gute Motivation“, lachte Maria Radutu, „aber oft stellt sich diese Frage nicht. Wenn man mit Musik aufwächst und sich auf die Konzerte freut, dann übt man einfach gerne.“

Und: Man dürfe sich nach dem Üben auch belohnen, zum Beispiel mit einem Fußballspiel im Fernsehen. Belohnung ist auch der Applaus. „Dafür lohnen sich diese Qualen.“ Das kam auch mit dem richtigen Ton beim jungen Publikum an – die angehenden Musikerinnen und Musiker wussten, was gemeint ist, sie bekamen hier schließlich Tipps aus dem echten Musikerleben. Mehr Motivation aus erster Hand geht fast gar nicht.

Und natürlich gab's auch eine Einladung ins Schloss – zu Radutus Keys to Heaven (26. bis 28. April, ein Preview gibt's schon am 21. März) und Rachlins Herbstgold (11. bis 22. September). Infos auf www.herbstgold.at und www.pianofestival.at