Sediment, also Schlamm, und nicht verwertbares Schilf fallen bei Arbeiten am Neusiedler See an. Forschung Burgenland, Technische Universität Graz und weitere Partner untersuchen, ob daraus Baustoffe und andere Produkte entstehen können. Ein begehbarer „Schilfraum“ in Winden am See zeigt erste Ergebnisse.
Eisweinlese zum Jahresbeginn
Sechs Winzer im Bezirk
Wer Eiswein lesen möchte, braucht starke Nerven und auch das notwendige Glück mit der Wetterlage. Eine Frostnacht von Sonntag auf Montag lieferte die nötigen Temperaturen, bei denen sechs Winzer im Bezirk den seltenen Eiswein ernten konnten.
Eisweinlese. Sechs Weingüter ernteten in der frostigen Nacht von Sonntag auf Montag ihre Trauben.
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Minus 7 Grad Celsius gelten als das erforderliche Mindestmaß, um Eiswein lesen zu dürfen - gleichzeitig muss Saft der Trauben ein Mostgewicht von mindestens 25 Grad Klosterneuburger Mostwaage (KMW) aufweisen. Strenge Vorgaben wie diese müssen selbstverständlich vor Ort von einem Kellereiinspektor überprüft und abgenommen werden, um die Qualität dieser Weinrarität sicherzustellen.
Christoph Hess aus Neusiedl am See ist einer von jenen sechs Winzern (Bio Weingut Haider und Weingut Helmut Lang in Illmitz, das Weingut Hafner in Mönchhof sowie die Weingüter Schneider, Beck und Hess aus Gols und Neusiedl), die in der Nacht auf den gestrigen Montag Eiswein ernten konnte. Als sich in der Wettervorschau abzeichnete, dass es in dieser Nacht so weit sein könnte, stellte er bereits seinen Wecker auf zwei Uhr und vermittelte seiner Lesemannschaft, in der Nacht das Telefon für den möglichen Anruf bereitzulegen.
Schließlich war es auch so weit: um vier Uhr Früh wurden die im Herbst hängen gelassenen Welschrieslingtrauben von einer achtköpfigen Mannschaft über zwei Stunden hinweg gelesen, auch der Kellereiinspektor war vor Ort und vergewisserte sich, dass alles der Ordnung entsprach.
„Der Vollmond am Samstag war wirklich ein entscheidender Punkt, denn klare Nächte bringen bessere Wahrscheinlichkeit für die kalten Temperaturen, die wir benötigen. Insofern bin ich natürlich sehr froh, dass wir das heute gemacht haben“, berichtete Hess gestern nach der Lese am Telefon. Seine letzte Eisweinlese liegt bereits zehn Jahre zurück, und auch wenn der Ertrag ein geringer ist (Hess macht den Ertrag von Eisweintrauben bei zehn bis zwanzig Prozent des Standardertrags fest), so macht es sich doch bezahlt, wenn man denn die Gelegenheit erhält.
Um 2.00 Uhr früh herrschten auch in Mönchhof ideale Bedingungen für die Eisweinlese: Bei –9 °C erntete Winzer Julius Hafner die Trauben für den Furmint Eiswein 2025. Der hohe Zuckergehalt von 27 °KMW unterstreiche die besondere Qualität dieses Jahrgangs und bestätige die hervorragenden Voraussetzungen dieser Nacht, meldete das Weingut. „Die Qualität ist heuer hervorragend – das Wetter hat perfekt mitgespielt. Wir freuen uns schon jetzt auf den Eisweinjahrgang“, zeigt sich der Winzer hochzufrieden.
Das Weingut Hafner ist untrennbar mit der Eisweingeschichte Österreichs verbunden: Vor 54 Jahren kelterte die Familie Hafner den ersten Eiswein Österreichs und setzte damit einen Meilenstein im heimischen Weinbau. Im kommenden Jahr feiert Österreich somit „55 Jahre Eiswein“ – ein Jubiläum, das die internationale Bedeutung und lange Tradition dieser einzigartigen Weinspezialität eindrucksvoll unterstreicht.
Aktualisiert am 6.1.2026 um 23.06
Eiswein zählt zu den edelsten und seltensten Weinstilen der Welt. Die Trauben verbleiben bis in den Winter hinein am Rebstock und werden erst bei Temperaturen von mindestens –7 °C gelesen. Durch das Gefrieren des Wassers in den Beeren entsteht beim Pressen ein hochkonzentrierter Most mit intensiver Frucht, natürlicher Süße und präziser Säure. Das Ergebnis sind außergewöhnlich langlebige Weine von großer Eleganz und Tiefe.