Für Ex-Stadtchef Geißler ist Oberpullendorf „Stadt der kurzen Wege“

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Oberpullendorf-Gästen empfiehlt der langjährige Bürgermeister Rudolf Geißler kein bestimmtes Ziel, sondern einfach, die Atmosphäre der Stadt zu genießen.

Von Michaela Grabner

Aus dem Mondscheinfänger wurde ein Krebsler. Der Krebslerbrunnen ist ein Wahrzeichen der Stadt und eine Reminiszenz an den Spitznamen der Oberpullendorfer, die als Krebsler bezeichnet werden. Oberpullendorfs ehemaliger Bürgermeister Rudolf Geißler ist gebürtiger Tschurndorfer, also dem Spitznamen nach ein Mondscheinfänger, fühlt sich aber längst als Krebsler.

Aus dem Mondscheinfänger wurde ein Krebsler. Der Krebslerbrunnen ist ein Wahrzeichen der Stadt und eine Reminiszenz an den Spitznamen der Oberpullendorfer, die als Krebsler bezeichnet werden. Oberpullendorfs ehemaliger Bürgermeister Rudolf Geißler ist gebürtiger Tschurndorfer, also dem Spitznamen nach ein Mondscheinfänger, fühlt sich aber längst als Krebsler.

© Michaela Grabner

Für den ehemaligen Bürgermeister Rudolf Geißler ist Oberpullendorf eine „Stadt der kurzen Wege“. „Man findet auf engstem Raum alles, was man braucht sowohl was die Versorgung für das Alltagleben betrifft und die Gesundheit als auch sportliche Aktivitäten. Unser Schwimmbad beispielsweise liegt mitten in der Stadt“, betont der gebürtige Tschurndorfer, der sich mittlerweile aber längst als Krebsler sieht und fühlt,

Ursprünglich hat ihn der Beruf nach Oberpullendorf gebracht, hier gehalten hat ihn dann aber letzlich die Liebe. Im Oktober 1978 hat Rudolf Geißler begonnen, auf der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf zu arbeiten, 1979 nahm er sich hier eine Wohnung und 1980 lernte er seine Frau Brigitte kennen. „Und damit bin ich 'picken' geblieben. Nachdem wir ein Paar geworden sind und unsere Kinder bekommen haben, war es fix für mich, dass Oberpullendorf Mittelpunkt für mich ist“.

Nach und nach brachte sich der Wahl-Oberpullendorfer immer mehr in seiner neuen Heimatstadt ein. Zuerst war er jahrelang Lektor in der Kirche, dann Obmann vom Männerchor. Sieben Jahre gestaltete er als Redakteur die Stadtzeitung „Unsere Stadt“, ehe er immer öfter selbst darin vorkam. Denn 1997 wurde er vom damaligen Bürgermeister Ernst Kulman nicht nur in den Gemeinderat geholt, sondern auch gleich zum Stadtparteiobmann der ÖVP auserkoren. Zunächst gestaltete Geißler Oberpullendorf als Stadtrat mit, ab 2002 dann als Vizebürgermeister und 2007 wurde er selbst zum Bürgermeister gewählt, ein Amt, das er bis 2022 ausübte.

Auf die Frage, welchen Oberpullendorfer bzw. welche Oberpullendorferin er besonders bewundert, kommt dem Literaturliebhaber gleich ein Name in den Sinn: „Da fällt mir auf jeden Fall Jutta Treiber ein, die seit Jahrzehnten sehr kreativ und produktiv ist“, meint Geißler. Im vorherrschenden künslerfördernden Milieu hätten es aber auch einige junge Kulturschaffende zeitweise zu großer Bekanntheit gebracht wie etwa Jonathan Reiner und Sabrina Rasztovits, aber auch Elisabeth Kulman, die sogar weltberühmt geworden sei.

Besondere Atmosphäre im Sommer

Oberpullendorf-Gästen empfiehlt Geißler kein bestimmtes ZIel, sondern einfach die Atmosphäre der Stadt zu genießen. „Historische Gebäude haben wir nicht oder nur ganz wenige wie die Franziskuskirche und die Bezirkshauptmannschaft. „Aber es ist auch vielmehr die Atmosphäre, speziell im Sommer von Schanigarten zu Schanigarten zu flanieren, die es ausmacht“, so Geißler.

Aus seiner Sicht hat sich Oberpullendorf im Laufe der Jahre in verschiedenen Bereichen einen Namen gemacht wie in den 80er-Jahren für die Geburtenstation. „Nach wie vor haben wir durch das Krankenhaus und eine erkleckliche Anzahl an niedergelassenen Ärzten einen guten Ruf im Gesundheitsbereich“, meint Geißler. „Wir waren dann bis einige Zeit nach der Jahrtausendwende bekannt für unser total buntes Einkaufsprogramm. Leute, die nach Oberpullendorf gekommen sind, haben gesagt, dass man bei uns echt toll einkaufen kann“, erinnert sich Geißler. „Das Einkaufserlebnis im Zentrum hat allerdings ein wenig gelitten. Oberpullendorf hat jahrelang den Slogan verfolgt, dass wir eine Einkaufsstadt sind. Vielleicht gehört überlegt, ob wir diesem Anspruch noch gerecht werden können in Hinblick auf den Kampf kleiner Unternehmen gegen große Handelsketten. Das Ziel könnte sein, eine Wohlfühlstadt zu sein.“

Persönliches
  • Jahrgang: 1958
  • Beruf: Beamter in Ruhestand
  • Familie: verheiratet mit Brigitte, 2 Kinder (Carina und Lukas), ein Enkel (Jonas)
  • Hobbys:Gartenarbeit, lesen, rätseln, Städtereisen, Seniorenbund
  • Ich lebe/arbeite in Oberpullendorf seit...24. Oktober 1978
  • Oberpullendorf in drei Worten:Kleinstadt mit Charme
  • Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf:Ich habe keinen ausgewiesenen Lieblingsplatz. Es gibt viele schöne Plätze in Oberpullendorf
  • Was ich mir für Oberpullendorf wünsche...Wachstum in einem gesunden Ausmaß
  • Wenn ich nicht gerade in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten in...Wien