Sängerin Elisabeth Kulman zwischen Retro-Kino und Eisenbahnschienen

Serie Puindoaf-Fans

25 Jahre, also ihr halbes Leben lang, stand die gebürtige Oberpullendorferin und international gefragte Mezzosopranistin Elisabeth Kulman auf der Bühne - unter anderem in Wien, Berlin, Paris und Tokio. Doch mehrmals im Jahr kommt sie immer noch gerne ins kleine Oberpullendorf zurück.

Von Michaela Grabner

Elisabeth Kulman liebt das Oberpullendorfer Kino. Kein Wunder also, dass sie genau dort im April 2024 gemeinsam mit Filmemacher Nikolas Lappas die Kinopremiere ihres Films "La Femme c'est moi" feierte.

Elisabeth Kulman liebt das Oberpullendorfer Kino. Kein Wunder also, dass sie genau dort im April 2024 gemeinsam mit Filmemacher Nikolas Lappas die Kinopremiere ihres Films "La Femme c'est moi" feierte.

© BVZ/Kovaschitz

Die ersten achtzehn Jahre ihres Lebens hat Elisabeth Kulman in der mittelburgenländischen Bezirkshauptstadt verbracht. Sie war Ministrantin, Mitglied der Schulband und der Pfarr-Musikgruppe „Arabesque“, sang im Kirchenchor und tanzte bei der Ungarischen Volkstanzgruppe „Piroska“, die von ihrer Mutter mehrere Jahre geleitet wurde.

Eine Oberpullendorferin, die Kulman seit ihrer Kindheit kennt und noch heute besonders bewundert, ist Viola Karal. Die Pianistin, Klavierlehrerin und Malerin erhielt vom Bundesministerium als Anerkennung für ihre Arbeit den Titel „Professor“ verliehen und ist Trägerin des Ehrenzeichens des Landes Burgenland. „Sie ist eine Universalkünstlerin mit unermüdlicher Schöpferkraft und liebevoller Hingabe zu den Menschen und der Kunst“, streut ihr auch Kulman Rosen.

Mehrmals im Jahr zu Besuch

Ihre Familie und ihre Freunde sind auch der Grund, warum Elisabeth Kulman immer wieder gerne nach Oberpullendorf kommt. „Meine 88-jährige Mutter lebt hier, mein Bruder mit seiner Familie im elf Kilometer entfernten Strebersdorf. Ich komme mehrmals im Jahr nach Oberpullendorf, um Familie und Freunde zu besuchen“, meint Kulman.

1991 hat sie Oberpullendorf verlassen, um in Wien zu studieren und wie sie sagt „die Welt zu sehen“. Und das hat sie. Denn nach ihrer Gesangsausbildung an der Wiener Musikuniversität, dem übrigens ein Sprachstudium in Russisch und Ungarisch vorangegangen war, stand sie als Mezzosopranistin weltweit in Opernhäusern und Konzertsälen auf der Bühne und verkörperte unter anderem zahlreiche Fachpartien wie Wagners Fricka und Waltraute, Carmen, Prinz Orlofsky, Orpheus, Herodias und viele mehr.

Bis zu ihrem Abschied von der Bühne im Oktober 2021, den sie im Liszt Zentrum Raiding feierte, war Kulman in vielen großen Stätden unterwegs. Was Oberpullendorf aus Ihrer Sicht von anderen Städten unterscheidet? „Oberpullendorf hat einen fantastischen Retro-Kinosaal, den es sonst nirgends gibt“, meint sie. Ein Oberpullendorf-Geheimtipp ist für sie auch ein Spaziergang entlang der alten Eisenbahnschienen.

Für die Zukunft plädiert sie dafür, die Einwohnerinnen und Einwohner zu versammeln, zu befragen und sich gemeinsam zu einigen, wie sich Oberpullendorf entwickeln soll. Elisabeth Kulman selbst wünscht der „Jubilarin“ Menschen, die einander mögen und eine gemeinsame Vision haben, einen lebendigen Ortskern mit Begegnungsmöglichkeiten und viel Grün.

Persönliches
  • Name:Elisabeth Kulman
  • Jahrgang:1973
  • Beruf: Sängerin
  • Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf: Fenyös
  • Was ich mir für Oberpullendorf wünsche… Menschen, die einander mögen und eine gemeinsame Vision haben. Einen lebendigen Ortskern mit Begegnungsmöglichkeiten. Viel Grün.
  • Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten…. auf Reisen