Seit vier Jahren gibt es den Sonnenmarkt in Güssing. Die Bilanz fällt positiv aus, doch die steigenden Lebenshaltungskosten bringen immer mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis.
Der „Pelikan über Güssing“ und die Wertschöpfung
Sonderausstellung
Das Jahr 2024 steht auf Burg Güssing ganz im Zeichen der Familie Batthyány. Das Adelsgeschlecht steht seit 500 Jahren in Verbindung mit der Burg und von der Sonderausstellung profitiert auch die Region.
Burg Güssing ist der Stammsitz der Familie Batthyány - und das ist er seit genau 500 Jahren.
© BVZ
Der Bezirk Güssing ist eine Region, die von Abwanderung geprägt ist. Die Burg Güssing gilt als touristischer Hotspot, der Wertschöpfung in die Region bringen kann. Und dazu braucht es Marketing. „Viele Leute bedeuten viele Chancen, wenige Leute wenig Chancen. Für den Ort und für die Region. So einfach ist das“, sagt Peter Stelzmayer, Chef des Gasthauses am Fuße der Burg. „Entscheidend sind die zahlenden Besucher. Nur rauf zu gehen und runter zuschauen ist zu wenig. Wenn die Burg belegt ist, dann ist auch in der Region alles belegt“, sagt Stelzmayer, der sich von der Sonderausstellung einiges an Wertschöpfung erwartet. Aber da ist noch etwas, wie er in seiner ironisch gemeinten Rolle als „Freiherr vom Marktplatz zu Güssing“ sagt. Als einer, der von nichts und niemandem abhängig ist. Das macht ihn unbequem.
„Tourismus ohne Bevölkerung funktioniert nicht. Da muss auch Mundpropaganda her. Nur ein paar Inserate zu schalten ist zu wenig. In Kitzbühel gibt es keine Pressekonferenz ohne Gams. In Güssing ist die Burg bei Pressekonferenzen selten bis gar nicht zu sehen. Die Burg wird zu wenig vermarktet. Welche Chancen hat die Region? Ich meine eine riesige, wenn der Tagestourismus mit der Burg funktioniert“, sagt Stelzmayer, der einst sogar beim Stanglwirt in Kitzbühel Ritterspiele organisierte. „Hier etwas zu sagen, ohne jemanden weh zu tun, das geht nicht“, sagt der Wirt am Fuße der Burg. „Ich will niemandem weh tun, aber darauf hinweisen möchte ich schon“.
Dass eine Ausstellung wie die der Batthyánys Zugkraft hat, das bestätigt auch Bürgermeister Vinzenz Knor. „Die Familie ist sehr bekannt und seit 500 Jahren mit Güssing verwurzelt. Wir hoffen, dass wir auch sehr viele Gäste aus Ungarn bekommen, denn davon profitiert die ganze Region“, sagt Güssings Stadtchef, der mit der Organisation der Ausstellung nichts zu tun hat. Für Familienoberhaupt Ladislaus E. Batthyány-Strattmann hat die Ausstellung ebenfalls enorme Bedeutung. Die Sonderausstellung „500 Jahre Magnatenfamilie-Batthyány auf Burg Güssing“ läuft vom 15. März - 31. Oktober 2024.