Spatenstich bei Schlumberger in Müllendorf

Spät, aber doch

Mit sechsjähriger Verzögerung starteten gestern die Bauarbeiten für die Produktionshalle von Schlumberger in Müllendorf. Beim Spatenstich knallten natürlich auch gleich die Sektkorken.

Von Peter Wagentristl

Zum Spatenstich knallten die Sektkorken. Mit dabei waren Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl, Landesrat Leonhard Schneemann in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Bürgermeister Werner Huf.

Zum Spatenstich knallten die Sektkorken. Mit dabei waren Schlumberger-Geschäftsführer Benedikt Zacherl, Landesrat Leonhard Schneemann in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Bürgermeister Werner Huf.

© BVZ, Peter Wagentristl

Statt mit dem Säbel wurde die Magnum-Flasche Schlumberger Sekt dem Anlass gemäß mit dem Spaten geköpft und die Baustelle für das Großprojekt feierlich eingeweiht.Gebaut wird in Müllendorf nun eine Produktions- und Abfüllanlage, in der künftig 35 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen. Der Betrieb soll spätestens Ende 2025 starten.

Dabei setze man auf Regionalität, versprach Geschäftsführer Benedikt Zacherl beim Spatenstich und startete auch gleich die Mitarbeitersuche: „Wir hoffen natürlich auf zahlreiche Bewerbungen aus der Region und natürlich auch aus Müllendorf. Bewerben Sie sich!“ Auch bei der Traubenverarbeitung setzt Schlumberger für den Sekt, der bisher schon „ausschließlich aus österreichischen Trauben produziert wird“, auf heimische Trauben.

Spatenstich bei Schlumberger in Müllendorf

© BVZ, Peter Wagentristl

Sehr zur Freude von Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann, der in Vertetung des erkrankten Landeshauptmanns sprach. Es profitiere nicht nur die Gemeinde durch Kommunalabgaben und die Region durch mehr Arbeitsplätze, sondern auch noch die Weinwirtschaft. „Wer es sich leisten kann, in schwierigen Zeiten zu erweitern, obwohl die Pandemie für Sekthersteller zuletzt keine leichte Zeit war, muss ein gesundes Unternehmen führen“, lobte Schneemann das Traditionsunternehmen mit Niederlassungen in Wien und Bad Vöslau.

Nicht minder freudig kommentierte Bürgermeister Werner Huf den Baustart. Er habe sich von Anfang an für die Ansiedlung von Schlumberger „in der Sonnengemeinde“ Müllendorf eingesetzt. Sicherlich werden hier bald einige Müllendorfer in der Sektproduktion arbeiten, freut sich Huf schon auf den Betriebsstart und die ersten Müllendorfer Sektflaschen von Schlumberger.

Nach seiner euphorischen Willkommens-Rede, merkte Harald Zagiczek, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur Burgenland (WIBUG), die den Businesspark betreibt, an: „Es ist immer schwierig, nach Herrn Huf zu sprechen. Erfolg ist von Personen abhängig“, so sein Lob an den obersten Gemeindevertreter und an den Schlumberger Vorstand - und natürlich auch an Land und die WIBUG. Generell hätten alle beim Projekt an einem Strang gezogen. Das sei auch das Erfolgsrezept der Gewerbegebiete des Landes: „Die Businessparks sind super!“

Spatenstich bei Schlumberger in Müllendorf

© BVZ, Peter Wagentristl

PV-Anlage soll kommen, nur Anschluss gibt es keinen

Beim Bau setzt man in Müllendorf auch auf eine PV-Anlage, hieß es bei der Pressekonferenz. Das betonten allerdings auch zahlreiche andere Hallenbetreiber im Businesspark, bisher gibt es auf den Dächern aber kein einziges Solar-Paneel. Nicht, weil die Unternehmen kein Interesse daran hätten, ihren Strom selbst zu produzieren, Kosten zu sparen und den Überschuss ins Netz einzuspeisen. Vielmehr scheitert es am Netz und dem Netzbetreiber: es gibt keinen Anschluss für den Businesspark. Bei der Burgenland Energie-Tochter Netz Burgenland hieß es Anfang April auf BVZ Anfrage, dass es dazu keine konkreten Pläne und kein Statement gebe.

Eigentlich hätten die Bauarbeiten für die Produkionshalle des ältesten Sektproduzenten Österreichs bereits vor sechs Jahren starten sollen. Nach Protesten gegen die Höhe des damals ebenfalls geplanten Hochlagers von bis zu 33 Metern wurde umgeplant, das Lager kommt nun nicht - jedenfalls noch nicht. Genügend Erweiterungsfläche hätte das Unternehmen jedenfalls.

Spatenstich bei Schlumberger in Müllendorf

© BVZ, Peter Wagentristl

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