Strompreiserhöhung bei der Burgenland Energie: Was steckt dahinter?

Vorschau: Story der Woche

Um 178% kletterte der Verbrauchspreis für Strom mit Jänner in die Höhe. Die BVZ versuchte herauszufinden, was die Hintergründe der Strompreiserhöhung sind. Eine Vorschau auf die aktuelle BVZ Story der Woche.

Von Elisabeth Kirchmeir

Mit zahlreichen Kundenanfragen sah und sieht man sich bei der Burgenland Energie konfrontiert.

Mit zahlreichen Kundenanfragen sah und sieht man sich bei der Burgenland Energie konfrontiert.

© BVZ, Millendorfer

Nachdem im Jahr 2022 die Energiepreise im Burgenland im Unterschied zu anderen Energieversorgern nicht unterjährig erhöht worden waren, erhöhte die Burgenland Energie den Verbrauchspreis für Strom per 1. Jänner 2023 um 178 %.

Mit 1. April 2023 bot die Burgenland Energie aufgrund der gesunkenen Großhandelspreise mit dem Fixpreis wieder eine Strompreissenkung an. Damit galt die Erhöhung des Jänners nur für drei Monate, heißt es seitens Burgenland Energie. Der Strompreis wirft dennoch weiterhin viele Fragen auf.

Pensionistin muss jetzt 913 Euro monatlich zahlen

Für eine 89-jährige Mittelburgenländerin war die Strom-Jahresabrechnung im März 2023 ein Schock: 1.148 Euro musste sie nachzahlen, die Vorauszahlungen wurden ihr mit elfmal 913 Euro vorgeschrieben. „Vorher hatte sie 187 Euro im Monat bezahlt“, sagte ihr Schwiegersohn zur BVZ.

Auf Empfehlung des Schwiegersohns wechselte die Pensionistin im März auf den von der Burgenland Energie angebotenen Fixtarif und hofft nun, sobald die Umstellung des Tarifs beim Stromversorger durchgeführt wurde, auf niedrigere Teilzahlungen. Bis es soweit ist, muss sie monatlich 913 Euro für den Strom überweisen.

Strompreiserhöhung bei der Burgenland Energie: Was steckt dahinter?

© Shutterstock, nevodka

Aufgrund der von Burgenland Energie gegebenen Rabatte und der Strompreisbremse gebe es für die Mehrheit der Kunden keine Erhöhung. Ein Drittel der Kunden habe sogar eine Gutschrift, heißt es seitens Burgenland Energie.

Andere Burgenland Energie-Kunden bekamen aber bereits im Jänner Teilzahlungsbeiträge vorgeschrieben, die bis zu dreimal so hoch wie die bisherigen Stromkosten waren.

Ausreichend Gründe für und Informationen über Preiserhöhung?

Ein im Februar 2023 präsentiertes Gutachten der Arbeiterkammer Tirol verwies darauf, dass Kunden über Preiserhöhungen „auf transparente und verständliche Weise“ informiert werden müssen.

Fraglich sei laut dem Gutachten, ob ein Stromlieferant mit einem hohen Anteil an eigener Stromerzeugung die gestiegenen Strompreise an sogenannten Spotmärkten, der Strombörse mit stündlich festgelegten Preisen, für seine Preiserhöhungen heranziehen darf.

Mehr zu den umstrittenen Strompreiserhöhungen der Burgenland Energie lesen Sie ab morgen in ihrer Printausgabe der BVZ oder ab Montag auf bvz.at