Neue Spielregeln für den Wein: Ruf nach Gesetzesänderung

Wein Burgenland

Um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, braucht es Änderungen im Gesetz, fordert Wein Burgenland. Man will auch eigene Antworten und Lösungsansätze liefern und neue Schritte setzen. Auch der Weintourismus wird weiter ausgebaut.

Von Wolfgang Millendorfer

Als Duo im EInsatz. Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld und Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep (v.l.).

Als Duo im EInsatz. Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld und Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep (v.l.).

© Gregor Hafner

„Turbulente Zeiten erfordern klare Antworten“, sagt Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld, und neben geopolitischen und wirtschaftlichen Fragen meint er auch neue Lebensgewohnheiten oder junge Zielgruppen: „Wir müssen mit unseren Botschaften für die klassischen Konsumenten verständlicher werden.“

Auch bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen seien Anpassungen nötig, ist sich Liegenfeld mit Wein-Burgenland-Obmann Herbert Oschep einig. Die burgenländische Weinwirtschaft fordert daher ganz klar ein Weingesetz, „das auch auf die neuen Gegebenheiten Rücksicht nimmt“, so Liegenfeld: „Unsere Winzerinnen und Winzer brauchen bessere Rahmenbedingungen.“

Diskutiert wird ein solches Gesetz – als Grundlage für Jahrzehnte – bereits intensiv; hier will sich das Burgenland „aktiv und konsensorientiert einbringen“. Die dreistufige Herkunftspyramide gelte es auch im Land intensiv zu besprechen und darzustellen. Nach den drei Stufen Gebiet, nähere Herkunft und Riede soll die Pyramide heuer fertiggestellt werden.

Man werde jedoch „kein Diktat über Weinstile und Klassifizierungen dulden“, erneuert der Weinbaupräsident die bekannte Kritik. Den eigenen Weg „mit unserer wichtigsten Herkunftsangabe Burgenland und zusätzlich definierten kleineren Einheiten“ werde man weitergehen.

Neue Spielregeln für den Wein: Ruf nach Gesetzesänderung

© Wolfgang Millendorfer

Ausbau der Symbiose Wein & Tourismus

Seitdem 2022 der Verein Weintourismus Burgenland gegründet und unter Landeshauptmann Hans Peter Doskozil die begleitende Strategie verabschiedet wurde, hat sich auch auf dieser Ebene viel getan: Dass das Land mit Qualität, Gastfreundschaft und Natur punktet, zeigen die Zahlen: Rund 23 Prozent der Gäste geben Kulinarik und Wein als ausschlaggebende Motive für ihren Urlaub in der Region an.

Den Stellenwert des Weintorusimus in der wirtschaftlichen Strategie unterstreicht Obmann Herbert Oschep: „Meine Aufgebe ist es, die burgenländischen Winzerinnen und Winzer auf allen Ebenen zu fördern und zu unterstützen. In den letzten zwei Jahren haben wir ein neues Weinkapitel für das Burgenland aufgeschlagen.“ Und das „selbstbewusst und mit hoher Qualität“, wie Oschep meint. Auf allen Ebenen seien das Burgenland und der burgenländische Wein eine starke internationale Marke.

„Und aufgepasst - unser erfolgreicher Weg ist noch lange nicht vorbei“, sagt der Wein-Burgenland-Obmann: „Der Weintourismus ist laut internationalen Experten jener Bereich in dem trotz aller wirtschaftlichen Widrigkeiten mit Wachstum zu rechnen ist. Somit ist der von uns eingeschlagene Weg ein absolut zielführender“, kündigt Oschep den weiteren Ausbau und neue Ideen an.