Im Zeichen des klimafitten Blaufränkisch in Horitschon

Weinbauverein Horitschon

Vor Kurzem wurde im Bio-Rotweingut Iby im Rotweindorf Horitschon die facettenreiche Rebsorte präsentiert.

Von Dieter Dank

Im aufblühenden Garten des Bio-Rotweinguts Iby. Kassierstellvertreter Johannes Forauer, Schriftführerstellvertreter Lisa Lehrner, Obfrau Eva Maria Iby, Obfraustellvertreter Dominik Gober, Kassier Franz Strass, Tourismusverband Mittelburgenland Rosalia-Geschäftsführerin Brigitta Pelzer sowie die beiden Winzer Anton Gober und Rudi Wessely.

Im aufblühenden Garten des Bio-Rotweinguts Iby. Kassierstellvertreter Johannes Forauer, Schriftführerstellvertreter Lisa Lehrner, Obfrau Eva Maria Iby, Obfraustellvertreter Dominik Gober, Kassier Franz Strass, Tourismusverband Mittelburgenland Rosalia-Geschäftsführerin Brigitta Pelzer sowie die beiden Winzer Anton Gober und Rudi Wessely.

© BVZ_dd

Die neu gewählte Obfrau Eva Maria Iby begrüßte mit den Worten: „Der Blaufränkisch hat in Horitschon einen sehr großen Stellenwert und passt zudem bestens in das Gebiet.“ Anschließend erläuterte Gatte Anton Markus Iby in einem Kurzvortrag, wie der „Blaufränkisch“ gerade in der heutigen Zeit eine klimafitte Rebsorte ist. Im Anschluss wurden bei einem ausgiebigen Frühstück Kostproben von Frizzante über Blanc de Noir, Rosé, Blaufränkisch Classic, fruchtig bis Ried Hochäcker bis zur Ried Dürrau (Jahrgänge 2024 bis 1999) ausgeschenkt.

Lage Dürrau - Blaufränkisch aus der Kraft der Natur

Mitten im Herzen des Blaufränkischlandes Burgenland liegt eine der bedeutendsten Rieden Horitschons: die Lage Dürrau. „Geprägt von tiefgründiger Braunerde mit hohem Tonanteil, bietet sie ideale Voraussetzungen für den Anbau der regionalen Leitsorte Blaufränkisch - und das ganz ohne künstliche Bewässerung“, schildert Anton Markus Iby und führt weiter aus: „Der hohe Tonanteil im Boden wirkt wie ein natürlicher Wasserspeicher. Er nimmt winterliche und frühjährliche Niederschläge auf, speichert diese über Wochen hinweg und gibt sie langsam und gleichmäßig an die Reben ab. So bleibt der Wasserhaushalt auch in heißen, trockenen Sommermonaten stabil - ein entscheidender Vorteil im Zeichen des Klimawandels und ein Beweis für die ressourcenschonende Bewirtschaftung in der Dürrau.“

Dürrau steht für Herkunft, Charakter und Nachhaltigkeit

Die Kombination aus durchlässiger Braunerde, tonreichem Untergrund und der optimalen Ausrichtung der Riede schafft ein ausgewogenes Mikroklima. Dies begünstigt die langsame, gleichmäßige Reifung der Trauben und verleiht dem Blaufränkisch aus der Dürrau seine typische Eleganz, feine Würze und bemerkenswerte Tiefgründigkeit. „Dürrau steht für Herkunft, Charakter und Nachhaltigkeit. Die Weine aus dieser Riede sind kraftvoll und strukturiert, geprägt vom Terroir - nicht von Technik. Sie spiegeln eindrucksvoll wider, was möglich ist, wenn Boden, Rebe und Winzer im Einklang mit der Natur arbeiten“, informiert Eva-Maria Iby.

Blaufränkisch: zukunftsfähige Rebsorte im Kontext des Klimawandels

Blaufränkisch bildet ein tiefes Wurzelsystem aus und kann so auch in trockenen Phasen auf tiefer liegende Wasserreserven zugreifen. Diese Eigenschaft macht ihn weniger anfällig für Trockenstress - ein klarer Vorteil bei immer heißer und trockener werdenden Sommern. Die Sorte reift spät, was in heißen Jahren zu einem ausgewogenen Zuckersäureverhältnis führt. Während andere Sorten bei Hitze schnell überreif werden, behält Blaufränkisch seine Finesse und Frische, auch bei steigenden Temperaturen.

Blaufränkisch bringt das Terroir - also Boden, Klima und Herkunft - besonders präzise zum Ausdruck. Gerade in Lagen wie der Dürrau, mit tonhaltigen, wasserhaltenden Böden, zeigt er vielschichtige Aromen, Spannung und Tiefgang - selbst in klimatisch extremen Jahren. Dank seiner natürlichen Anpassungsfähigkeit kann Blaufränkisch ressourcenschonend bewirtschaftet werden - ohne künstliche Bewässerung oder intensive Eingriffe. Das macht ihn zur Schlüsselsorte für einen klimafitten Weinbau.

Fazit: Blaufränkisch ist nicht nur eine der spannendsten autochthonen Sorten Mitteleuropas, sondern auch ein Symbol für nachhaltigen Qualitätsweinbau in Zeiten des Klimawandels - kraftvoll, elegant und resilient.