Drei Abende lang stand der Festsaal der Volksschule Parndorf ganz im Zeichen der traditionellen Tamburizzamusik. Der Tamburizza-Verein „Ivan Vukovič – Parndorf“ lud von Freitag bis Sonntag zum Großen Tamburizza Herbstkonzert und durfte sich über einen großen Besucherandrang freuen.
Griff Flüchtling in Nickelsdorf nach Waffe?
Prozess
In Nickelsdorf soll ein 20-jähriger Flüchtling versucht haben, einem Soldaten dessen Pistole der Marke Glock zu entreißen.
Der Flüchtling bestritt vor Gericht, versucht zu haben, an die Waffe des Soldaten zu kommen.
© BVZ/Kirchmeir
Am 22. Oktober 2023 hatte sich der 20-jährige Syrer mit zwei jüngeren Cousins in einer Halle beim Grenzübergang Nickelsdorf aufgehalten, wo Flüchtlinge erkennungsdienstlich behandelt werden.
Dabei soll es zu einem Vorfall gekommen sein, weshalb der Flüchtling angezeigt wurde und sich am 10. Jänner 2024 vor Gericht verantworten musste.
Laut Staatsanwaltschaft soll der 20-Jährige versucht haben, einem Soldaten dessen Faustfeuerwaffe, eine Glock 17, aus dem Sicherheitsholster zu entreißen.
Waffe war im Holster zweifach gesichert
Dies sei aber nicht gelungen, weil die Waffe im Holster zweifach gesichert gewesen sei und der Soldat den Flüchtling mit dem Ellbogen abwehren konnte.
Der 20-Jährige wurde wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt angezeigt.
Er ist nun in einer Flüchtlingsunterkunft in Niederösterreich aufhältig, während seine jüngeren Cousins nach Deutschland bzw. Holland weitergereist seien, wie der Angeklagte angab. Er bekomme pro Tag sieben Euro Sozialunterstützung und habe 7.000 Euro Privatschulden.
Flüchtlinge gingen „aufs falsche Klo“
Der Asylwerber bekannte sich nicht schuldig. Es habe bei der Erfassung der Daten am 22. Oktober in Nickelsdorf nur einen nennenswerten Vorfall gegeben: „Wir gingen aufs falsche Klo, nämlich auf jenes, wo nur die Beamten reingehen sollen“, berichtete der Angeklagte. Die Dolmetscherin habe daraufhin mit ihnen geschimpft und sie als „unverschämt“ bezeichnet.
„Sonst gab es keine Vorfälle“, sagte der Angeklagte.
Er sei zuvor aus einem Stockbett gefallen und habe sich am Rücken verletzt. „Ich konnte nicht gut gehen und stützte mich auf meine Cousins“, sagte der 20-Jährige. Nach dem Abnehmen der Fingerabdrücke sei er wieder in den Raum zurückgekehrt, wo die Betten standen.
Zwei Stunden nach der erkennungsdienstlichen Behandlung sei die Dolmetscherin zu ihm gekommen und habe ihm mitgeteilt, dass er beschuldigt werde, versucht zu haben, einem Soldaten die Waffe wegzunehmen.
Soldat schilderte den Vorfall bei der Polizei
Der Soldat hatte angegeben, dass der Griff ans Waffenholster passiert sei, als er sich in dem Raum mit den Betten befand. Dort wurden die Flüchtlinge einzeln aufgerufen, zuvor waren sie mit nummerierten Armbändern ausgestattet worden.
Als er sich über ein Bett gebeugt habe, soll sich der Angeklagte von hinten genähert und versucht haben, die Waffe herauszuziehen. Er habe, hatte der Soldat zu Protokoll gegeben, den Verdächtigen danach an seinem auffällig blauen T-Shirt erkannt.
„Vielleicht hat er mich verwechselt“, meinte der Angeklagte. „Ich habe es nicht gemacht. Ich mache so etwas nicht“, sagte er.
Die Richterin gab bekannt, dass sich der als Zeuge geladene Soldat entschuldigt habe. Er sei krank und könne nicht kommen. Der Prozess wurde zur Einvernahme des Soldaten vertagt. Der Angeklagte schlug vor, dass auch seine Cousins im Alter von 15 und 17 Jahren befragt werden könnten, und bot an, deren Adressen zu übermitteln.