Während das neue Gesetz zu Integrations-Pflichten vorbereitet wird, zeigen die Zahlen: Burgenland hat im Österreich-Vergleich den geringsten Zuzug: Der Anteil von Menschen mit ausländischem Geburtsort, wie es statistisch heißt, liegt bei 13,9 Prozent.
Burgenland: Weinbau sichert über 6.000 Arbeitsplätze
Wirtschaftsfaktor Wein
Eine aktuelle Studie der Österreich Wein Marketing GmbH zeigt, wie stark der Weinbau die burgenländische Wirtschaft prägt – von den Weingärten bis zum Tourismus.
Die aktuelle Wertschöpfungsstudie der ÖWM zeigt die enorme und weitreichende wirtschaftliche Bedeutung des österreichischen Weins auf, v.l.n.r.: Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands, ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke und Univ.-Prof. Dr. Christian Helmenstein, Leiter der Economica GmbH.
© APA | Martin Hörmandinger
Wein ist im Burgenland weit mehr als ein Kulturgut – er ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Laut der neuen Wertschöpfungsstudie der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) und der Economica GmbH trägt der Weinbau entscheidend zur regionalen Beschäftigung und Wirtschaftsleistung bei.
Wein als Rückgrat der Landwirtschaft
Mit 11.986 Hektar Weingartenfläche und 2.736 Betrieben ist das Burgenland nach Niederösterreich das zweitgrößte Weinbundesland Österreichs. Fast 30 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Produktion entfallen hier auf den Weinbau – so viel wie in keinem anderen Bundesland.

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Die Branche sicherte im Jahr 2023 6.010 Arbeitsplätze, das entspricht 4,2 Prozent aller Beschäftigten im Burgenland. Die Bruttowertschöpfung lag bei 246 Millionen Euro – das sind 2,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes. Auch das Land selbst profitiert: 8,2 Millionen Euro an Steuern und Abgaben flossen 2023 durch die Weinwirtschaft in die burgenländische Landeskasse.
Tourismus profitiert vom Wein
Ob beim Heurigen am Neusiedler See, in der südburgenländischen Uhudler-Region oder im mittelburgenländischen Weinidyll – der Wein prägt das touristische Angebot wie kaum ein anderes Produkt. Laut Studie geben Urlaubsgäste, die weinbezogene Aktivitäten wahrnehmen, rund 18 Prozent mehr Geld pro Tag aus als andere Besucherinnen und Besucher.
Besonders profitieren Gastronomie und Beherbergung, die knapp 1,5 Milliarden Euro der gesamten österreichweiten Wertschöpfung durch den Wein ausmachen. Auch Handel und Weinproduktion sind im Burgenland starke Wirtschaftstreiber.
"Reben geben den Ton an"
„Der Weinbau ist weit mehr als landwirtschaftliche Produktion. Er ist Lebensader für ganze Regionen“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbands.
Auch ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke sieht den Wein als wichtigen Motor für ländliche Räume: „Die Branche zeigt, wie aus lokalen Zutaten globale Begeisterung entstehen kann.“
Schulterschluss gefordert
Damit der Weinbau seine Rolle als Wirtschaftsmotor auch in Zukunft behalten kann, brauche es Unterstützung von der Politik. Hohe Produktionskosten, sinkender Konsum und internationale Konkurrenz setzten viele Betriebe unter Druck. Schmuckenschlager fordert daher „einen Schulterschluss zwischen Politik und Weinwirtschaft“ und gezielte Investitionen in Qualität und Wettbewerbsfähigkeit.
- Weingartenfläche: 11.986 Hektar
- Betriebe: 2.736
- Bruttowertschöpfung: 246 Mio. Euro (2,5 Prozent der gesamten Landes-Wirtschaftsleistung)
- Beschäftigte: 6.010 Personen (4,2 Prozent aller Beschäftigten im Burgenland)
- Steuern und Abgaben: 8,2 Mio. Euro (3,5 Prozent aller Steuern und Abgaben auf regionaler Ebene)
- Anteil am landwirtschaftlichen Produktionswert: 29,5 Prozent
Hauptsaison: Oktober bis Silvester (45 % des Jahresverbrauchs)
Wertschöpfung: rund 60 Millionen Euro
Beschäftigte: etwa 3.000 Personen
Betriebe: rund 300 Sekt- und Schaumweinhersteller
Zulieferbetriebe: ca. 3.000 Wein- und Traubenlieferanten
Produktionsplus 2025: voraussichtlich +10 bis +15 Prozent
Marktanteil: knapp 70 Prozent des gesamten Schaumweinmarkts