Nächster Anlauf für Seniorenresidenz um 60 Millionen Euro
Zemendorf-Stöttera
Bereits vor rund zehn Jahren wollte Bauingenieur Reinhard Morawitz in Sigleß eine Mega-Seniorenresidenz umsetzen - damals ist dieses Vorhaben aufgrund von fehlenden Nachweisen bei Plänen geblieben. Nun will er dieses Projekt mit Kosten von rund 60 Millionen Euro in Zemendorf-Stöttera umsetzen, was für Gesprächsstoff sorgt. Die Gemeinde will das Vorhaben prüfen, sobald konkrete Unterlagen vorliegen.
So sieht das Modell für die geplante Seniorenresidenz von Reinhard Morawitz aus.
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Schon vor rund zehn Jahren plante Bauingenieur Reinhard Morawitz eine Seniorenresidenz in Sigleß – ein Projekt im Wert von rund 60 Millionen Euro. Was dort nicht umgesetzt werden konnte, soll laut Morawitz nun in Zemendorf-Stöttera bald Realität werden. Den genauen Standort möchte er noch nicht verraten, die Residenz soll sich aber im Gemeindegebiet befinden.
Das Konzept ist dasselbe geblieben: ein weitläufiger „Generationenpark“ mit Theatercafé, Hallenbad, Bibliothek sowie Gartenanlagen mit Teich und Springbrunnen, dazu ein Ärztezentrum und betreute Wohneinheiten für 300 bis 350 Seniorinnen und Senioren. Auf dem rund 45.000 Quadratmeter großen Grundstück soll nur etwa ein Drittel bebaut werden, der Rest als Grün-, Wasser- und Erholungsfläche erhalten bleiben. Laut Morawitz bestätigen namhafte Universitätsprofessoren und Mediziner, dass eine derartige Einrichtung die Spitäler deutlich entlasten könne – weil die Gesundheitsphase von Menschen zwischen 60 und 85 Jahren durch die Lebensqualität in solchen Anlagen nachhaltig verlängert werde.
Morawitz erklärt, es liege bereits ein rechtskräftiger Umweltverträglichkeitsbescheid vor, die vom Bundesumweltamt genehmigt sei und „auf jedes Grundstück passe“.
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Investition und Zeitplan
Finanziert werden soll das Projekt durch einen bekannten Investor, dessen Namen Morawitz derzeit noch nicht nennen möchte. Die Baukosten sollen sich – wie schon in Sigleß – auf rund 60 Millionen Euro belaufen. Nach Abschluss der Gespräche ist die Fertigstellung bis Ende 2027 oder Anfang 2028 geplant. Für die Gemeinde sei das Projekt ein „aufgelegter Elfer“ – es bringe Arbeitsplätze, neue Einwohner und zusätzliche Einnahmen, ohne dass der Gemeinde Kosten entstehen sollen.
Das Areal soll ein offenes Haus werden: Auch Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde sollen Café, Restaurant oder Hallenbad nutzen können. Geplant sind außerdem eine Poststelle und eine Akutordination. Die Mieten sollen bei rund 20 Euro pro Quadratmeter liegen – je nach Wohnungsgröße und Betreuungspaket.
„Das klingt auf den ersten Blick teurer als eine normale Wohnung“, räumt er ein, „aber dafür sind viele Leistungen schon inkludiert – etwa Infrastruktur, Freizeitangebote oder die Nutzung des Hallenbads.“ Eine alleinstehende Person würde demnach mit etwa 40 bis 50 Quadratmetern auskommen, also rund 1.000 Euro im Monat zahlen. „Wenn man bedenkt, dass man dafür Betreuung, Gemeinschaft und Freizeitangebote mitbekommt, liegt man letztlich auf einem ähnlichen Niveau wie bei herkömmlichen Mieten, die keine so hochwertige Infrastruktur bieten können“, so Morawitz. „Alles ist bis ins letzte Detail geplant – für mehr Lebensqualität und ein längeres Leben im Alter“, betont er. „Aufgrund der bisherigen Medienberichte wollen viele Senioren am liebsten schon jetzt einziehen – und nicht erst später.“
So reagieren die Gemeinden
Die amtierende Bürgermeisterin Ulrike Kitzinger erinnert sich, dass das Projekt in Sigleß letztlich an fehlenden Nachweisen gescheitert sei. „Es wurden weder Grundstücksverträge noch eine Bankgarantie vorgelegt, und auch die Finanzierung blieb unklar“, sagt sie rückblickend. Ein kleineres, finanziell abgesichertes Konzept – „eine leistbare Seniorenresidenz für den Mittelstand“ – hätte sie durchaus unterstützt. Dennoch zeigt sie sich skeptisch, „dass es in Zemendorf-Stöttera nun besser funktionieren wird.“
Die Gründe, warum das Projekt in Sigleß nicht realisiert werden konnte, erklärt Morawitz folgendermaßen: „Das Finden der erforderlichen Grundstücksgröß von rund 50.000 Quadratmeter, die Pandemie, dass die Idee von keinem entscheidungskräftigen Politiker kam und diverese Umstände.“
Seitens der Gemeinde Zemendorf-Stöttera heißt es, dass bislang keine konkreten Unterlagen zum Projekt vorliegen. Sollte eine Einreichung erfolgen, werde man diese wie jedes andere Vorhaben prüfen.