Die große Ostliga-Vorschau: Will denn keiner Meister werden?

Zum Frühjahrsstart

meinfussball.at sprach vor dem Rückrunden-Start mit allen 16 Ostliga-Clubs. Die Top-Sechs trennen nach dem Herbst nur drei Punkte, aber keiner nennt den Meistertitel als klares Ziel. Ähnlich spannend geht es hinten in der Tabelle zu: Dort gibt es nur eines: den Klassenerhalt.

Von Von Malcolm Zottl

Es geht wieder los. Der Kremser SC und Oberwart gehen auf den Plätzen eins und zwei ins Frühjahr.

Es geht wieder los. Der Kremser SC und Oberwart gehen auf den Plätzen eins und zwei ins Frühjahr.

© Rodach

Kremser SC

„Wenn die Favoriten schwächeln, wollen wir da sein“, trotz der Winterkrone sieht Trainer Jochen Fallmann seine Mannschaft in der Außenseiterrolle für die Spitzenplätze. Beim Wiener Sport-Club möchte sich der KSC für die 1:3-Pleite aus dem Herbst revanchieren. Kapitän Florian Bauer fehlt wegen einer Knieverletzung noch mehrere Wochen. Fabian Eggenfellner und Matthäus Halmer fehlten zuletzt krank. Fallmann: „Ich jammere nicht. Da gilt es einfach Lösungen zu finden.“

SV Oberwart

Punktegleich mit Herbstmeister Krems startet Oberwart in die Rückrunde. „Unterm Strich sind wir ready und freuen uns richtig, dass es wieder losgeht“, blickt SVO-Sportkooridnator Peter Lehner auf eine positive Vorbereitung zurück. Die Südburgenländer vertrauen auf den Kader aus dem Herbst. Ob der SVO bis zum Schluss vorne mitmischt? „Es ist extrem schwierig einzuschätzen, wo man zum Meisterschaftsstart steht. Fakt ist, die Burschen sind topmotiviert.“

FC Marchfeld

Die Vorbereitung bewertet Trainer Christoph Knirsch als „überwiegend sehr positiv.“ Gleich zum Auftakt wartet der Tabellenfünfte Donaufeld: „Eine sehr gute Mannschaft. Sie spielen mit hoher Intensität.“ Nach Platz drei in der Hinrunde glaubt der Coach: „Wenn das Momentum passt, dann ist vielleicht mehr drinnen als der dritte Platz.“ Der Meistertitel sei aber kein ausgegebenes Ziel, aber „grundsätzlich, wenn ich die Möglichkeit habe, dann nehmen wir es natürlich mit.“

Die große Ostliga-Vorschau: Will denn keiner Meister werden?

© Martin Ivansich

SC Neusiedl/See

Neusiedl/See rund um die beiden Top-Torschützen Arbnor Prenqi und Daniel Markl waren im Herbst eine der größten Überraschungen, startet als Vierter ins Frühjahr. Handlungsbedarf am Transfermarkt gab's keinen, Michael Tercek ist der einzige Neue. Jetzt wollen die Seestädter den Herbst bestätigen. Zum Start wartet der FavAC. „Ich hoffe, es gelingt uns der Transfer von der Vorbereitung auf die Meisterschaft“, will Trainer Stefan Rapp vor allem Leidenschaft sehen.

SR Donaufeld

„Wenn man die Spieler oder den Trainer fragt, dann sagen die natürlich, dass sie Meister werden wollen. Ich will auch Meister werden, aber es ist kein Muss“, beschreibt Sportchef Werner Gössinger die Ambition. In den ersten drei Runden warten mit Marchfeld, Krems und Oberwart gleich die Top-Drei. Sollten die Floridsdorfer am Ende ganz oben stehen, dann ist der Gang in „Liga zwa“ noch kein Thema. „Ein bisschen was fehlt noch“, infrastrukturell mehr als sportlich.

Young Violets

Nur drei Punkte fehlen auf den ersten Platz. Der Aufstieg ist für die Young Violets nicht die Priorität. „Durch die Kooperation mit Stripfing haben wir nicht den Fokus drauf, dass wir rauf wollen“, sagt Trainer Maximilian Uhlig, der die nächsten Talente an die Ostliga heranführen möchte. „Auch im 2008er-Jahrgang sind vielversprechende Spieler dabei.“ Zum Auftakt geht's in die Meidlinger Oswaldgasse zur Viktoria. „Eine gute erfahrene Mannschaft.“

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© Robert Simperler

TWL Elektra

Mit Platz sieben kann TWL Elektra gut leben, deshalb kam mit Edwin Djulic lediglich ein weiterer Tormann. „Wir sind mit dem Kader sehr zufrieden. Wir hatten nicht viel auszusetzen“, meint Trainer Herbert Gager, der die Abstiegssorgen frühzeitig ad acta legen möchte: „Wenn wir unsere Leistungen bringen, dann werden wir genügend Punkte machen.“ Auftaktgegner Siegendorf „hat in Anbetracht der Umstände keine schlechte Mannschaft.“

Sportunion Mauer

Zweiter in der Heimtabelle, aber auswärts gab's bisher keinen einzigen Punkt. Das möchte Trainer Hannes Friesenbichler beim Start bei Mauerwerk ändern. „Wir hatten einige Einheiten im mentalen Bereich, das ist meiner Meinung ein ganz wichtiger Aspekt.“ Das Ziel: Ein einstelliger Tabellenplatz, damit der Klassenerhalt nicht zur Zitterpartie wird. Dafür kamen im Winter sechs Neue, u.a. Stürmer Benjamin Mustafic. Nur Predrag Ilic und Hannes Küng gingen.

FCM Traiskirchen

Der Herbst wurde von der Überschwemmung des Sportplatzes überschattet. Im Frühjahr haben die Traiskirchner nun 13-mal Heimvorteil. Das soll bei einer kleinen Aufholjagd helfen, denn mit Rang neun gibt sich der FCM nicht zufrieden: „Vor der Saison haben wir gesagt, dass wir ins obere Drittel wollen: Auf Platz fünf oder sechs. Das ist noch möglich“, glaubt Trainer Stefan Horniatschek: „Wichtig ist, dass wir unsere Leistungen konstanter bringen.“

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© Kevin Kada/Kevin Bear Photography, Kevin Kada

Wiener Sport-Club

Rang zehn wird dem Anspruch des Wiener Sport-Clubs nicht gerecht. Im Winter kehrte Robert Weinstabl nach eineinhalb Jahren auf die Trainerbank der Hernalser zurück: „Ohne überheblich zu klingen: Man soll in jeder Partie sehen, dass da der Sport-Club am Platz steht“, dem 41-Jährigen ist aber auch bewusst: „Tradition schützt nicht vor Abstiegskampf.“ Der Start gegen Herbstmeister Krems sei „einfacher, als gegen ein Team, das weiter unten ist.“

SV Leobendorf

Die Leobendorfer wollen in der Rückrunde schnellstmöglichst nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben. Sechs Neue sind an Bord u.a. Ex-Rapidler Mario Pavelic. Mit Marco Sahanek und Thomas Bartholomay sind zwei Routiniers weg. Zum Start geht's nach Traiskirchen. „Sie haben eine ähnlich gute Vorbereitung wie wir gespielt, dementsprechend wird es eine Partie auf Augenhöhe“, meint Trainer Lukas Fürhauser, der wohl Abwehrchef Robert Bencun vorgeben muss.

ASV Siegendorf

Im Dezember schien es kurz fix, dass sich Siegendorf aus der Ostliga zurückzieht. Am Ende ging es doch weiter, mit einer stark veränderten Mannschaft. Ex-Meistertrainer Marek Kausich kehrte an seine alte Wirkungsstätte zurück und versucht das Wunder Klassenerhalt zu bewerkstelligen. Da der Kader erst seit Anfang Februar komplett ist, haben die Burgenländern einen Startnachteil: „Wir werden noch eine oder zwei Wochen brauchen, um dort zu sein wo andere schon sind.“

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© Martin Ivansich

Favoritner AC

Der FavAC ist im Kampf um den Ligaverbleib Außenseiter, meint Trainer Dozhghar Kadir: „Wir geben für die Mannschaft im Frühjahr 12.000 Euro pro Monat aus“, würden die Favoritner mit der Konkurrenz finanziell nicht mithalten können. Das will der Traditionsverein mit Leidenschaft wettmachen: „Wir brauchen für den Klassenerhalt Glück, aber jeder muss Mentalität zeigen. Jedes Spiel ist ein WM-Finale“, im ersten heißt der Gegner Neusiedl.

Wiener Viktoria

Viele Verletzte, viele Kranke: Die Vorbereitung verlief für Toni Polster und seine Viktoria alles andere als nach Wunsch. „Wir sind auf Platz 14. Da gibt es leider nicht mehr Ziele als den Klassenerhalt“, so Polster, der auf eine kompaktere Defensive hofft: „Die vielen Gegentore sind natürlich eine Katastrophe.“ Zum Start warten die Young Violets: „Da tun wir uns traditionell schwer, aber irgendwann müssen wir ja den Bock umstoßen.“

FC Mauerwerk

Aufgrund einer FIFA-Transfersperre konnte Mauerwerk im Winter nicht am Transfermarkt werken. Einen „Neuzugang“ gibt's trotzdem: Wilfried Domoraud kehrt aus seiner Karrierepause zurück. „Ich glaube, dass wir durch ihn stärker sind als das letzte halbe Jahr“, meint Trainer Ilco Naumoski. Im Abstiegskampf müsse der Tabellenvorletzte „eine unglaubliche Leistung auf den Platz bringen“, geht's nach dem Ex-Profi dann schon zum Start gegen Mauer.

SV Gloggnitz

Als Tabellenletzter gibt's für die Rückrunde nur ein Ziel: „Wir wollen unbedingt oben bleiben. Sieben Siege werden wir brauchen“, sagt Neo-Trainer Edi Stössl, der auf seine sechs Neuzugänge rund um Ex-Austrianer Raphael Holzhauser hofft. Aktuell plagen die Alpenstädter aber Verletzungssorgen, bis zu zehn Spieler fallen für den Start gegen Oberwart aus: „Trotzdem werden wir nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir wollen zeigen, dass es in Gloggnitz nicht so einfach ist.“