Festival-Premieren: Die hohe Kunst des Netzwerkens

Promi-Gäste unter sich

Wenn die großen Sommerfestivals des Landes rufen, kommen (fast) alle. Wie hat's den Ehrengästen im Premierentrubel gefallen, und was tut sich vor und nach der Aufführung? Die BVZ hörte sich um.

Von Wolfgang Millendorfer

Erste Reihe fußfrei. Bei den Festspielpremieren - wie hier im Steinbruch St. Margarethen - gibt sich neben der Kultur vor allem auch die Politik ein Stelldichein.

Erste Reihe fußfrei. Bei den Festspielpremieren - wie hier im Steinbruch St. Margarethen - gibt sich neben der Kultur vor allem auch die Politik ein Stelldichein.

© Wolfgang Millendorfer

Ob Dachterrasse am See, Opernlounge im Steinbruch oder Empfang im Burggraben – eine Festivalpremiere hat neben der Bühne immer noch zusätzliche Schauplätze. Mit dem Start der großen Events im Steinbruch St. Margarethen und auf der Mörbischer Seebühne kamen in der Vorwoche die prominenten Gäste aus allen Richtungen zusammen.

Da traf die Bundes- auf die Landespolitik, Gäste aus den Nachbarbundesländern wurden begrüßt, alles über Parteigrenzen hinweg. Im sommerlich entspannten Trubel, während man beim Premierenempfang nicht zuletzt mit der Hitze beschäftigt war, blieb zwar oft nur Zeit für kurzen Smalltalk und ein gemeinsames Foto - zu unterschätzen ist das Festival-Netzwerken aber keineswegs.

Festival-Premieren: Die hohe Kunst des Netzwerkens

© Wolfgang Millendorfer

Für Landeshauptmann Hans Peter Doskozilund Gattin Julia war die vergangene Woche die Fortsetzung einer Premierentour, die das Land als „Kulturgroßmacht“ zeige, wie Doskozil meint: „In dieser Qualität und Breite wohl singulär in Österreich.“ Daher wäre es fast unfair, ein Festival hervorzustreichen, aber: „Wenn Erfolg auch in Zahlen messbar ist, gibt uns der bisherige Stand verkaufter Karten quer über alle Standorte hinweg recht.“

Besuch bekamen die Premieren auch aus der Bundespolitik: Außenminister Alexander Schallenberg und Bildungsminister Martin Polaschek waren in St. Margarethen wie Mörbisch zu Gast und begeistert. „Die festspiele mit ihren einzigartigen Naturkulissen sind zwei Höhepunkte im österreichischen Kulturkalender“, meint der Außenminister auf BVZ-Anfrage, er sei von den kurzweiligen Inszenierungen fasziniert gewesen.

Festival-Premieren: Die hohe Kunst des Netzwerkens

© Nina Mayer

Bildungsminister Polaschek staunte über die „liebevollen Details der Kostüme“ bei der „Aida“ und erfreute sich am „gewitzten Charme“ der modernisierten „My Fair Lady“. Der Minister vergibt das Prädikat: „Fulminante Spektakel in einzigartiger Naturkulisse!“

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© Wolfgang Millendorfer

Direkt aus der Nachbarschaft war der steirische Landeshauptmann Christopher Drexler ebenfalls bei beiden Aufführungen dabei. Sein Fazit: „Hervorragende Stimmung, tolles Ambiente und hochkarätige Produktionen mit zwei Evergreens!“ Der Klassiker „Es grünt so grün“ bei den Seefestspielen habe „das Steirerherz besonders hoch schlagen lassen.“

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© Nina Mayer

Apropos grün: In der Funktion der grünen Landessprecherin waren die Festivals auch für Anja Haider-Wallner eine Premiere: Bestens unterhalten sei sei in Mörbisch gewesen, „verzaubert“ im Steinbruch – und sie sei „an unterschiedlichen Abenden auch auf unterschiedliche Menschen getroffen“.

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© Wolfgang Millendorfer

„Kunst und Kultur gehören im Sommer im Burgenland einfach dazu“, sagt ÖVP-Landesobmann Christian Sagartz. Bei der Oper im Steinbruch habe ihn vor allem „das Zusammenspiel von Musik, Gesang und Bühnenkunst beeindruckt“.

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© Wolfgang Millendorfer

„So wie man sich Sommertheater vorstellt“, sei die „Lady“ auf der Seebühne für ihn gewesen, sagt AK-PräsidentGerhard Michalitsch: „Kurzweilig und abwechslungsreich vor gelungener Kulisse!“ Die Darstellerinnen und Darsteller hätten die Erwartungen „mehr als erfüllt“.

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© Wolfgang Millendorfer

Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth war bei beiden Premiern zu Gast und rät in beiden Fällen: „Anschauen, sonst versäumt man etwas!“ Mit dem Schauen werde man gar nicht fertig, auch wenn beide Stücke eins gemeinsam hätten: „Es gibt leider weder da noch dort ein Happy End …“

Für den Festivalsommer sollte sich das mit dem Hapy End aber in jedem Fall ausgehen.