Gedenkgottesdienst für Fürstin Melinda Esterházy in Eisenstadt

10. Todestag

Am 27. August wurde in der Bergkirche in Eisenstadt der zehnten Todestag von Fürstin Melinda Esterházy mit einem feierlichen Gottesdienst begangen. Bischofsvikar Karl Schauer zelebrierte die Messe im Beisein zahlreicher Ehrengäste.

Von Von BVZ Redaktion

Stefan Ottrubay, Astrid Eisenkopf und Thomas Steiner mit dem Bildnis des letzten Fürstin.

Stefan Ottrubay, Astrid Eisenkopf und Thomas Steiner mit dem Bildnis des letzten Fürstin.

© Foto: wearegiving; Upscaling: NeroAI

Melinda Esterházy, geboren am 20. Mai 1920 in Budapest, war eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Schon früh entdeckte man ihr Talent für den Tanz, das sie bis zur Ernennung zur Primaballerina assoluta an der Budapester Oper im Jahr 1945 führte. Ihre Heirat mit Fürst Paul V. Esterházy im August 1946 bedeutete das Ende ihrer Bühnenkarriere.

Ein Leben zwischen Umbrüchen und Neuanfängen

Die politischen Umwälzungen in Ungarn führten 1948 zur Verhaftung ihres Mannes durch das kommunistische Regime. Nach seiner Amnestierung 1956 floh das Paar nach Österreich und später in die Schweiz. Nach dem Tod ihres Mannes 1989 übernahm Melinda das Erbe und gründete 1994 drei Stiftungen, die zahlreiche kirchliche, karitative und gesellschaftliche Projekte im Burgenland unterstützten. Sie verstarb am 27. August 2014 und fand ihre letzte Ruhestätte in der Familiengruft der Franziskanerkirche.

Anerkennung für die Primaballerina

Während des Gedenkgottesdienstes würdigte Bischofsvikar Schauer die Verdienste der Verstorbenen, die zu ihrem 80. Geburtstag mit dem „Großkreuz des heiligen Papstes Silvester“ ausgezeichnet worden war. Bürgermeister Thomas Steiner betonte die enge Verbindung der Stadt Eisenstadt zur Familie Esterházy über 300 Jahre und hob hervor, wie Fürstin Melinda eine neue Ära in der Beziehung zwischen Stadt und Domäne einleitete.

Stefan Ottrubay, Vorstandsvorsitzender der Esterhazy Stiftungen, lobte Melinda Esterházy als bedeutende Förderin der kulturellen und touristischen Entwicklung des Burgenlandes. Ihr umsichtiger Umgang mit den wirtschaftlichen Belangen der Esterhazy Betriebe schuf einen fruchtbaren Boden für deren Zukunft.

Doskozil: Impulse für das Burgenland

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil erinnerte an die richtungsweisenden Schritte, die Melinda Esterházy durch die Gründung der Stiftungen unternahm. Sie sicherte den historischen Esterházy‘schen Besitz langfristig und förderte einen erfolgreichen Generationswechsel in der Verwaltung. Ihre Bemühungen um den Erhalt der Kulturgüter der Familie und deren Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit sind bis heute spürbar.

„Melinda Esterházy bleibt auch zehn Jahre nach ihrem Tod unvergessen“, resümierte Doskozil. Ihr Erbe prägt das Burgenland nachhaltig und trägt zur Entwicklung der Region als Wirtschaftsstandort und Kultur-Hotspot bei.

Der Gedenkgottesdienst war nicht nur ein Moment des Erinnerns, sondern auch eine Würdigung eines Lebens, das von Mut, Engagement und Weitblick geprägt war.