Geduld brauchen Verkehrsteilnehmer in den nächsten Wochen: Entlang der Bahnstrecke zwischen Wulkaprodersdorf und Schützen am Gebirge finden Bauarbeiten statt.
Jugendliche wegen Raubs und Schlägen vor Gericht
Burgenland/NÖ
Vier vorbestrafte Burschen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren fielen neuerlich durch möglicherweise strafbare Handlungen auf.
Angeklagte, Anwälte und Prozessbeteiligte am Weg in den Gerichtssaal.
© BVZ/Kirchmeir
Zwei der Angeklagten, die sich am 28. und 29. November 2024 unter anderem wegen Raubes am Landesgericht Eisenstadt verantworten mussten, waren zuletzt am 13. August 2024 verurteilt wurden. „Es ist schnell gegangen, dass Sie wieder hier sitzen“, bemerkte die Richterin gegenüber dem Erstangeklagten, einem 16-jähriger Arbeitssuchenden aus dem Bezirk Eisenstadt.
Er teilte die Anklagebank mit zwei Brüdern türkischer Herkunft im Alter von 15 und 17 Jahren, der jüngere lebt im Bezirk Mattersburg, der ältere in Wr. Neustadt. Beide verbrachten die Zeit bis zum Strafprozes in Untersuchungshaft.
Ein weiterer 17-jähriger Angeklagter, iranischer Staatsbürger, war aus der Schule, die er zuletzt besuchte, nach eigenen Worten „rausgeschmissen“ worden. Jetzt probiert er es mit einer überbetrieblichen Lehre.
Attacke auf Opfer mitgefilmt
Dieser 17-Jährige hatte am 29. November 2023 mitgefilmt, als der 17-jährige türkische Angeklagte und ein weiterer Beteiligter, der dem Prozess unentschuldigt ferngeblieben war, in Eisenstadt auf einen Burschen einprügelten und eintraten. Das Video dieses minutenlangen Gewaltexzesses wurde im Gerichtssaal gezeigt.
„Ich hatte ein Problem mit dem anderen“, sagte der 17-jährige türkische Angeklagte. „Durch den Konsum von Drogen und Alkohol wusste ich nicht, was ich mache.“ Angeblich hatte das Opfer abfällig über seine Mutter gesprochen.
Auch der andere 17-Jährige, der die Szenen mitfilmte, behauptete, damals Drogen konsumiert zu haben. „Ich konnte nicht richtig nachdenken“, sagte der Jugendliche. „Ich habe Aggressionsprobleme und weiß, dass es eine dumme Idee von mir war.“
„Wollten Sie das Opfer bloßstellen?“, fragte die Richterin. „Ich weiß nicht, warum ich gefilmt habe“, sagte der 17-Jährige. „Wir haben es nicht hergezeigt“, sagte sein Komplize.
Bereits am ersten Verhandlungstag wurde der 17-jährige Iraner, dem nur die Beteiligung an dem Übergriff in Eisenstadt vorgeworfen wurde, zu einer Zusatzstrafe von drei Monaten verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.
15-Jähriger fuhr auf Moped durch Kurpark und wollte E-Scooter stehlen
Am 29. November wurden die Straftaten des 15-Jährigen besprochen, der angegeben hatte, er werde sich bemühen, seinen Schulabschluss zu machen und sich eine Lehrstelle zu suchen.
Er war am 24. September dieses Jahres frühmorgens mit einem Freund am Moped in Bad Sauerbrunn durch den Kurpark gefahren. Die Polizei nahm ihn mit, um seine Identität festzustellen, und brachte ihn dann zum Bahnhof in Bad Sauerbrunn.
„15 Minuten später fahren wir wieder am Bahnhof vorbei und sehen, dass er an einem E-Scooter herumreißt“, berichtete jener Polizist, der damals vor Ort war. Sie stellten den 15-Jährigen neuerlich zur Rede. „Er sagte: Irgendwie muss ich ja heimkommen“, erinnerte sich der Polizist.
Der 15-Jährige wurde neuerlich zur Polizeidienststelle mitgenommen.
„Ich kann nichts dazu sagen“, meinte der Angeklagte. „Ich war an dem Tag stark beeinträchtigt.“ Er habe nach der ersten Einvernahme bei der Polizei Drogen konsumiert, nachdem er mit dem 16-jährigen Mitangeklagten bereits um 5 Uhr morgens einen Joint geraucht hatte.
17-jährigem Schüler 50 Euro weggenommen
Am 2. April 2024 nahm der 15-Jährige gemeinsam mit einem zweiten Burschen einem 17-Jährigen in Eisenstadt 50 Euro weg. Dazu zeigte sich der 15-Jährige geständig. Er soll dem Schüler auch gedroht haben, er werde ihn schlagen, wenn er ihm folge.
Mehreren Personen soll der 17-jährige Angeklagte Suchtgift verkauft haben. Übergaben fanden in Eisenstadt, in Mattersburg und in einer Ortschaft im Bezirk Mattersburg statt. Der 15-Jährige zeigte sich zum Suchtgiftverkauf nur teilweise geständig.
Raubüberfall soll Ende August stattgefunden haben
Der angeklagte Raubüberfall soll sich am 28. August dieses Jahres in Oberpullendorf ereignet haben. Sechs Burschen, darunter drei der Angeklagten, sollen kurz nach Mitternacht in der Gymnasiumstraße einen 14-Jährigen bedroht und dessen Geldbörse gestohlen haben.
So hatte es das mutmaßliche Opfer später gegenüber der Polizei angegeben. Er sei, behauptete er, mit einem Messer und einem Schlagring bedroht worden. Wenig später wurden die beiden Brüder und der 16-Jährige aus dem Bezirk Eisenstadt festgenommen.
Im Laufe der Einvernahme der Beschuldigten sowie des mutmaßlichen Opfers stellte sich heraus, dass wohl der jüngere Bruder dem 14-Jährigen Schlagring und Messer abgenommen hatte. Eine Geldbörse habe er, so der 14-Jährige vor Gericht, gar nicht mitgehabt. Geld sei ihm somit keines weggenommen worden.
Die Staatsanwältin beantragte am Ende des Prozesses, ein Video, das bei dem angeblichen Raubüberfall von einer Überwachungskamera aufgenommen worden war, von Spezialisten analysieren zu lassen. Dieser Beweisantrag wurde vom Schöffensenat abgewiesen. Die Auswertung der Tonspur sei nicht zur Verbreiterung der Beweislage geeignet, sagte die Richterin. Auch bildlich sei das Video nicht aufschlussreich.
Freispruch zum Raub-Vorwurf
Zum Vorwurf des Raubes erfolgte für alle drei mutmaßlich Beteiligten ein Freispruch. Der 16-jährige Erstangeklagte kam somit gänzlich ohne Strafe davon. Die beiden Brüder wurden hingegen wegen der verbleibenden Straftaten verurteilt.
Der Jüngere erhielt eine Haftstrafe von zehn Monaten, davon zwei Monate unbedingt, der Ältere wurde zu neun Monaten Haft, davon drei Monate unbedingt verurteilt. Die Brüder nahmen das Urteil an, sie wurden nach der Urteilsverkündung enthaftet. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.