Alexander Wessely bringt „Mann von La Mancha“ ins KUZ Eisenstadt

Infos zum Stück/Interview

Am 19. und 20. Juni 2026 wird das Kulturzentrum Eisenstadt zur Bühne für ein ganz besonderes Musical-Erlebnis „Der Mann von La Mancha“. Die Produktion vereint engagierte Mitwirkende aus unterschiedlichen Bereichen und stellt eine Botschaft in den Mittelpunkt, die heute aktueller denn je erscheint.

Von Nina Mayer

Die Titelhelden: Alexander Helmer als Don Quijote und Alexander Wessely als Sancho Panza.

Die Titelhelden: Alexander Helmer als Don Quijote und Alexander Wessely als Sancho Panza.

© zVg

Für die Regie zeichnet Pfarrer Alexander Wessely verantwortlich, der zugleich selbst auf der Bühne steht – und zwar in der Rolle des treuen Knappen Sancho Panza. Diese Figur ist der bodenständige Begleiter von Don Quijote: lebensnah, pragmatisch und oft der Gegenpol zu den idealistischen Höhenflügen seines Herrn, dabei jedoch stets loyal und von großer Menschlichkeit geprägt.

Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Hans Kausz, dessen Erfahrung als Militärkapellmeister eine kraftvolle und präzise Umsetzung der bekannten Partitur verspricht.

Während die Proben bereits auf Hochtouren laufen, wächst die Vorfreude auf eine Produktion, die sowohl musikalisch als auch visuell beeindruckt: Aufwendig gestaltete Kostüme des renommierten Ausstatters Lambert Hofer sowie Projektionen von Manfred Waba sorgen für ein eindrucksvolles Gesamtbild. Ergänzt wird dies durch Requisiten, die mitunter aus der Oper im Steinbruch stammen.

In der Titelrolle ist Alexander Helmer als Don Quijote zu sehen. Gemeinsam mit einem Ensemble aus Soldaten, deren Angehörigen und professionellen Schauspielern entsteht eine außergewöhnliche Mischung, die Authentizität und künstlerische Qualität verbindet.

Die Aufführungen stehen zudem im Zeichen der Solidarität: Die Reinerlöse kommen den Organisationen „Eisenstadt hilft“ und „Licht ins Dunkel“ zugute.

Pfarrer Wessely entschied sich bewusst für dieses Musical, das zu seinen persönlichen Favoriten zählt. Besonders berührt ihn dessen zentrale Botschaft: der Mut, an Idealen festzuhalten, selbst wenn deren Verwirklichung unwahrscheinlich erscheint.

Es geht darum, die Welt nicht nur so zu akzeptieren, wie sie ist, sondern sie so zu denken, wie sie sein könnte. Diese Haltung fordert dazu auf, über Grenzen hinauszudenken, an das Gute im Menschen zu glauben und auch gegen Widerstände an Visionen festzuhalten. Gerade in einer Zeit, die oft von Pragmatismus geprägt ist, wirkt dieser Zugang fast wie ein leiser Gegenentwurf und genau darin liegt seine Kraft.

Das Werk „Der Mann von La Mancha“ von Mitch Leigh, Dale Wasserman und Joe Darion basiert auf dem berühmten Roman „Don Quijote“ von Miguel de Cervantes. Im Mittelpunkt steht der Dichter Cervantes, der im Gefängnis der spanischen Inquisition sitzt und dort gemeinsam mit seinen Mitgefangenen die Geschichte des Ritters Don Quijote nachspielt.

Der Dichter Miguel de Cervantes wird dort von seinen Mitgefangenen gezwungen, sich zu rechtfertigen. Um sein Manuskript vor der Zerstörung zu bewahren, verwandelt er die düstere Umgebung kurzerhand in eine Bühne und spielt gemeinsam mit den anderen Insassen die Geschichte von Don Quijote nach.

So entsteht aus der Not heraus ein eindrucksvolles Spiel, das die Kraft der Fantasie und die Hoffnung selbst unter schwierigsten Bedingungen sichtbar macht.

Don Quijote, ein Mann voller Ideale, sieht die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie sie sein sollte. Er kämpft gegen vermeintliche Riesen, die sich als Windmühlen entpuppen, und erhebt die einfache Frau Aldonza in seiner Fantasie zur edlen Dulcinea. Trotz Rückschlägen und Spott hält er unbeirrbar an seinem Traum fest. Am Ende bleibt nicht der Sieg über die Realität, sondern die Kraft der Vision. Eine Inspiration für alle, die den Mut haben, an das Unmögliche zu glauben.

Mit bekannten Liedern wie „Der unmögliche Traum“ zählt das Musical zu den großen Klassikern des Broadway und begeistert bis heute weltweit sein Publikum.

Tickets sind unter: www.oeticket.com oder direkt im KUZ Eisenstadt erhältlich.

Nina Mayer: Warum haben Sie sich gerade für „Der Mann von La Mancha“ entschieden?

Alexander Wessely: Der Mann von La Mancha ist ein Kultmusical mit einer zeitlosen Botschaft. Nicht zuletzt ist es deswegen auch mein absolutes Lieblingsmusical.

Nina Mayer: Was bedeutet Ihnen dieses Musical persönlich?

Alexander Wessely: Alle dargestellten Charaktere spiegeln in ihrer Gesamtheit letztlich jeden Menschen wider. Don Quijote der Träumer, der sich eine gerechte Welt für alle wünscht, Sancho, der die Welt so sieht, wie sie ist, Aldonza, die sich nach Geborgenheit sehnt usw.

Nina Mayer: Was ist für Sie die zentrale Aussage des Stücks?

Alexander Wessely: Seinen (Lebens)Traum nachzuspüren und ihn nicht nur zu träumen, sondern umzusetzen versuchen. Manchmal gegen Windmühlen zu kämpfen, aber auch dieser Kampf ist zu gewinnen…

Nina Mayer: Ist der „unmögliche Traum“ heute noch aktuell oder vielleicht aktueller denn je?

Alexander Wessely: Wahrscheinlich aktueller denn je. Nur trauen sich viele nicht, diesen unmöglichen Traum zu träumen. Jeder von uns kommt als Individuum auf die Welt, viele sterben aber als billige Kopie, weil sie ihre Lebensträume nicht verfolgen.

Nina Mayer: Was sollen die Zuschauer nach der Vorstellung mit nach Hause nehmen?

Alexander Wessely: Den Willen, ihrem eigenen Lebenstraum nachzuspüren und ihn umzusetzen.

Nina Mayer: Was macht Ihre Inszenierung besonders oder anders?

Alexander Wessely: Wir haben eine ganz unaufgeregte Inszenierung. Wir spielen das Stück traditionell, sodass man sich nicht fürchten muss, dass Pferd und Esel durch Motorräder ersetzt werden.

Nina Mayer: Was macht dieses Ensemble besonders?

Alexander Wessely: Es wirken sowohl Schauspielerinnen und Schauspieler, als auch Laiendarsteller mit. Diese Mischung macht die Aufführung wohl besonders. Ebenso das Zusammenwirken mit vielen Musikern.

Nina Mayer: Gab es bei den Proben einen Moment, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Alexander Wessely: Es ist jedes Mal aufs Neue berührend, wenn Aldonza, die sonst immer nur Mittel zum Zweck ist, echte Wertschätzung erfährt. Am Ende kann sie sich selbst selbst als etwas Besonderes akzeptieren, auch wenn der Weg dahin ein langer war. Diese Momente sind bei den Proben besonders stark.

Nina Mayer: Die Einnahmen gehen an wohltätige Zwecke. Wie wichtig ist Ihnen dieser Aspekt?

Alexander Wessely: Sämtliche Stücke, die wir spielen, spielen wir letztlich für karitative Zwecke. Der Reinerlös wird immer weitergegeben und dies ist mir sehr wichtig. Durch den neuen Verein „Freunde der Militärpfarre Burgenland“ wird dies nun noch einfacher.

Nina Mayer: Hat das auch Einfluss auf die Motivation der Mitwirkenden?

Alexander Wessely: Der Aspekt, dass wir mit unserer Darbietung hoffentlich Menschen Freude bereiten und auch den Reinerlös weitergeben können ist für das gesamte Ensemble wichtig.

Nina Mayer: Ist Don Quijote ein Träumer oder eigentlich der Einzige, der die Welt richtig sieht?

Alexander Wessely: Das ist eine gute Frage. Er ist wahrscheinlich ein großes Kind, das sich auf die Welt einlässt und das Schöne erkennt.

Nina Mayer: Braucht unsere Gesellschaft mehr „verrückte Idealisten“?

Alexander Wessely: Auf jeden Fall! Verrückte Idealisten haben immer die Welt verändert.

Nina Mayer: Wo, würden Sie sagen, ist die Grenze zwischen Vision und Realitätsverlust?

Alexander Wessely: Das ist auch schwierig zu beantworten. Für die einen ist es eine Vision, für die anderen Realitätsverlust. Ich denke, dass man vielen Visionären nachsagt, dass sie an Realitätsverlust leiden würden. Aber wer kann das schon beurteilen?

Nina Mayer: Wenn Sie den „unmöglichen Traum“ in einem Satz beschreiben müssten, wie würde er lauten?

Alexander Wessely: Das Leben nicht so zu sehen wie es ist, sondern wie es sein sollte. Und diesen Traum muss man auf jeden Fall leben.