Eisenstadt als Bühne für Europa

Klassik-Gipfel

Die Berliner Philharmonika waren am Freitag zu Gast im Hadynsaal im Schloss Esterházy und führten ihr Europakonzert auf.

Von Von BVZ Redaktion

Berliner Philharmonika im Schloss Esterházy.

Berliner Philharmonika im Schloss Esterházy.

© Lena Laine

Die Berliner Philharmoniker gastierten am vergangenen Freitag mit ihrem traditionsreichen Europakonzert im Schloss Esterházy. Neben musikalischer Höchstleistungen standen der völkerverbindende Gedanke sowie eine soziale Spendenaktion im Mittelpunkt des Ereignisses.

Am Freitag, dem 1. Mai 2026 luden die Berliner Philharmoniker zum feierlichen Europakonzert in die burgenländische Landeshauptstadt Eisenstadt. Unter der Leitung von Kirill Petrenko verwandelte das Weltklasse-Ensemble den historisch bedeutsamen Haydnsaal in ein Zentrum europäischer Kulturgeschichte. Der Anlass für dieses seit 1991 jährlich stattfindende Konzert ist die Besinnung auf das gemeinsame kulturelle Erbe und die verbindende Kraft der Musik über Grenzen hinweg. Neben dem internationalen Publikum kamen auch 300 bedürftige Menschen in den Genuss der Klänge, denen dank einer großzügigen Spende der Besuch der Generalprobe ermöglicht wurde.

„Der Haydnsaal ist mehr als ein Konzertsaal, er ist ein lebendiger Raum, in dem sich europäische Musikgeschichte bis heute unmittelbar erleben lässt“, erklärt Rico Gulda, Generalintendant der Esterhazy Privatstiftungen. Laut Gulda bringt das Gastspiel der Berliner Philharmoniker den historischen Ort, das programmatische Spannungsverhältnis zwischen Tradition und Moderne sowie den europäischen Gedanken auf besondere Weise zusammen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Mauern des Schlosses, die einst Haydn beherbergten, heute als Brücke für zeitgenössische Spitzenkunst dienen.

Auch Stefan Ottrubay, Vorstandsvorsitzender der Esterhazy Privatstiftungen, betont die Relevanz des Standortes: „Kunst und Kultur haben seit jeher eine verbindende, brückenbauende Funktion. Orte wie Eisenstadt stehen für Dialog, Austausch und für die Kraft der Musik“. Besonders hervorzuheben ist die soziale Komponente des Events: Die Tickets für die Generalprobe wurden gezielt an die Caritas, das Burgenländische Musikschulwerk sowie das Rote Kreuz weitergegeben. Musikalisch bot der Abend ein breites Spektrum, das von Joseph Haydns Ouvertüre in D-Dur über Werke von Igor Strawinski und Peter Tschaikowski bis hin zu Ludwig van Beethovens zweiter Sinfonie reichte.

Das Europakonzert unterstrich erneut die Bedeutung Eisenstadts als eine der wichtigsten Konzertstätten des Kontinents. Für Musikfreunde ist das kommende Jahr bereits jetzt rot im Kalender markiert: Am 13. Mai 2027 werden die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Riccardo Muti im Haydnsaal erwartet. Damit setzt das Schloss Esterházy seine Tradition fort, internationale Stardirigenten und Eliteorchester in das Burgenland zu holen.