Catherine Sica: Rusterin, zwischen Kunst, Mut und Visionen

Portrait

Wer das „Kunsthaus Rust“ betritt, taucht in eine Welt voller Farben, Kreativität und besonderer Geschichten ein. Zwischen außergewöhnlichen Gemälden, exklusivem Schmuck, österreichischer und italienischer Mode sowie wechselnden Ausstellungen begegnet man überall der Handschrift einer Frau, die ihr Leben immer wieder neu erfunden hat: Catherine Sica.

Von Nina Mayer

Catherine Sica im zauberhaften Garten ihres „Kusthaus Rust“.

Catherine Sica im zauberhaften Garten ihres „Kusthaus Rust“.

© Nina Mayer

Die gebürtige Freiburgerin blickt auf einen Lebensweg zurück, der so facettenreich ist wie ihre Kunst. Aufgewachsen ist sie in der Gastronomie. Ihre Eltern führten ein Hotel mit Restaurant, in dem prominente Gäste ein und aus gingen. Schon früh lernte sie die Welt der Stars, Künstler und Persönlichkeiten kennen.

Früh wusste sie, dass ihre Zukunft nicht hinter einer Hotelrezeption liegen würde. Mit gerade einmal 17 Jahren bewies Catherine Sica unternehmerischen Mut. Sie begann, eine eigene Hauszeitschrift herauszugeben, in der Geschichten über die prominenten Gäste ihrer Familie erschienen. Aus dem kleinen Magazin entwickelte sich rasch ein VIP-Journal und schließlich ein eigener Verlag mit angeschlossener Werbeagentur.

Zehn Jahre lang führte sie das Unternehmen erfolgreich, lernte das Druck- und Grafikhandwerk von Grund auf und spezialisierte sich auf kreative Werbekonzepte.

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Erfolg auf ganzer Linie

Zu ihren Kunden zählten namhafte Unternehmen wie BMW und die Deutsche Telekom. Einer dieser Aufträge führte die junge Unternehmerin im Alter von nur 22 Jahren erstmals nach Wien. Für den City Club in Vösendorf sollte sie ein Werbekonzept samt neuem Logo entwickeln. Kaum angekommen, war es um sie geschehen. „In Österreich will ich einmal leben“, dachte sie sich damals. Dass dieser Wunsch tatsächlich Realität annehmen würde, ahnte sie noch nicht.

Ihre zweite große Liebe galt der Musik. Catherine Sica stand als Sängerin einer Band auf der Bühne und begeisterte ihr Publikum mit Rock, Funk und Soul. Sogar den Bayerischen Nationalpreis als beste Nachwuchssängerin gewann sie.

Während ihre musikalische Karriere Fahrt aufnahm, landete sie beruflich einen weiteren großen Coup. Als die Einführung der Mülltrennung in Deutschland zum Zukunftsthema wurde, erhielt sie den Zuschlag für Thüringen, ein Kommunikationskonzept für das duale System und den „Gelben Sack“ zu entwickeln. Ein Prestigeprojekt, das allerdings seinen Preis hatte. Sie arbeitete nahezu rund um die Uhr, sieben Tage die Woche.

Mit nur 29 Jahren zog ihr Körper die Notbremse. Catherine Sica erlitt einen Herzinfarkt.

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Mut zum Neuanfang

Dieses einschneidende Erlebnis veränderte alles. Sie beschloss, ihr Leben neu auszurichten und ihrer eigentlichen Leidenschaft zu folgen: der Kunst. Sie absolvierte eine Fachausbildung zur Restauratorin mit Schwerpunkt Gemälderestaurierung.

Heute zählt sie auf diesem Gebiet zu den anerkannten Spezialistinnen Österreichs. Oft landen Werke auf ihrem Tisch, die andere Restauratoren bereits aufgegeben haben. Mit Erfahrung, Fingerspitzengefühl und einer gehörigen Portion Mut gelingt es ihr immer wieder, vermeintlich verlorene Kunstwerke zu retten.

Parallel dazu begann Catherine Sica intensiv zu malen. In dieser Zeit lernte sie einen Künstler des Phantastischen Realismus kennen. Gemeinsam lebten sie zunächst in Deutschland, später in Spanien und schließlich in Österreich. Eine besondere Station war Schloss Seibersdorf. Das historische Gebäude stand damals weitgehend leer und wurde von seinem Besitzer, der überwiegend in Nigeria lebte, an das Künstlerpaar vermietet.

Dort entstanden Ateliers, Konzerte und kulturelle Veranstaltungen. Sogar der erste Weihnachtsmarkt wurde auf Schloss Seibersdorf organisiert. Doch nach einigen Jahren trennten sich die Wege des Paares. Ein Neuanfang musste her.

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Die Storchenstadt als neue Heimat

Dieser führte Catherine Sica im Jahr 2007 direkt nach Rust. Ein historisches Haus, das von einer Stiftung betreut wurde und einen kunstverständigen Eigentümer suchte, erweckte ihr Interesse. Sie griff zu. Drei Monate lang arbeitete sie praktisch ohne Pause. Mit Arbeitskleidung, Schubkarre und unermüdlichem Einsatz verwandelte sie die Immobilie in ein wahres Schmuckstück.

Doch als der erste Winter kam, stellte sich eine neue Herausforderung. „Wie soll ich das überleben? Hier ist es so ruhig“, fragte sie sich. Also beschloss sie, etwas zu verändern.

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Was tut man im Winter?

Sie lud 24 Rusterinnen und Ruster zu einem Treffen ein, um ihre Idee einer Adventmeile vorzustellen. Die Resonanz war zunächst verhalten. „Wer soll im Winter schon nach Rust kommen?“, lautete die häufigste Reaktion. Am Ende blieben vier Mitstreiter übrig.

Gemeinsam organisierten sie den ersten Adventmarkt vor der Kirche. Was damals im kleinen Rahmen begann, entwickelte sich zu einer Erfolgsgeschichte. Besonders die ersten Jahre sind vielen Besuchern bis heute in Erinnerung geblieben. Volksschulkinder bastelten Strohengel, Innenhöfe wurden geöffnet, offene Feuerstellen sorgten für Wärme, Weihnachtsmusik erfüllte die Gassen.

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Ein Wunder zur rechten Zeit

Und dann geschah bei der Eröffnung des ersten Adventmarktes etwas, das fast schon magisch wirkte. Punkt 16 Uhr, während „Leise rieselt der Schnee“ erklang, begannen tatsächlich große Schneeflocken vom Himmel zu fallen. Ein Winermärchen für alle Anwesenden, der Grundstein für die heutige „Ruster Adventmeile“.

Die Veranstaltung wuchs von Jahr zu Jahr, wurde aber schließlich von der Stadt auf den Hauptplatz verlegt. Rust entwickelte sich zu einer beliebten Winterdestination, initiiert von Catherine Sica.

Parallel dazu etablierte sich das Kunsthaus Rust als kultureller Treffpunkt. Bereits 2008 organisierte Catherine Sica acht Ausstellungen und zwei Lesungen. Namhafte Künstler präsentierten ihre Werke in den historischen Räumen.

Ein weiterer kultureller Höhepunkt folgte 2013 mit der Premiere von „Adventeuerlich“. Gemeinsam mit der Schauspielerin Constanze Breitebner und dem Sänger Michael Hoffmann entstand ein Programm aus Lesungen, Musik und humorvollen Sketches. Dreizehn Jahre lang begeisterte die Veranstaltung ihr Publikum.

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Kunst, Schmuck und Couture

Das Herzstück des Kunsthauses ist bis heute die Kunst selbst. Die Werke von Catherine Sica sind unverwechselbar. Sie kombiniert Öl, Acryl, Metall und große Edelsteine auf Leinwand. Türkis trifft auf Gold, Pink auf Silber. Ihre Bilder strahlen Energie, Lebensfreude und Ausdruckskraft aus.

Ebenso exklusiv präsentiert sich der Schmuck. Viele Stücke entstehen nach ihren Entwürfen oder stammen von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern. Verarbeitet werden hochwertige Edelsteine wie Diamanten, Rubine oder Smaragde.

Auch die Mode folgt diesem Anspruch. Statt kurzlebiger Trends setzt Catherine Sica auf außergewöhnliche Kollektionen österreichischer und italienischer Designerinnen. Farbenfroh, individuell und fernab des Mainstreams.

Stillstand ist für die umtriebige Künstlerin ohnehin keine Option. Ab dem 29. Juni präsentiert das Kunsthaus Rust die Arbeiten des Künstlers Siegfried Rabanser. Seine abstrahierten Metallbilder werden bis zum 6. September zu sehen sein. Und auch die Musik begleitet Catherine Sica weiterhin. Am 14. August steht sie mit der Funkband „Vienna Sündikate“ auf der Bühne. Das Repertoire reicht von Barbra Streisand über Lady Gaga und Edith Piaf bis hin zu Whitney Houston.

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Ein Ort mit Seele

Wer nach dem Rundgang durch das Kunsthaus eine Pause einlegen möchte, findet im romantischen Rosengarten einen Ort zum Verweilen. Zwischen weißen Spitzendeckchen, Rosenblüten, einem zutraulichen Kater und einem schwarzen Hund lässt sich das besondere Flair des Hauses genießen.

Neben Kunst und Kultur engagiert sich Catherine Sica auch für Natur- und Tierschutz. Die Erhaltung der Lebensräume der Ruster Störche liegt ihr ebenso am Herzen wie die Unterstützung von Tieren obdachloser Menschen.

Langweilig wird es der energiegeladenen, hübschen, schwarzhaarigen Rusterin jedenfalls nicht. Ideen hat sie mehr als genug. Und genau das macht das „Kunsthaus Rust“ zu dem, was es heute ist: ein Ort voller Inspiration und kreativer Leidenschaft. Ein Ort für schöne Dinge und für die Geschichten dahinter.

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Kunsthaus Rust

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