Neuheit: Diesel aus Biomasse und Wind. Im Rahmen der Konferenz „Güssing 17“ stellt GET ein neues Projekt vor: Dieselproduktion durch Windenergie.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 08. März 2017 (05:48)
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Symbolbild

Am Freitag wird in Güssing, im Rahmen der „Güssing 17“-Konferenz, im Technologiezentrum ein neues Projekt vorgestellt: Die Produktion von Dieseltreibstoff durch die Kombination von Biomasse- und Windenergieanlagen.

Weiterentwicklung des "Fischer Tropsch-Verfahrens"

Entwickelt wurde das Projekt vom ACR-Institut Güssing Energy Technologies (GET) mit Geschäftsführer Richard Zweiler. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung des von Hermann Hofbauer und Reinhard Rauch entwickelten Fischer Tropsch-Verfahrens. Dieses ist Grundvoraussetzung dafür, dass aus der Vergasung in Biomassekraftwerken Synthesegas entstehen kann, aus dem wiederum Diesel wird. Beim Projekt „Winddiesel“ geht es darum, die Windenergie in diesen Prozess zu integrieren – was heißt, dass aus Strom Diesel produziert wird.

Drei Jahre intensive Forschung

„Wir haben drei Jahre lang geforscht und sind jetzt zum Ergebnis gekommen, dass eine solche Anlage realisierbar ist und wirtschaftlich geführt werden kann“, freut sich Zweiler. „Aus Windenergie erzeugen wir Wasserstoff, der wird in die Fischer Tropsch-Anlage eingespeist – die genaue Erklärung des Verfahrens gibt es am Freitag in Güssing.“

Laut Zweiler könnten mit vier dieser Anlagen alle burgenländischen Diesel Pkws versorgt werden, zudem würden sich damit zwei Bereiche – nämlich die Biomasseanlagen im Süden und die Windkraftanlagen im Norden – perfekt ergänzen. „Bei der Windenergie gibt es das Speicherproblem, das mit dem Bau einer ‚Winddiesel’-Anlage sofort gelöst werden könnte. Außerdem laufen die geförderten Einspeistarife aus – koppeln wir Biomasseanlagen mit Windenergie, brauchen wir keine Förderungen mehr.“

Der Liter Diesel würde 0,88 Cent kosten, 50 Prozent Investitionskostenförderung für die Anlage vorausgesetzt. Laufende Förderungen wären laut Zweiler nicht notwendig.