Drei Einbrüche bei Mattersburger Handyshop: Erstes Urteil

Zwei Täter angeklagt

„Der dritte Einbruch in drei Monaten - die Verzweiflung ist groß“, sagt der Rohrbacher Manuel Tschurl, der in Mattersburg ein Handygeschäft betreibt. Zwei Einbrecher standen jetzt vor Gericht.

Von Elisabeth Kirchmeir

Die beiden Angeklagten werden noch einige Monate in Haft verbringen.

Die beiden Angeklagten werden noch einige Monate in Haft verbringen.

© BVZ/Kirchmeir

Innerhalb von drei Monaten war in den Mattersburger Handyshops für A1 und Drei, die beide von Franchisenehmer Manuel Tschurl geführt werden, dreimal eingebrochen worden. Der letzte Einbruch ereignete sich am dritten Adventwochenende.

Jene beiden Männer, die am 16. September 2024 den Handyshop heimgesucht hatten, wurden am Mittwoch, 18. Dezember 2024 am Landesgericht Eisenstadt verurteilt.

Die bereits mehrfach vorbestraften Täter, ein 48-jähriger Serbe und ein 32-jähriger Mann aus Montenegro, hatten sich vor Gericht schuldig bekannt. Sie hatten zunächst am 10. September 2024 einen Einbruchsdiebstahl in eine Jet-Tankstelle in Wien verübt.

Aus Tankstelle Zigaretten gestohlen

Mit einem Hackbeil schlug einer der Männer mehrfach auf das Sicherheitsglas der Eingangstüre ein, bis dieses zerbrach. Die Täter stahlen 50 Packungen Zigaretten im Wert von 338 Euro und eine leere Kassenlade.

Am 16. September brachen die Männer mit demselben Werkzeug den Handyshop von Manuel Tschurl in der Mattersburger Arena auf. Sie stahlen neun Mobiltelefone im Wert von 8032 Euro und eine Kassenlade, die 200 Euro Bargeld enthielt. Das Hackbeil blieb am Tatort zurück.

Der Schaden, den die Einbrecher anrichteten, ging weit über den Wert des Diebsgut hinaus. 14.000 Euro machte die Versicherung des Unternehmers geltend.

In der Nacht von 20. auf 21. September 2024 schließlich schlugen die Täter die Scheibe eines Fahrzeugs ein, das einer Baufirma gehört. Sie stahlen einen Winkelschleifer und einen Bohrschrauber im Wert von 378 Euro.

Verkaufserlös in Drogen investiert

Vor Gericht bekannten sich die beiden Angeklagten schuldig. „Ich war bei jeder Tat benommen“, sagte der Ältere. Er habe fast täglich Kokain konsumiert und einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Diebsgut in den Ankauf von Drogen investiert.

In Bad Sauerbrunn hatten sich die Täter der Kassenlade aus dem Handyshop entledigt. Außerdem fand man dort einen Strafzettel aus Serbien und einen Schraubenzieher.

Videoaufnahmen führten die Polizei schließlich zum Kennzeichen des Autos, das die Täter verwendeten. Diese wurden daraufhin observiert und bei einer Kontrolle an einem Grenzübergang klickten schließlich die Handschellen.

24 und 15 Monate Haft für die Angeklagten

Am 18. Dezember wurde der Ältere der beiden Angeklagten zu 24 Monaten Haft verurteilt, sein Komplize zu 15 Monaten. Beide nahmen dieses Urteil an. Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab, somit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Für Manuel Tschurl ist die Einbruchsserie nun zu einem Drittel aufgeklärt. Er war mit seinen Handyshops Anfang Oktober in das Fachmarktzentrum Mattersburg übersiedelt. Dort ereignete sich am 15. Oktober der zweite Einbruchsdiebstahl.

Und am 15. Dezember 2024 wurde kurz vor zwei Uhr morgens schon wieder Alarm ausgelöst: „Mit einem Riesenfelsenbrocken wurden die Scheiben eingeschlagen“, berichtet der Shop-Betreiber. Gestohlen wurden Ausstellungsgeräte, Tablets, Smartwatches und Smartphone-Zubehör.

„Dritter Advent - und man steht in einem verwüsteten Geschäft“

Nach zwei Minuten waren die Täter bereits wieder vom Tatort verschwunden. „Dritter Advent - und man steht in einem verwüsteten Geschäft“, lautet für Tschurl die bittere Erkenntnis. Provisorisch ließ er eine Holzverkleidung errichten, um sein Geschäft am Montag, 16. Dezember, wieder aufsperren zu können.

Einen Tresor hat er bereits angeschafft. Zusätzlich werden jetzt alle Glasscheiben mit einbruchshemmender Folie beklebt. Der Shop wird mit Kameras überwacht, spezielle Erschütterungssensoren sollen Einbrecher noch vor dem Alarm im Inneren melden.

„Wenn jemand etwas Verdächtiges wahrnimmt, möge er oder sie bitte die Polizei informieren“, appelliert Manuel Tschurl an die Bvölkerung. „Ein bissl schauen, vielleicht kann man dadurch schon etwas verhindern“, hofft er.

Drei Einbrüche bei Mattersburger Handyshop: Erstes Urteil

© zVg

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