Gastronomie in den Startlöchern

Ab 15. Mai dürfen Lokale wieder öffnen. Die BVZ hat bei Wirten nachgefragt, wie sie sich vorbereiten.

Erstellt am 30. April 2020 | 04:58
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Ab 15. Mai kommt wieder Leben in die Gastro-Branche. Von 6 bis 23 Uhr dürfen Lokale dann wieder öffnen.

Barbara Ladich, Eigentümerin der beliebten Parndorfer Lokale „Landhaus“ und „Ladichs Steak-House“ sieht der bevorstehenden Wiedereröffnung optimistisch entgegen. Im Gespräch mit der BVZ geht die Gastronomin davon aus, dass in ihren Restaurants nur jeder zweite Tisch besetzt werden kann, aber: „Wir setzen ganz klar auf Abstandhalten. Gott sei Dank haben wir im Steak-House die räumlichen Kapazitäten, dass wir die Tische über den Garten verteilen können und auch im Landhaus gibt es einen Bereich im Freien, wo wir Tische aufstellen können. Ich habe dafür schon große Sonnenschirme besorgt“, erzählt Barbara Ladich.

Das Personal der beiden Restaurants war in den letzten Wochen teils in Kurzarbeit, teils hat es einvernehmliche Kündigungen mit Wiedereinstellungszusage gegeben. Barbara Ladich will möglichst alle bisherigen Mitarbeiter auch wieder aufnehmen: „Wir wollen unserem Personal eine Perspektive geben. Es leben schließlich 35 Familien von unseren Betrieben! Das Personal steht in den Startlöchern und sobald wir dürfen, sperren wir auf.“

Abholservice zur Überbrückung

Um den Betrieb einigermaßen am Laufen zu halten, hat das „Landhaus“ in den letzten Wochen ein Abholservice angeboten. Dieses sei laut Barbara Ladich auch sehr gut angenommen worden: „Wir hatten wirklich das Gefühl, dass uns sehr viele Parndorfer unterstützen wollten. Deshalb blicken wir positiv in die Zukunft und vertrauen darauf, dass die Leute auch weiterhin kommen werden. Es trudeln schon erste Reservierungen für den 15. Mai ein“, freut sich die „Steak-House“-Chefin.

„Time Slots“, die die Aufenthaltszeit der Kunden im Restaurant beschränken sollen, wird es laut Barbara Ladich in ihren Lokalen nicht geben.

Bereits seit 16. März hat auch das „Alte Brauhaus“ in Frauenkirchen seine Pforten geschlossen. „Sobald es möglich ist, werden wir unser Restaurant wieder öffnen. Voraussichtlich wird das am 15. Mai sein. Solange ich aber noch keine genauen Richtlinien von den zuständigen Behörden erhalten habe, welche Maßnahmen beziehungsweise Vorkehrungen ich nun im Detail treffen muss, mache ich mir da selbst keinen Druck,“ führen Katarina und Daniel Hickel aus. Es heiße nun abwarten und sich weiter an die Regeln halten. Vor allem im Bereich der Küche erwarte man sehr strenge Richtlinien. „Wenn die offiziellen Richtlinien für uns Gastronomen kommen, dann werden wir umsetzen, was verlangt wird“, so Familie Hickel.

Josef Leban vom gleichnamigen Gasthof in Kittsee sieht die Öffnung am 15. Mai grundsätzlich positiv. Er überlegt aber, erst am Freitag, dem 29. Mai, zu öffnen. „Das ist das lange Pfingstwochenende, wir profitieren dann hoffentlich vom lokalen Ausflugsverkehr. Da sämtliche großen Feste nach wie vor untersagt sind, können wir nur auf Familien hoffen, die mit ihren Kindern nach der Zwangspause erstmals wieder ausgehen.“

Seine Mitarbeiter sind auf Kurzarbeit. Er hat seine ausgezeichnete Mannschaft nicht entlassen, er will sie, beginnend ab Ende Mai, nach und nach wieder „aktivieren“. „Das Problem ist aber, das wir effektiv nur 50 Prozent unserer Fläche verwenden können. Es geht darum, dann auch so viel erwirtschaften zu können, dass die im August und September fälligen Lohnnebenkosten auch bezahlt werden können.“

Die Rentabilität seines Betriebes ist auf die volle Nutzung der Fläche ausgelegt. Bei diesen Bedingungen kann nur 50 Prozent des möglichen Umsatzes erwirtschaftet werden.

Das Personal wird mit Mundschutz oder Visier bedienen. Die Tische müssen in Meterabständen aufgestellt werden. Auch die Anzahl der Gäste ist begrenzt, da zehn Quadratmeter pro Person zur Verfügung stehen müssen.

Für all diese Anordnungen gibt es keinerlei Erfahrungswerte. Somit sind die Startbedingungen für alle gleich, da sie auch für alle gelten.

„Ich hoffe auf die Vernunft und Einsicht meiner Gäste. Gemeinsam schaffen wir den Neustart“, blickt Josef Leban vorsichtig optimistisch in seine Gastro-Zukunft.