Am vergangenen Wochenende standen in Neusiedl die Tätowiernadeln im Dienst des Tierschutzes. Rund 150 Personen ließen sich für den guten Zweck tätowieren.
Eine Kugel aus Eisen, ein Wille aus Stahl
Georg Tischler
Der olympische Goldmedaillengewinner Georg Tischler erzählt in seiner demnächst erscheinenden Autobiographie über sein Leben, das sich nach einem schweren Mopedunfall vollends verändert hat.
Der Paralympics-Goldmedaillengewinner Georg Tischler präsentiert sein Buch „Eine Kugel aus Eisen - Ein Wille aus Stahl“ am 9. September in Gols. Ab dann ist es auch im Verlag Margarete Tischler erhältlich.
© Klaus Zwinger
Aufgeben war für Georg Tischler nie eine Option. Nicht in sportlichen Bewerben und schon gar nicht, als ein Mopedunfall mit 16 Jahren sein Leben für immer veränderte. Ein kompletter Wirbelbruch hinterließ ihn mit einer Querschnittslähmung. Was danach folgte, beschreibt der burgenländische Paralympics-Sieger nun in seiner Autobiografie „Eine Kugel aus Eisen – Ein Wille aus Stahl“.
Die ersten Zeilen des Buchs hat Tischler bereits 2017 zu Papier gebracht. Damals hatten Freunde und Bekannte ihn angehalten, seine unglaubliche Geschichte niederzuschreiben. Über die Jahre arbeitete er immer wieder für kurze Zeit am Manuskript, ehe er sich vor rund zweieinhalb Jahren entschloss, das Buchprojekt diesmal wirklich fertigzustellen. Zahlreiche Zeitungsberichte, die seine gesamte Karriere von Anfang an dokumentiert hatten, dienten ihm dabei als Zeitleiste. Auch der ehemalige Sportjournalist und nunmehrige Autor Robert Sommer griff Georg Tischler während der Entstehung des Buchs unter die Arme.
Das Buch beginnt mit seiner Kindheit in Gols, wo Tischler und seine Freunde die Ortschaft als Abenteuerspielplatz nutzten, und führt über den Unfall mit 16 zu seiner langen „Auferstehung“: die Erstversorgung im UKH Meidling, Monate im Reha-Zentrum Tobelbad, kleine Fortschritte vom ersten Socken-Anziehen bis zur Rückkehr in ein strukturiertes Leben mit Schule und Job. Erst mit 30 fand er über Tischtennis und Krafttraining zur Leichtathletik. Diskuswurf, Speerwurf und besonders das Kugelstoßen waren die Disziplinen, in denen Tischler brillierte.
Was folgte, war eine beispiellose Karriere: Paralympics-Gold 2004, mehrere Weltmeistertitel, zwei Weltrekorde und rund 70 österreichische Meistertitel. Entscheidend dafür war laut Tischler nicht nur das körperliche Training, sondern auch ein rituelles Mentaltraining, das er sich über Jahre erarbeitete.
Parallel zur Sportkarriere stand für Tischler immer ein geregeltes Berufsleben – zuletzt bei der Polizei in Frauenkirchen, wo er mit 1. Oktober in Pension geht. Auch danach will er aktiv bleiben: als Obmann mehrerer Behindertensport- und Freizeitvereine im Burgenland, mit Vorträgen und Lesungen zu seinem Buch und möglicherweise einem neuen Buchprojekt.
Sein Lebensmotto, das ihm ein ein alter Herr einst mitgab, hat er bis heute verfolgt: „Sei kein Zaungast im Leben.“